BMW Zagato Coupé: Das erste Mal

Das markante Z steht auf vielen Kotflügeln, Sammler und Fans der Designer aus Rho in Norditalien können nun ein neues Kapitel im Buch der Zagato-Autos aufschlagen. BMW hat den Z4 in den Hände von Andrea Zagato gegeben. Das Ergebnis ist leider keine Überraschung.

Z4-Zagato-Aufmacher

Alfa Romeo, Aston Martin, Ferrari und Maserati. Grosse Namen finden immer den Weg zum Meister. Ugo Zagato, der Gründer des gleichnamigen Designstudios hatte beste Kontakte zur Industrie. Wann immer ein Coupé oder ein GT den Feinschliff eines Künstlers vertragen konnte, war Ugo zur Stelle. Nach der Behandlung fehlte es den Wagen an Gewicht, dafür trugen sie meist ein oder zwei Z an der Seite, das Dach, wenn vorhanden, wurde oft mit zwei Ausbuchtungen versehen, die man gerne „Dubble-Bubble“ nennt. Mehr braucht ein Zagato-Auto erst mal nicht.

Wer sich näher mit den Design-Arbeiten des Hauses Zagato beschäftigt, wird natürlich erfahren, dass Ugo Zagato und auch seine Nachfahren, dem Thema Leichtbau verbunden waren. Der Aston Martin DB4 GT Z ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Die Italiener stellten und stellen die Aerodynamik des Autos stets in den Vordergrund.

Der Z4 von BMW ist schon ab Werk ein elegantes und sehr sportliches Automobil. Bei Zagato hat man aus dem Roadster ein Coupé gemacht, die Linie des Zagato verläuft nun wesentlich sportlicher und flacher bis zum Heck. Die Seitenansicht verdeutlicht die Absicht. Die Italiener haben den Bayer mehr Format, mehr Sport und weniger Speck auf die Karosse gezeichnet. Das Coupé aus Rho hat offensichtlich ein Trainingslager besucht. Dort, wo vorher eher zaghaft Linie gezeigt wurde, streckt sich der Z4 athletisch nach vorn. Der gesamte Corpus wirkt wesentlich straffer, sehniger und lebendiger, der Z4 aus Bayern wirkt im direkten Vergleich fast ein wenig behäbig und rundlich.

Linien und Konturen, das Spiel mit Licht und Schatten beherrscht Zagato perfekt. Das Coupé hat deutlich an Struktur gewonnen. Vor allem die Verbindung zwischen Heck und Vorderwagen ist dank zahlreicher, sehr starker Kanten und Sicken deutlich dynamischer. Dank des Coupé-Daches werden Heck und Mittelwagen nun klarer mit einander verbunden, der gesamte Wagen wirkt wie aus einem Guss.

Am Heck wurde sicher die meiste Arbeit investiert, vom Z4 aus Bayern ist nicht viel übrig geblieben. Lediglich das Logo in der Mitte und die beiden Leuchteinheiten zeugen von der Heimat des Coupés. Das weit geöffnete Heck wird von zwei starken Kanten eingerahmt, dazwischen hat man bei Zagato viel Raum für den eigenen Schriftzug gelassen. Dass der Zagato Z4 ein wenig an ein britisches Sport-Coupé erinnert, wird wohl eine Erinnerung an den Vorgänger sein. Das Z4-Coupé (E85, 2006 bis 2009) gilt noch heute als einer der markantesten BMW der jüngeren Geschichte.

Wohin geht die Reise? Das mag niemand so richtig sagen. Für den Hersteller heisst der Wagen „BMW Zagato Coupé“, für Zagato ist der Wagen einer von sehr vielen, die man später in der Galerie und in vielen Büchern bewundern kann. In Serie wird der Wagen wohl nie gehen und wenn doch, dann als kleine Mini-Serie in der Größenordnung von vielleicht zehn Exemplaren.

Wozu das Ganze? „Die Zusammenarbeit mit Zagato war ein tolles Erlebnis. Es war eine wahre Bereicherung für uns mit Menschen etwas zu schaffen, die das gleiche Verständnis von gutem Design und die Leidenschaft für Automobile teilen.“ erklärt Karim Habib, Leiter Design BMW Automobile. „Und genau das macht das Fahrzeug so besonders: Der offene und fruchtbare Dialog mit Zagato, ihre Erfahrung, ihre Handwerkskunst und ihr unvergleichliches Gespür für Formen – das alles wird im BMW Zagato Coupé erlebbar.“

Text: Ralf Bernert
Fotos Zagato Z4: BMW
Foto BMW Z4: Ralf Bernert