BMW X5 Abenteuer: Auf allen Vieren durch Namibia

Namibia querfeldein. Mit Allradantrieb, Elektronik und Klimaanlage durch ausgetrocknete Flussbetten, vorbei an Gazellen, Giraffen und Buschmännern. Unterwegs im X5, inmitten von Flora und Fauna eines Landes, das weit mehr zu bieten hat als nur wilde Tiere und Wüstensand.
Ein Bericht mit vielen Fotos und der Erkenntnis, dass man einem X5 auch in der Wüste sehr wohl über den Weg trauen kann.

BMW X5 Abenteuer: Auf steinigen Pisten durch Namibia
BMW X5 Abenteuer: Auf steinigen Pisten durch Namibia

Eins vorweg, es waren spannende und interessante fünf Tage. Unsere Tour führte uns knapp 1.500 Kilometer durch Steppe, Felsgestein, feinsten Wüstensand, mitten durch den namibischen Busch und zwischen Robben, Flamingos und Delphine. Unsere Kamera war pausenlos im Einsatz, die vier Räder unseres X5 trugen ihre Last ohne jedes Murren und die Nächte verbrachten wir in komfortablen Lodges. Fünf Tage Namibia, Wildnis, Hightech, und fünf Tage ohne Deutschland, ohne Handy, Internet und TV. Für Auto-Fans und Freunde exklusiver Erlebnisse ist dieser Event sehr empfehlenswert.

Das Motto beim BMW X5 Abenteuer: „Watch your Step!“

Die ersten Minuten nach der Ankunft in der Okapuka-Ranch gehören Frank Ysenberg, Leiter BMW Fahrsicherheitstraining und Namibia-Kenner. Wir lernen:
– Unter jedem Stein kann ein Skorpion oder eine Giftschlange lauern.
– Jeder Tritt im Gras oder Sand kann eine Schlange oder einen Skorpion aufschrecken.
– Der Mensch zählt nicht zum Beuteschema einheimischer Raubtiere.
– Wer langsam fährt, kommt früher an.

Und schon sitzen wir in unserem BMW, der uns die nächsten Tage durch Namibias Süden transportieren wird. Ausgestattet mit Klimaanlage, GPS-Navigation und reichlich Platz für unser Gepäck. Die ersten Meter führen uns über eine Schotterpiste und zur ersten Übung. Abstand halten und links fahren. Die Trockenheit sorgt für enorme Staubfahnen hinter dem voraus fahrenden Wagen. Sichtweite höchstens zehn Meter. Also fünfzig Meter hinter dem Wagen vor uns.

Dann die zweite Übung. Bergauf- und bergabfahren im Gelände. Die BMWs machen uns die Arbeit leicht. Dank Elektronik, guter Bereifung fachmännischer Anleitung der BMW-Instruktoren Frank und Dieter lässt sich unser Zweitonner mühelos manövrieren. Für die meisten Teilnehmer ist die Lunte gelegt, das Eis gebrochen. Wer vorher noch ängstlich hinter dem Steuer saß, freut sich spätestens jetzt auf die nächste Lektion und die folgt am zweiten Tag. Jetzt ist erst mal Pause für die Autos angesagt. Die Besatzungen wechseln die Objektive und die Fahrzeuge zur ersten tierischen Erkundung des Umlandes.

Ein umgebauter Defender bietet Platz für ein Dutzend Neugierde in menschlicher Gestalt. Es lockt die Aussicht auf Nashörner, Giraffen, Gazellen und was sonst noch alles rund um die Ranch wohnt. Die Erinnerungen an Hagenbecks Tierpark werden kurzfristig gelöscht, jetzt folgt die Begegnung mit der echten afrikanischen Fauna. Und das bedeutet Augen auf, denn die meisten Tiere sind extrem scheu und bestens getarnt. Lediglich die Warzenschweine sind uns Besuchern ähnlich. Die Neugier verdrängt jede Vorsicht.

