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BMW M440i

BMW M440i xDrive Fahrbericht – Das feine Kraftpaket

Klar, der M4 als Coupé ist noch mal deutlich stärker, klarere, fokussierter und auch teurer. Aber das große M vor der 440 ist mehr als nur ein Versprechen. Dieses Coupé rennt und flaniert schon sehr überzeugend durch die Gegend. Wir haben das zwei Wochen intensiv erlebt.

Gut aussehen kann er schon mal. Ein Coupé durch und durch. Vor allem die Kühlermaske ist ein Eyecatcher par Excellence. Auffallend, ein wenig provokant und eben nur für Modelle mit dem großen M im Namen. Nun ist der M440i kein M4 aber das M steht da trotzdem und es macht auch Sinn. Ästhetisch und auch technisch, denn nicht nur die gewaltige, aufrecht stehende Niere geht ins Auge. Da sind noch die Sportsitze aus dem M4, das knackige, sehr sportlich ambitionierte Fahrwerk und die rahmenlosen Seitenscheiben, die dann zwar sehr gut aussehen aber eben diesen Tick mehr Akustik durchlassen, den man bemerkt, ohne dass er nervt. Sport und Ruhe gehen nur bei Snooker, Dressurreiten und Schach Hand in Hand. 


In der Stadt lebt das Thema Ungeduld auf. Der Wagen will nach vorn, der Mensch am Steuer auch. Das große M lebt. Zurückhaltung ist gefragt, weil sonst der Bescheid droht. Deshalb Konzentration auf das Handling, die Bedienung und den Sitzkomfort. Da BMW seine jüngste iDrive-Kommunikations-Abteilung in den Wagen geladen hat, kann man wunderbar im Netz nach Musik suchen, das Navi mit Echtzeitdaten arbeiten lassen und so weiter. Für IT-Kids ist das eine wahre Freude. Für Fahrfreunde ist das ok, nützlich und unterhaltsam. Mehr muss es auch nicht sein.


Wir sind Draussen. Auf dem Spielplatz des M440i xDrive. Landstraßen, die Heide mit Kraut und lebendigen Rasenmähern. Kurven jeder Art und heute mal sehr wenige LKW oder Wohnen-auf-Rädern-Vehikel. Der Bayer kann also im hohen Norden mal den Swing tanzen. Und er tanzt. Traktion heisst die Melodie und er kann es. Dank des Sportfahrwerks, den sehr anhänglichen Michelin Sportreifen und dem bestens gelaunten Motor. Der dreht fröhlich vor sich hin, läuft auf der Geraden seidenweich und er liefert, dank 500 Newtonmeter auch immer genug Saft für den Weg nach vorn. 4,5 Sekunden sind zwar in Zeiten von E-Mobilität nicht mehr der Hammer, aber wie er den Weg zum 100-km/h-Ziel findet, ist schon fein. Er dreht und dreht, brüllt ein wenig, ohne die hysterische Nummer zu spielen. Kultiviert und sportlich eben.


Abzweig zur Autobahn. Die A7 gen Hannover liegt an. Wieder den Sprint bis 100, dann einen Strich nach links und die lange, sehr lange Gerade reich locker um das Thema 250 km/h abzuhaken. Er kann es, er kann es leicht. Dann wollen wir lernen, was der Wagen bei 200 Sachen macht. Die Bahn ist nahezu leer, Bodenwellen spüren wir kaum, im Komfort-Modus rollt der Bayer dahin. Es sitzt sich gut, jetzt wäre ein Trip nach Italien eine feine Sache. Zu zweit mit Gepäck und dieser bella maccina aus Bavaria. Der Verbrauch bei Tempo 140 pendelt sich bei sechs Litern ein und man lehnt sich innerlich zurück. Dieser BMW ist: schick, elegant, sehr sportlich.