Pirelli Kalender 2018 – Black People im Hasenbau

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Pirelli Kalender 2018 – Black People im Hasenbau

Der verrückte Hutmacher, die Herzkönigin plus Herzkönig, die Haselmaus und jede Menge schräge Figuren. Der neue Pirelli Kalender ist das Schlüsselloch in eine verrückte Welt, zu der man keinen Eintritt zahlen kann. Entweder man ist drin oder eben nicht.

Pirelli Kalender 2018: 7-SEAN_DIDDY_COMBS,_NAOMI_CAMPBELL – Foto: Tim Walker

Es gibt eine Frage, die man im Zusammenhang mit dem Pirelli-Kalender nicht stellen sollte. „Wo kann ich den Kalender kaufen?“ Nirgendwo. Zumindest nicht die jeweils neueste Ausgabe. Er wird vergeben. Wie ein Award. An Freunde des Hauses Pirelli. An besonders gute Freunde. Deshalb zeigen wir an dieser Stelle auch nur einen Teil des Werkes aus der Hand des britischen Fotografen Tim Walker. Denn wer keinen bekommt, kennt vielleicht jemand, der einen hat.

Drei plus 18, das Team rund um Tim Walker, den Fotografen, hat ganze Arbeit geleistet. 28 Aufnahmen sind entstanden. In 20 unterschiedlichen Sets. Das Ganze ergibt keine Kollage, keine Bildgeschichte. Das Ganze ist eine Idee, in Bildern erzählt, inszeniert und unseren Augen überlassen. Die Grundlage: John Tenniel´s Illustrationen von Lewis Caroll´s „Alice im Wunderland“ aus dem Jahr 1865. Und nun, 152 Jahre später, neu inszeniert und interpretiert.

Shona Heath und Edward Enninful haben mit Tim Walker eine Welt in Bildern erschaffen, die einem Theaterstück gleicht. Surreal, märchenhaft, absurd und faszinierend zugleich. Einerseits weitab von Kitsch der üblichen Filme zum Buch von Lewis Carrol. Die Farbe Schwarz spielt eine ganz eigene Rolle. Der weiße Hase ist bei Walker ein schwarzer Hase. Rote Rosen sind nicht mehr rot. Überhaupt spielen Farben eine wichtige Rolle in Walker´s Wunderland. Man kann ihnen nicht trauen, denn sie verbreiten eine Nachricht. Alles läßt sich auf den Kopf stellen und es behält trotzdem seine Wirkung.

Pirelli Kalender 2018 – Pirelli und die Kunst

Dass Walker und seine beiden Mitstreiter die komplette Geschichte rund um Alice´ Welt auf 28 Aufnahmen konzentriert und vor allem jede Szene in einen engen Rahmen presst, mag so wunderlich wie die Geschichte von Lewis Caroll sein, ist aber genau deshalb eine Hommage an die Erzählkunst John Tenniel´s und die Macht der Illusion. Abgesehen davon schlägt Walker ein neues Kapitel in der Geschichte des bekanntesten Kalenders der Welt auf.

Als 1964 der erste Pirelli-Kalender das Licht der Welt erblickte, Robert Freeman war der erste Fotograf, war die Laufrichtung des Werkes eindeutig definiert. Pirelli wollte ein Kunstwerk schaffen, das nicht nur nachhaltig wirkt, sondern auch einzigartig in seiner Strahlkraft ist. The Cal, so wird der Kalender genannt, sollte niemals über den Ladentisch gehen. The Cal kommt zu dir. Wie ein Geschenk, eine Aufmerksamkeit für Freunde. Der Paketzusteller klingelt und du weisst, heute ist ein besonderer Tag. Vielleicht sieht man auch deshalb den Kalender nur an ganz speziellen Orten. Wer ihn hat, platziert ihn.

Dass die Idee zu „The Cal“ so erfolgreich ist, hat viele Gründe. Die Auswahl der Fotografinnen und Fotografen, die Modelle, die Inszenierung und sicher auch die Konsequenz, mit der die Qualität des Kalenders produziert wird. „Häng diesen Kalender nicht einfach an die Wand. Stell´ die Wand hinter den Kalender.“ Von Anfang an wollte man bei Pirelli weit mehr als nur Datumsanzeige plus Fotos produzieren. Es ging auch immer die Themen Zeitgeist, Gesellschaft und Kunst. Dass dabei regelmäßig Grenzen markiert, überschritten und profiliert wurden, liegt auf der Hand.

Der Reifenhersteller Pirelli hat sich bei den einzelnen Werken ausgesprochen sensibel verhalten. Man muß lange stöbern, bevor man Reifen oder gar den Namen Pirelli in einem der Kalender findet. In den 80er Jahren tauchen Reifenprofile in einzelnen Fotos auf, Helmut Newton ist bisher der einzige Künstler, dem es gefallen hat, dass der Schriftzug Pirelli plus Produkt in seinen Aufnahmen zu sehen ist.

Pirelli Kalender 2018 – Jamaika ist überall

Und die Zeit, die Epochen, die Trends? Wer sich die Mühe macht und alle bisher erschienen Kalender gesammelt und angeschaut hat, wird sich wundern. Oft genug spiegelt sich der Zeitgeist in den Fotos, und dann sind da die Brüche. Herb Ritts zum Beispiel. Er unternahm eine Zeitreise. Der Kalender im Kalender. Angefangen bei der Belle Epoche bis zu den High Tech 90s. Oder Francis Giacobetti, er lies uns 1971 von Jamaika träumen und wußte nicht, dass man 46 Jahre später hierzulande Jamaika als Synonym für eine Spielshow hält.

Wie auch immer, The Cal, ist ein Werk ohne Ende. Wer sich die Kindheit, die Jugend, die Pubertät und die Reise in die Zukunft des Pirelli-Kalenders anschauen will, greift ins Buchregal oder in die Tasten. Der Taschenverlag hat ein echtes Sammlerstück zu Pirelli´s schönsten Seiten heraus gegeben. Hier die Infos zum Buch: 50 Jahre Pirelli Kalender.

Ein paar Zahlen und Fakten:
40 Ausgaben (inklusive 2013) wurden von von 34 Fotografen realisiert. Acht davon zeichnen für jeweils zwei Ausgaben verantwortlich: Harry Peccinotti (1968 und 1969), Francis Giacobetti (1970 und 1971), Clive Arrowsmith (1991 und 1992), Herb Ritts (1994 und 1999), Richard Avedon (1995 und 1997), Peter Lindbergh (1996 und 2002), Bruce Weber (1998 und 2003) sowie Patrick Demarchelier (2005 und 2008).

Und jetzt lassen wir sie alleine. Alleine mit Farben, Formen, Emotionen und noch mehr Infos zu The Cal 2018.

Und hier noch ein paar Infos zum Thema Pirelli-Reifen:

Fahrbericht McLaren 570 S Spider
Fahrbericht Pirelli Wnterreifen

Fotos: Tim Walker für Pirelli

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