Exclusive-Life

driven by exception

Alfa Romeo Giulia 2.0 Veloce

Motor: 4-Zylinder Reihe Turbo

Hubraum: 1.995 ccm

Leistung: 206 kW / 280 PS bei. 5.250 U/min

Drehmoment: 400 Nm bei 2.250 U/min


Fahrleistungen/Verbrauch/Co2:

Top Speed: 240 km/h

0-100 km/h: 5,2 bis 5,7 s je nach Antrieb

Verbrauch (NEFZ) kombiniert: 6,4 /100 km

CO2 (NEFZ) kombiniert: 195 g/km

Preis in Deutschland ab: 57.500,00 Euro


Giulia, das klingt nach Bella, nach Emozione, nach Lussoria und nach Tradizione. Vier Türen, vier Zylinder, ein Turbo und die Haftpflicht stuft diese Italienerin bei 20 ein. Immerhin 240 Sachen sind drin. Und sonst?


Da sind die 280 PS und diese Nase. Ein Pärchen der ganz besonderen Art. Flach, dank der drei Lüftungsportale und den beiden sehr schlanken Leuchten. Und das filigrane Kleeblättchen in der Mitte trotzt dem allgemeinen Trend, nach dem Kühlermasken und Logos bei manchen Lifestyle-Marken nicht groß genug sein können. Und wer sich die Enkel der Giulia anschaut, weiß, dass man bei Alfa nie den großen, wuchtigen Auftritt suchte. Das Thema Ästhetik spielte in Turin schon immer eine besondere Rolle. Ben auf dem Weg zu Elaine in einem raumgreifenden US-Cabrio, undenkbar. 


Unsere Giulia ist mit einem Reihenvierzylinder plus Abgasturbolader ausgerüstet. Damit liefert der Italiener 280 PS und 400 Newtonmeter an die Hinterräder. Und was uns besonders freut. Motor und Abgasanlage liefern einen wunderbar klaren Sound, kein Brummen, kein sonores Wummern. Es erklingt die Lebensfreude von zwei Litern Hubraum, die uns, vor allem ab 4.000 Touren, die Lust auf sportliches Fahren so wunderbar um die Ohren laufen lassen. Dazu passend die sehr sportlichen Sitze vorn, welche das Thema Seitenhalt und Komfort vortrefflich miteinander verbinden. Wir blicken auf moderne und klassisch umrahmte Instrumente, einen kleinen aber sehr wirkungsvollen Monitor und diverse Schalter an den Volantspeichen und auf der Mittelkonsole. Und links unten am Lenkrad entdecken wir den runden Startknopf, der zwar schwarz ist aber dennoch unverkennbar nach Ferrari duftet. Es lebe die Familie, vor allem, wenn sie dezent aber dennoch spürbar positive Effekte so schön verteilt. 


Jetzt sitzen wir drin, vorher noch dem Hintern nachpfeifen. Knackig, sportlich und sehr modern. Der Diffusor könnte einen Tick zurückhaltender sein, er drängt sich doch arg in den Vordergrund. Aber das Gesamtbild spricht eine klare Sprache. Emozione. 


Den Motor starten, er erwacht und klingt eher schlecht gelaunt. Den Wahlhebel nach hinten ziehen, Feststellbremse lösen und runter vom Hof. Die ersten Kilometer fangen im Normalfall eher verhalten, neugierig und vorsichtig an. Nicht mit Giulia. Sie will und sie soll. Landstraße, abwarten bis Motor und Reifen auf Temperatur sind und dann mutiert jede Gerade zur Startbahn. So fühlt sich Papa, nachdem er Schwiegermutti im Heim abgeliefert hat. Freiheit für den Gasfuß, Sportspaß für die Hände am Volante. 


Der Viertürer im Sportmodus. Eher Zweitürer, eher Sportler, eher Lust auf Rädern. Auch wenn man weiß, dass es da den GTA gibt, der mit dem Ferrari-V6 so herrlich aufgerüstet ist. Der Zweiliter Turbo kann den Mensch in ähnliche Höhen treiben. Das Fahrwerk auf Härte und Präzision getrimmt, die Reifen mit diesem typisch sportlichen Griff ins Asphaltband und die Abgasanlage mit der passenden Musik, wenn man die Giulia aus der Kurve raus beschleunigt und vorher per Schaltwippe den nächst tieferen Gang wählt. Die Automatik arbeitet schnell und vor allem ohne Zugunterbrechung. Heutzutage fast normal, aber in dieser Preisklasse beileibe keine Selbstverständlichkeit. Und die Karosserie? Steif genug. Vibrationen sind kaum spürbar.


Autobahn, 170. Kassler Berge. Kurven ohne Limit. Rein und unter Zug laufen lassen. Wieder raus, den Berg hoch und die 400 Newtonmeter spielen das Spiel der Kräfte. Das Heck zieht sich sich sauber in jede Kurve, der Sound ist animierend und die Bremsen lassen sich exzellent dosieren, weil die Rückmeldung an den Fuß sauber und unmissverständlich sind. 


In der Stadt. Der brave Italiener. Ein wenig der Flaneur, der bunte Vogel mit diesem Blick des Aufreizenden. Nix da mit Limousine, nix da mit vier Sitzen plus Kofferraum. Wobei unser Italiener auch eine Heckklappe hat und darunter genug Raum für Einkäufe und sonstige Dinge ist. Die Ladekante ein wenig hoch, die Öffnung ein wenig klein. Aber der Mensch gewöhnt sich und läßt Wasser- und Weinkisten liefern. 


Zum Schluß ein Fazit. Dieser Viertürer aus dem Alfa-Universum kann dank seiner Ästhetik und seiner sportlichen Ausrichtung vor allem auf kurvigen Landstraßen überzeugen. Im Alltag könnte er sich auf die Dauer ein wenig langweilen. Der Vierzylinder Turbo kann den Wagen so richtig emotional nach vorn treiben und die Lust auf eine Ausfahrt nachhaltig steigern. Mit den 57.000 Euro als Einstiegspreis kauft der Mensch dann ein Auto, dass ein Dasein als simple Transporteinheit schlicht nicht verdient hat. 

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