Der Spielplatz für den BMW X5
Der Spielplatz für den BMW X5

Schokolade heißt die Wunderwaffe, die eine kleine Familie zu uns lockt. Vater, Mutter und der Sohn. Breitmaulnashörner sind eher ruhige Naturen. Ob der blecherne Fremdling nebenan eine Bedrohung darstellt, scheint unwichtig. Die Fütterung lenkt das Interesse von den klickenden Kameras und den staunenden Menschen ab. Wir genießen den Anblick und die Ruhe, die von diesen Riesen ausgeht. Auch das ist Namibia.

Der zweite Tag begann mit einem königlichen Weckruf, Frühstücks-TV ohne Fernsehgerät und endete mit Flamingo-Ballet am Strand. Dazwischen zeigte sich die Namib von ihrer trockenen Seite und zeigte uns, dass die Wüste nicht nur auf der Leinwand lebt.

Guten Morgen, Ihre Majestät

Ja, das klingt nach Afrika. Morgens um fünf, vor dem ersten Kaffee, dem ersten Kontakt mit der Dusche und mit geschlossenen Augen vernehme ich den Chef persönlich.

Der Chef hat schlechte Laune
Der Chef hat schlechte Laune

„Ich bin wach, habe bestens geschlafen und bin bereit für den ersten Happen Frühstück und die obligatorischen Huldigungen meiner Untertanen.“

Was für ein Weckruf. Kein Klingeln, Rappeln oder Scheppern. Nein, ein Brüllen weckt mich. Beim Frühstück erfahre ich, dass keine hundert Meter hinter meinem Bett drei Löwen leben. Ein männliches Exemplar mit seinen beiden Schwestern verkündet jeden Morgen um Fünf das Ende der Nachtruhe. Am Ende unserer Reise werden wir Gelegenheit haben die drei Raubkatzen zu sehen. Ich werde dem König der Tiere vorschlagen, die Nacht zu verlängern. Vielleicht um zwei Stunden.

Abreise zur Rundreise. Nach einem sehr guten Frühstück, der Kaffee könnte besser sein, erwartet uns die Namib. Die älteste Wüste der Welt liegt auf dem Weg zu unserem Tagesziel Walvis Bay in der Nähe von Swakopmund. Rund 250 Kilomteter Staub, Felsen und Wüste liegen vor uns. Das heißt Sonnencreme, feste Schuhe und ausreichend Wasser im Gepäck.

Wer davon ausgeht, dass Wüste ausschließlich nur aus feinem Sand besteht, hat eindeutig zu oft Peter O’Toole in „Lawrence von Arabien“ gesehen. Die Namib, den Namen kann man mit „Ort, wo nichts ist“ übersetzen, ist rund 2.000 Kilometer lang, erstreckt sich mehr als 150 Kilometer weit ins Landesinnere und liegt an der Westküste Namibias.

Unser Weg führt uns schnurstracks durch das Nichts. Die Staubfahnen hinter dem vor uns fahrenden Auto liegen teilweise minutenlang auf der Piste. „Abstand halten“, lautet die Parole aus dem Funkgerät. Namibia zeigt sich heute von seiner ursprünglichen Seite. Keine Menschenseele, kein Tier und nur hier und da die bekannteste Pflanze der Namib die „Welwitschia mirabilis“ benannt nach dem Biologen Dr. Welwitsch.

„Strauss auf drei Uhr!“. Frank Ysenberg, führt die Kolonne an und erblickt den Laufvogel natürlich zuerst. Die Kameras werden gezückt, der erste Blick fällt auf die Uhr, wo ist die Drei. Dann der Blick durchs Fenster. Zu spät. „Wilde Tiere“, erklärt Ysenberg, „sind erstens scheu und zweitens bestens getarnt. Selbst in dieser flachen Einöde sind die meisten Bewohner der Namib kaum zu erkennen, geschweige denn zu fotografieren.“ Also Kamera auf dem Schoß, und Ausschau halten. Drei Uhr heißt rechts, neun Uhr links.

