Aston Martin DB11: Nach Neun kommt die Elf

Aston Martin DB11 Aufmacher

Ok, es gab und gibt eine Zehn. James Bond war damit unterwegs und das war´s dann auch schon. Jetzt ist die Elf dran und die hat es in sich. Aston Martin hat sich den DB9-Nachfolger ordentlich zur Brust genommen.

Im Moment fliegen Aston Martin die Mitbewerber nur so um die Ohren. 322 km/h und 3,9 Sekunden bis 100. Ein Klacks für die meisten. Irgendwas ist ja immer, wenn man über Aston redet. Jedenfalls im Auto-Quartett macht der Brite keinen Stich. Design, Stil, Aura, Tradition? Alles zu abstrakt, zu wenig messbar. Und deshalb uninteressant? Eben nicht.

Nach etlichen Momenten am Steuer vieler Aston Modelle, nach wirklich vielen Kilometern in DB9, V8, Vanquish, DBS und so weiter, bleibt beim Anblick des DB11 ein erster Ausdruck von Beruhigung haften. Gut so! Weiter so!

Der Aston Martin DB11 hat abgenommen

Nicht unbedingt an Gewicht, eher an Jahren. Er wirkt frisch, sportlich, jung und motiviert. Diese Frische verdankt der jüngste Aston nicht nur ein paar optischen Maßnahmen, er profitiert diesmal recht deutlich von seinem berühmten Kollegen DB10, dessen Auftritt im Kino eine nachhaltige Wirkung erzielt hat. Immerhin war nach dem letzten Bond, in dem der DB5 noch einmal eine größere Rolle spielte, ein neues Coupé unbedingt nötig. Ok, beim Filmwagen sitzt die Kühlermaske noch tiefer, der ganze Wagen scheint aus einem Block gefräst und die Rückleuchten sind eher Tarnung, was dann ja auch wieder zum Fahrer passt. Beim DB11 sieht die Sache schon anders aus.

Man hat auf- und abgerüstet. Der neu entwickelte V12 ist nun mit Unterstützung eines Turboladers unterwegs. Der Hubraum liegt nun bei 5,2 Liter, vorher waren es glatte sechs Liter. Das Ergebnis ist eindeutig. Mehr Leistung, weniger Verbrauch. Knapp 3 Liter weniger, meldet Aston stolz, dank Zylinderabschaltung, Start-Stopp-Automatik und besserer Motorsteuerung. Beim Gewicht wurde ordentlich gespart, dank Aluminium. Trotzdem ist der DB11 ein wenig schwerer als sein Vorgänger. Man hat neue Technik verbaut und die wiegt nun mal. Dafür kann man sich über modernere Kommunikationstechnik freuen, der Technik-Partner Mercedes-Benz hat geholfen. Besonders deutlich wird das beim Anblick des Controllers direkt vor der Armauflage in der Mittelkonsole. Die Instrumente senden digitale Signale aus, vorbei die Zeit der Nadeln und der Zifferblätter. Der „Wasserfall“, so nennt man die Wand an der alle Knöpfe und Schalter die Mittelkonsole hinab laufen, ist nun

Aston Martin DB11: Ein Trick sorgt für mehr Downforce

Der Flügel hätte optisch nicht gepasst, deshalb der kleine Umweg über die hinteren Radhäuser. Dort wird die Luft über einen Kanal durch eine kleine Öffnung am Fenster der C-Säule direkt zum Heck geleitet und die verbindet sich mit der über das Dach strömenden Luft zu einem „Air Curtain“, also Luft-Vorhang. Dieser „Vorhang“ steht wie eine unsichtbare Wand am Heck, die Luftströmung drückt den Hinterwagen spürbar nach unten. Das Ergebnis: Downforce ohne festen Spoiler. Erst ab Tempo 145 km/h schaut ein kleiner Flügel aus dem Heck hervor. Irgendwann braucht man halt ein wenig mehr Druck.

Aston Martin DB11 Genf

Ein paar Fragen stellen sich natürlich immer, wenn sich ein neues Auto auf dem Drehteller einer Messer bewegt. Wie kommen Motor und Getriebe miteinander zurecht? Was macht die Traktion? Sind die 607 PS auch bei harter Gangart beherrschbar? Wie weit liegen Komfort- und Sport-Einstellung auseinander? Und so weiter und so weiter. Man muß den Wagen bewegen und erleben. Im Moment muß der Anblick des Aston Martin DB11 ausreichen.

Ein paar Fakten hat man uns noch mitgeteilt. Der Preis 204.900,00 Euro werden in Deutschland verlangt. Ausgeliefert wird im Herbst 2016. Bestellen kann man natürlich schon heute, auf der Website von Aston Martin kann man schon den Konfigurator anwerfen und wir werden hoffentlich bald den Startknopf drücken können. Dann werden einige Fragen zum DB11 sicher beantwortet werden können.

Bis dahin überbrücken wir die Wartezeit mit ein paar Fahrberichten:

Aston Martin V12 Vantage S Coupé
Aston Martin Vanquish Volante
Aston Martin V8 N430 Coupé

Text: Ralf Bernert
Video/Fotos: Aston Martin