Rinspeed Snap: Huckepack in die Zukunft

Rinspeed Snap: Huckepack in die Zukunft. Aus der Schweiz, genauer aus Zumikon bei Zürich, rollen immer wieder spannende oder auch kuriose Automobile auf die Bühnen diverser Auto- oder Hightech-Messen. Für die nächste CES in Las Vegas hat sich die Ideenschmiede wieder etwas sehr Interessantes ausgedacht.

Zuerst denkt man an einen Trailer mitsamt Zugmaschine. Oder einen Wohn-Container des Jahres 2020. Aber Frank Rinderknecht, Gründer und Chefdenker bei Rinspeed, sieht im Projekt „Snap“ einen anderen Ansatz.

Rinspeed Snap: Huckepack in die Zukunft. Skizze: Rinspeed

Rinderknecht teilt das Auto in zwei Komponenten. Die komplette Technik, also Antrieb, Fahrwerk, Chassis plus die komplette IT-Technik befindet sich im „Skateboard“, der Aufbau „Pod“ sitzt darüber und kann komplett getrennt werden. Die Zeichnung zeigt, wie es gehen soll.

Rinspeed Snap – Weit mehr als nur ein Aufbau

Der Grund für die Trennung von Oben und Unten erklärt Frank Rinderknecht durch die unterschiedliche Entwicklungszyklen. Für Rinderknecht müssen beide Teile nicht fest verbunden bleiben. Das Prinzip Chassis und Karosserie plus Innenleben, ist unterschiedlichen Lebenszyklen unterworfen. Während das Chassis teilweise nach einigen Monaten bereits mit neuen Entwicklungen ausgestattet werden muss, kann der Aufbau über Jahre hinweg unverändert genutzt werden. Für Großserienhersteller ist das Thema Entwicklungszyklus bisher kein Problem. Seit aber moderne Fahrzeuge mit immer mehr IT-Komponenten ausgestattet werden, stellt sich die Frage, wie schnell man neue Technik in aktuelle Fahrzeuge einbinden kann. Das Thema Software-Update mag per Vernetzung kein Thema mehr sein, aber die Hardware-Entwicklung muss mit der Software mithalten können und genau das ist ein Problem.

Aus der Vergangenheit des Automobiles kennen wir bereits die Trennung von Chassis und Aufbau. In der Frühzeit des Autos, bis in die 40er Jahre wurde von vielen Autoherstellern lediglich das Chassis geliefert, den Aufbau orderte der Kunde beim Karossier. Diese Trennung machte damals vor allem beim Luxusfahrzeugen noch Sinn. Der Kunde konnte die „Inneneinrichtung“ und die Karosserie-Form direkt mit dem Spezialist absprechen. Heute sind solche Konstruktionen kaum vorstellbar, erstens, weil es kaum noch unabhängige Karosserie-Spezialisten gibt und zweitens, weil die Hersteller komplette Autos bauen und verkaufen wollen.

Frank Rinderknechts Idee des modularen Automobils beschäftigt sich nicht nur mit dem Thema Technik und deren zeitnahe Updates. Während das „Skateboard“ nach einigen Jahre komplett recycelt wird, kann das „Pod“ über Jahrzehnte genutzt werden, auch weil es aus langlebigen und sehr hochwertigen Materialien besteht.

Skizze: Rinspeed
www.rinspeed.ch

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