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Big Ben auf Abwegen: Mit dem Mulsanne auf der Rennstrecke
Einmal links abbiegen, kurz den Helm aufsetzen, den Chauffeur auf eine Tasse Kaffee geschickt und ab auf die Zielgeraden. Ein Bentley Mulsanne ist kein Rennwagen, er ist eine sehr sportliche Limousine.
Exclusive-Life hat den grossen Bentley auf dem Anglesey Circiut in Wales erlebt.

 

Bentley-Mulsanne-Wales-Aufmacher

 

Wäre der Name nicht schon prominent vergeben, er würde wunderbar zum Mulsanne passen. Big Ben. Mulsanne passt natürlich auch sehr gut, immerhin geht es um die berühmte Gerade in Le Mans, die Rennstrecke, die man als zweite Heimat von Bentley bezeichnen darf. Man solte also nie den Kopf schütteln, wenn ein Bentley eine Rennstrecke betritt.

 
 

Einsteigen, neben dem Fahrersitz, mit Helm ist das anders. Kopf einziehen. Hinter dem Steuer sitzt Chris, der für seinen Job als Rennfahrer bezahlt wird. Er kennt den Mulsanne und er kennt die Strecke. Ein Streckenprofil finden Sie weiter unten in der Bildgalerie. In den ersten beiden Runden wird Chris ein paar Informationen zu den Kurven, den Bremspunkten und Besonderheiten der Strecke erzählen. Er lässt den Briten zunächst locker durch die Landschaft traben. Die 2,6 Tonnen scheinen sich wohl zu fühlen. Die Elektronik passt auf, hält sich aber vornehm zurück. Die Bremsen haben den Wagen im Griff, Wankbewegungen sind spürbar, aber nicht störend. Das Fahrwerk, auf „Sport“ eingestellt, hält die Limousine mit allen Rädern auf dem Boden. Die zweite Runde ist weniger entspannend. Chris gibt Gas.

Langsam prägt sich das Streckenprofil ein. Ganz oben im Gedächtnis sitzt der Hügel, auch Rocket genannt. Der Bentley stürmt durch die lange Links, kurz vor der Kuppe rechts rüber, stark anbremsen und gleich nach links, wieer recht und der Mulsanne hebt das Haupt zum Sturm auf die nächste Gerdae, den Hügel wieer runter, nicht so stark anbremsen, den Schwung halten und raus auf die nächste Gerade. Wenn man den Wagen mit Schwung und ohne Hektik laufen lässt, vergisst man ein wenig, dass hier eine Masse von 2,6 Tonnen unterwegs ist. Komplett vergessen sollte man das aber nie, die nächste Runde sitze ich am Steuer und die hat es in sich.

Spiegel einstellen, aus Gewohnheit. Sitz einstellen, als Notwendigkeit. Chris schaut optimistisch rüber. „Let´s roll“. Raus aus der Gasse, die erste rechts gleich verbremst, zu weit nach Aussen, zu hektisch eingelenkt und die Elektronik fängt den Wagen. Wunderbar, so ein schöner Anfang. Von wegen die Masse vergessen. Weiter die lange Rechtskurve. Zu langsam, der Hügel kommt näher, der Wagen steht fast, rüber nach links, zu spät aus der Kurve beschleuningt, Schwung verloren, wieder auf der Gerdaen, den Hügel runter, zu früh gebremst. Gas, Bremse, Gas. Man nennt das Telegraphieren. Peinlich.

Zweite Runde, diesmal runder. Die erste Kurve spät bremsen, schön innen bleiben, runter schalten, am Scheitepunkt mit Schmackes raus und die Gerade mit Dampf. 1020 Newtonmeter, den Hügel rauf, ein wenig zu schnell, aber noch machbar. Reifen schreien, Chris ist ruihig. Die nächste Kurve ein wneig zu hurtig, aber immer noch rund. Runter vom Hügel, gut gebremst, mit Schwung auf die Gerade, wieder gut gelaufen, zurück in der Box. Na also.

Dritte Runde wieder voll daneben, der Brite nimmt meine Fehler zur Kentniss, er bleibt in der Spur und lässt seine Muskeln spielen. Aber so richtig rund läuft es erst ab Runde vier. Später fällt Wasser in Form von Schneeflocken vom Himmel. Der Mulsanne trägt zwar Winterreifen, aber man sollte aufhören, bevor es gefährlich wird. Die letzte Stunde war lehrreich, unterhaltsam und spannend.

Der Big Ben ist eine beindruckende Limosuine mit britischem Charakter, wunderbar bequem, luxuriös ohne aufdringliche Attitüden. Auf dem Sportplatz rennt er los und zeigt seine Kräfte. Nicht pubertär oder sogar vulgär, sondern mit der Ruhe eines grossen Sportlers im feinen Anzug.

Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Bentley Motors
Foto: Bentley Motors
Foto: Bentley Motors
Foto: Bentley Motors
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Peter Robain
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert

 

Technischen Daten (laut Hersteller):


Motor: V8 mit Doppel-Turboaufladung

Antrieb: Hinterrad

Hubraum: 6.750 cm3

Leistung: 512 PS / 377 kW bei 4.200 U/min

Drehmoment: 1.020 Nm bei 1.750 U/min
Fahrleistungen und Kraftstoffverbrauch

0 – 100 km/h in 5,3 Sekunden (0 – 60 mph in 5,1 Sekunden)

0 – 160 km/h in 11,5 Sekunden (0 – 100 mph in 11,6 Sekunden)

Höchstgeschwindigkeit: 296 km/h (184 mph)

Kraftstoffverbrauch: 16,9 l/100 km im kombinierten EU-Fahrzyklus

CO2-Emission:  393 g/km

Getriebe: ZF 8‑Gang Automatik mit Schaltwippen

Karosserie und Fahrwerk

Länge:  5.575 mm

Breite (Spiegel angeklappt): 1.926 mm

Höhe: 1.521 mm

Radstand: 3.266 mm

Spur Vorderachse: 1.615 mm

Spur Hinterachse: 1.652mm

Räder / Reifen (Serienausstattung): 9J x 20‑Zoll mit Reifen der Größe 265/45 ZR 20
(optional): 9J x 21‑Zoll mit Reifen der Größe 265/40 ZR 21

Leergewicht: 2.585 kg

 

Text: Ralf Bernert

Fotos: Peter Robain im Auftrag von Bentley Motors