Er wird nicht mehr gebaut. Bentley gibt den Produktionsstopp der großen Limousine bekannt und baut nun nur noch auf die Continental-Reihe. Aus Kostengründen und, weil der Umsatz nicht mehr stimmt. Wir blicken mal zurück.

Es waren immer zwei Linien. Die Große und der Standard. Wie bei Rolls-Royce. Oben, auf dem Podest das große Spiel mit dem Auftritt. Der Mulsanne, der Arnage, der Turbo und der Mulsanne Turbo. Und bei Rolls-Royce war und ist es der Phantom. Die Aushängeschilder mit dem Goldrand, die exponierten Stücke, das gute Porzellan. Oder so ähnlich.

Foto: Ralf Bernert 2011
Foto: Ralf Bernert 2011
Foto: Ralf Bernert 2011
Foto: Ralf Bernert 2011
Foto: Ralf Bernert 2017
Foto: Ralf Bernert 2017
Foto: Ralf Bernert 2017
Foto: Ralf Bernert 2017

Der Abschied oder die Kündigung war abzusehen. Eine logische Konsequenz, man habe nicht genug verkaufen können und man schlußfolgert, dass das Interesse nicht groß genug war. Das klingt dann auch konsequent und aus der Sicht des Unternehmens auch vernünftig. Und es gibt ein aber. Ganz weit oben, jenseits der 7er, A8, S-Klassen und so weiter laufen die Bänder ein wenig ruhiger, werden die Kunden wählerischer und die Kaufmotive weniger berechenbar. Es geht um Image, es geht um Aura und auch um Historie oder Tradition.

Abschied aus der Champions-League – Aus für Mulsanne bei Bentley

Der Mulsanne, mit dem berühmten 6,75 Liter V8 der Rolls-Royce-Ära befeuert, wurde laufend optimiert. Mit Turboaufladung und deutlich mehr Leistung. Mehr als 1.000 Newtonmeter haben sie ihm eingebaut. All´ das konnte nicht verhindern, dass die große Limousine aus Crewe bald nur noch als Gebrauchtwagen zu kaufe sein wird.

Zweimal haben wir einen Mulsanne bewegt, davor auch den Arnage und den Azure, die Cabrio-Version. Und davor auch noch den gewaltigen Mulsanne als Coupé in der Le Mans Variante. Es waren eindrucksvolle Momente, vor allem der Brooklands war ein Bentley der alten Schule. Überwältigend, stark, riesig und so britisch wie eine Steinmauer im Hochland der Insel.

Und nun wird der Flying Spur das Zepter übernehmen. Gegen den Phantom aus Goodwood wird sich die Limousine sehr schwer tun. Auch, weil sich dieser Bentley in einer vollkommen anderen Preiskategorie bewegt. 220.000 Euro hier, 450.000 Euro dort.

Mehr als 7300 Mulsanne wurden in Crewe produziert und in aller Herren Länder verkauft. Zum Abschied will Bentley noch mal 30 besondere Exemplare der großen Limousine fertigen. Der Mulsanne 6.75 Edition wird im Innenraum etliche Hinweise auf den legendären Motor tragen. Wenn man bei Dunkelheit die Türen öffne, werden LED-Leuchten den Schriftzug „Mulsanne 6.75 Edition“ auf den Boden projizieren. Weitere Extra wurden noch nicht benannt und zum Preis gibt es ebenfalls noch keine offiziellen Infos.

Fotos: Bentley Motorcars