Dünen-Spaß in der Namib
Dünen-Spaß in der Namib

Pause mit Aussicht. Der „Spielplatz der Riesen“ liegt links neben der Schotterpiste. Die perfekte Kulisse für einen Fantasy-Film ragt in den unendlichen Horizont. Gewaltige Felsbrocken wirken hier mitten in dieser Einöde derart deplaziert, dass der Gedanke an Goliath gar nicht so abwegig ist.

Das Ziel der ersten Etappe ist erreicht. Die Küste Namibias begrüßt uns mit tiefen Wolken und dem Ort Walvis Bay. An der Tankstelle sorgen die X5 für einen mittleren Menschenauflauf. Namibias Strassen werden im Normalfall von japanischen Pickups oder verrosteten Golf II bevölkert.

Ein kurzer Rundgang durch den Ort weckt Heimatgefühle. Die deutschen Einwanderer haben hier ganze Arbeit geleistet. Bltzblanke Fasaden und saubere Strassen prägen das Stadtbild. Metzger, Bäcker und Souvenirläden sind auf Touriisten und deutschstämmige Einwohner fixiert.
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Miami Vice in Afrika. Flamingos soweit das Auge blickt. Unser Hotel direkt am Strand scheint eine Futterstelle der eleganten Vögel zu sein. Morgen werden wir per Motorboot die Küstenfauna besuchen. Angekündigt sind Robben, Delphine, Pelikane und Austern.

Der dritte Tag. Strand, dichte Wolken und einige hundert Flamingos, die von einem Mitarbeiter des Hotels gefüttert werden. Die Szene erinnert an einen Besuch im Zoo. Irgendwann stellt man dann fest, dass man entweder mitten im Gehege steht oder aber der Zoo keine Mauern, Gräben oder Zäune hat.

Nach dem Frühstück für die Menschen steht eine Hafenrundfahrt auf dem Programm. In Hamburg, Bremen oder Kiel stünden jetzt Frachter, Ladekräne und Kreuzfahrtschiffe im Mittelpunkt. Hier in Walvis Bay spielt sich das maritime Leben eher unter der Wasseroberfläche ab. Austernbänke, Robben, Delphine und sogar Haie leben hier und sorgen so für den Broterwerb der Einwohner. Unsere Tour im kleinen Motorboot führt uns einige hundert Meter hinaus. Dort, wo an alten Fässern die Austernkörbe hängen, statten uns die ersten Robben einen lebhaften Besuch ab. Unter ihnen der wohl bekannteste Charmeur der Welt. Casanova himself springt gekonnt auf die mittlere Sitzbank und genießt für einige Minuten die Show an Bord. Wer dem Bullen zu nahe kommt, lernt schnell und eindrucksvoll, dass roher Fisch als Hauptnahrungsmittel bestimmt sehr gesund ist, aber auch für extremen Mundgeruch sorgt. Knutschen mit dem legendären Frauenversteher macht da keinen Sinn.

Flipper, Miami und ein fliegendes Schreibgerät:

So schnell ist keine Kamera, eine digitale schon gar nicht. Die Hand zeigt in Richtung Steuerbord und die Objektive hinterher. Zu spät. Der Delphin war schneller und zu gut getarnt. Eine alte Autohupe ist nicht zur Hand, der schnelle Säger macht sich aus dem Staub. Schon nähert sich die nächste Attraktion. Pelikane haben unser Boot als Futterstelle ausgemacht. Im Tiefflug schnappen sie die vom Kapitän in die Luft geworfenen Fische. Kurze Zeit später hat sich die Fütterung auch bei den Flamingos herum gesprochen, die fliegenden Deko-Vögel essen zwar keinen Fisch, halten sich aber trotzdem gerne in der Nähe von Menschen auf.

Wo die See endet, beginnt meist ein Abenteuer. Runter vom Boot und rauf auf die Sandbank. Das Team um Frank Ysenberg hat einen kleinen Imbiss vorbereitet. Austern und Champagner. Die Schalen der Austern werden gleich auf dem Boden entsorgt. Hier liegen Tausende dieser Hüllen herum. Entweder BMW lädt hier mehrmals täglich zum Empfang oder die Schalen werden angeschwemmt. Nach kurzer Rast und Stärkung wartet der Sand auf uns. Die X5 sollen jetzt die Hauptrolle übernehmen.

Am Steuer macht sich beim Anblick der teilweise haushohen Dünen leichte Unruhe bemerkbar. „Kann der das überhaupt?“

„Ja, er kann. Die richtige Fahrweise vorausgesetzt. Immer schön langsam, vorausschauend fahren und die Spur halten. Wichtig: Auf der windabgewandten Seite ist der Sand wesentlich lockerer als auf der anderen Seite.“ Ysenberg voran, Reini hat das Ende der Karawane im Blick. Mit rund 25 Km/h nähern wir uns den ersten Erhebungen, dann geht’s berauf. Zuerst rund zehn Meter, dann wieder bergab. Der BMW hat kaum Mühe mit dem Gelände, der Fahrer schon eher. Bloß nicht stehen bleiben, zuviel oder zu wenig Gas geben. Wenn die Räder durchdrehen, hilft nur noch das Seil. Und dann passiert genau das. Der Bayer gräbt sich ein. Vorn und hinten geht nichts mehr. Reini naht, in Bergsteigermanier wird der gestrandete X5 angeseilt und mit einem Ruck aus der Falle gezogen. Die Prozedur dauert keine drei Minuten und wir lernen, dass vier Räder nicht besser sind als zwei, wenn der Fahrer nicht aufpasst.

Die Dünen steigen mit den Temperaturen. Bei 35 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 30 Prozent werden die Wasserflaschen zum wertvollsten Begleiter. Die X5 ziehen wie an der Perlenschnur gereiht durch den Sand. Dann wartet die nächste Aufgabe. Gemäß dem Motto „runter kommen sie immer“, stehen die SUV vor einem Abhang. Das ungeübte Auge schätzt den Weg zum sicheren Ende auf etwa hundert Meter, später korrigieren wir uns auf knapp die Hälfte. Trotzdem, der Winkel ist beachtlich und die Insassen hinter dem Lenkrad erwarten von Frank Ysenberg beruhigende Worte. „Langsam an die Kuppe anfahren, dann mit den Vorderrädern über die Kuppe und den Wagen bergab rollen lassen. Nicht bremsen oder beschleunigen. Der Wagen rutscht auf dem Sand bergab, unten dann ein wenig bremsen aber nicht stehen bleiben. So und jetzt der erste Wagen los.“

Der erste Wagen lugt über die Kuppel, nimmt seinen ganzen Mut zusammen und beschleunigt. Die Hinterräder rollen hinterher, der Neigungswinkel des X5 passt und die Fuhre rollt ins Tal. Unten leuchten die Bremsleuchten kurz auf, dann beschleunigt der Wagen kurz und setzt seine Fahrt unbeschadet fort. Super. Die Furcht vor der Höhe ist genommen. Wir erinnern uns an den ersten Sprung vom 10-Meter-Brett im Freibad. Nachher kann man nicht genug bekommen.

Es folgen zwei Stunden Sandkastenspiele. Eine Runde bergab, bergauf und immer schön langsam. Mit Schwung auf die Düne, mit Ruhe wieder runter. Der X5 zeigt sich von seiner bodenständigen Seite. Auf der Autobahn oder in der Stadt ist der Verkaufsschlager von BMW eher der trendige Edel-SUV, hier im Gelände zeigt er sein anderes Gesicht.

Wir satteln die X5 und brechen in Richtung Osten auf. Die dichte Wolkendecke hebt nicht gerade die Stimmung. Deutsche November-Abende sind nicht besser. Bereits gegen fünf Uhr wird es dunkel, die Regenwolken hängen dicht über den Dächern. Frank Ysenberg erzählt, dass die Gegend um Swakobmund eigentlich immer unter einer Wolkendecke liegt, Regen aber ausgesprochen selten fällt. So malerisch die Kulisse in dieser kleinen Hafenstadt auch sein mag, die Sonne fehlt hier irgendwie.

Plattfuss in Namibia:

Nein, Bud Spencer werden wir nicht treffen. Der italienische Schauspieler wird sich hüten, hier umher zu laufen. Das zur Zeit ausgetrocknete Flussbett des Omaruru ist nicht sehr einladend. Links und rechts liegen große Felsbrocken, unter jedem Stein kann ein Skorpion oder eine Schlange lauern und die Reifen unserer X5 sind nur mit minimaler Befüllung zu nutzen. Deshalb Luft raus und mit halbem Plattfuss Richtung Nordosten.

Nach einer Stunde Schotterpiste (B2) mit teilweise abenteuerlich rasenden Minitrucks auf der Gegenseite, biegen wir rechts ab und sehen am Horizont den blauen Himmel. Die nächsten Kilometer versprechen eine weitere Nuance der namibischen Geographie. Die karge Landschaft ist der beste Kontrast zur lebhaften Küste, die wir eben noch verlassen haben. Jetzt liegt das trockene Flussbett vor uns und wird die nächsten Stunden die Kulisse für unsere Fahrt zu den Felsen der Erongo Berge sein.

Auf halbem Weg kreuzen zwei Esel die Piste oder besser den Pfad. Kurz danach tauchen Ziegen auf, ein paar Hunde bellen um die Wette und verteidigen ihr Revier. Ein junger Mann ruft die Hunde zurück und schaut den grauen und blauen Autos zu, die rumpelnd an den kargen Hütten vorbei fahren. „Hier leben Menschen, die von Viehzucht und der Natur leben. Geld ist hier nicht wichtig.“ Frank Ysenberg sagt das zwar so nebenher, aber die Vorstellung, hier zu leben, ist wahrscheinlich für jeden von uns eher befremdlich. So ganz ohne Geld.

Wir erreichen die Ranch. Oder besser die Oase. Direkt an eine gigantische Felswand gebaut, erweckt sie den Eindruck, man könne hier Schutz vor der Wildnis finden. Dabei liegen auf der Felswand jede Menge großer Felsbrocken, die sofort an Wildwestfilme oder Cartoons erinnern. Karl der Coyote wartet oben auf den Roadrunner, um ihm dann den Felsbrocken auf den Kopf zu werfen. Ein Holzstock als Hebel genügt und die riesige Kugel rollt ins Tal. Im Comic hat der Brocken stets den Coyoten erwischt. Hier liegen die Kugeln seit Ewigkeiten dort oben und ein Koyote ist nicht in Sicht.

Die Bungalows sind geräumig und – wie bei unserer ersten Übernachtung – mit einem großen Panoramafenster ausgestattet. Das Frühstücks-TV ist gerettet. Die Sicht auf das Tal vor uns ist beeindruckend und man erwartet förmlich, dass jeden Moment ein Elefant, Leopard oder zumindest eine Gazelle zu Besuch kommt. Leider haben die Tiere kein Interesse an uns. Vielleicht, weil sie wissen, dass wir heute abend ein köstliches Kudu-Steak essen werden.

Schon vor dem Essen geht die Sonne unter. Frank Ysenberg lässt die Autos waschen und dann führt er den Treck zu einem Aussichtspunkt gut fünf Kilometer entfernt. Das Plateau ist auf Besuch vorbereitet, der schmale Weg nach oben von zahlreichen Autos bereits gut erkennbar ausgefahren. Oben erwartet uns ein grandioser Ausblick. Deutsche kennen das nur von Urlaubsfotos. Die Kameras werden gezückt, Mobiltelefone auf das Farbenspiel vorbereitet. Und weil die Natur auch ein Herz für kommunikative Menschen hat, klingeln gleich die ersten Handys. Der Empfang hier oben ist besser als in manchem Hotel.

Die kommenden Minuten sind geprägt von Stille und Neugier. Ein Sonnenuntergang in Namibia ist selbst für weit gereiste Journalisten ein besonderes Erlebnis.

Unser letzter Tag in Namibia startet um fünf Uhr mit Sonnenschein, einer grandiosen Aussicht aus dem Bett und dem besten Kaffee zum Frühstück. Die X5 werden noch einmal geputzt und für ihren finalen Einsatz in Schuss gebracht. Dann gegen 10.00 Uhr machen wir uns auf in Richtung Okapuka-Ranch. Die erste Etappe führt uns entlang des Erongogebirges, dessen höchste Erhebung, der Erongoberg, mehr als 2.300 Meter hoch ist. Das gesamte Gebiet ist ein Vulkankegel, das in Privatbesitz verwaltet wird und weltweit bekannt wurde durch seine spektakulären Felsmalereien. Spezialisten schätzen das Alter der Kunstwerke auf über dreitausend Jahre. Die Farbe für die Zeichnungen ist eine Mischung aus Urin und Blut.
Namibia-X5-Titel
Die bayrische Karawane zieht weiter, die Landschaft zeigt sich von ihrer rauhen Seite. Die Dornenbüsche sind selbst für die X5-Bereifung gefährlich. Es fällt schwer, die Orientierung zu halten, ohne Satelliten-Navigation wäre die Tour hier mitten im Busch eine heikle Angelegenheit. Die Tierwelt ist bestens getarnt und nur per Zufall oder durch ein geübtes Auge erkennbar. Und genau ein solcher Zufall beschert uns einen beeindruckenden Anblick. Eine Herde Giraffen, neun Tiere insgesamt, bewegt sich an uns vorbei. Nahezu lautlos und durch ihre Zeichnung im Fell kaum zu erkennen, zieht der Verband etwa fünfzig Meter vor unserer Motorhaube entlang. Beeindruckend, wie elegant und lautlos diese bis zu fünf Meter hohen Paarhufer aus unserem Blickfeld verschwinden.

Die letzte große Prüfung für Mensch und Maschine. Ein Felsplateau erwartet uns. Was auf den ersten Blick keine Herausforderung ist, entpuppt sich später als harte Nummer. Der Untergrund besteht aus sehr brüchigen Steinplatten, Reifenspuren sind nicht erkennbar und tiefe Löcher oder Mulden tauchen ohne Vorwarnung auf. Wir bewegen uns im Schneckentempo vorwärts, jedes Aufsetzten mit dem Unterboden kann den Wagen ernsthaft beschädigen. Jeder Meter vorwärts will genau überlegt sein, eine eindeutige Route ist nicht auszumachen. Hundert Meter Strecke bedeuten gute fünfzehn Minuten Fahrzeit. Der X5 erledigt seine Arbeit wie gewohnt ausgezeichnet, die Fahrer erleben den Dynamiker aus Bayern als ruhigen und auch auf diesem Parkett souveränen Wagen.

Fütterung. Bevor wir uns dem letzten Mahl in Namibia hingeben, dürfen wir den König Afrikas bei seiner Speisung bewundern. Sie erinnern sich, unser Wecker gibt sich die Ehre. Wir treffen ihn zusammen mit seiner Schwester, einträchtig mit frisch gekämmter Mähne und einem Ausdruck an Zufriedenheit, wie ihn nur ein wohl genährter Löwe ausstrahlen kann, sitzt der Chef neben seiner Schwester und genießt. Wir zücken die Kamera, bestaunen die Hingabe, mit der die Löwin ihr Futter bearbeitet und freuen uns auf den kommenden Morgen. Um fünf Uhr brüllt er wieder. Und zwei Stunden später sitzen wir wieder im Flugzeug Richtung Deutschland. Im Gepäck mehrere hundert Fotos, Sand in den Schuhen und einem ganz neuen Bild des BMW X5. Namibia hat viele Gesichter. Wir haben uns einige angesehen, viel erlebt, gelernt und genossen.

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Alle Informationen zu den Trainings (Preise, Termine) finden Sie auf der Website von BMW: www.bmw.de/fahrertraining

Hier der Link zur Okaouka-Ranch: www.natron.net/okapuka

Hier der Link zur offiziellen Namibia-Tourist-Website: www.namibia-tourism.com

Text: Ralf Bernert
Fotos: BMW und Ralf Bernert