Pirelli Cyber Car – Phase Zwei

Pirelli Cyber Car – Phase Zwei. Vor einem Jahr zeigte Pirelli auf dem Genfer Salon den Connesso. Ein Reifen mit Chip und drahtloser Kommunikationsleitung zum Fahrzeug. In der ersten Stufe zur Nachrüstung. Jetzt legen die Italiener nach und erweitern ihr Programm.

Wer liefert was? Pirelli liefert im Rahemn seiner Perfect Fit Strategie den Reifen der Zukunft inklusive Prozessor

Auf dem Messestand in Genf ging es bunt zu. Pirelli hat seine Color Edition, also jene Reifen, die Farbe ins Spiel bringen. Rote, gelbe, blaue oder weiße Streifen auf der Flanke. Wie im Formel-1-Zirkus, wo man dank der Farbstreifen die Charakteristik des Reifens identifizieren kann.

Der neue McLaren Senna wird sicher auch mit Reifensensorik von Pirelli mit wichtigen Daten versorgt.

Direkt daneben, das Thema Zukunft. Cyber Car. Das andere Ende der Pirelli-Platte. Auf der einen Seite Pirellis für den Klassiker und direkt gegenüber das Maß der Zukunft. Der Reifen spricht mit dem Fahrzeug und das Fahrzeug spricht mit dem Fahrer. Der direkte Draht zur Strasse. Früher war der Popmeter und die sensible Hand am Volant das Warnsystem, wenn etwas mit dem Reifen, der Traktion oder dem Fahrwerk nicht stimmte. Nun kommt die nächste Dimension daher.

Pirelli Cyber Car – Augen auf

Genau so wie beim Connesso, werden verschiedene Reifendaten per Sensorik erfasst und über die Pirelli-Cloud direkt an das Fahrzeug und das Smartphone des Fahrers gesendet. Connesso war die Nachrüstlösung, Cyber Car ist nun die Variante zur Erstausrüstung. Im Grunde hat Pirelli mit einzelnen Herstellern die Zusammenarbeit zwischen Reifen und Auto koordiniert und in absehbarer Zeit sollen dann die ersten Fahrzeuge mit den neuen Pirellis ausgeliefert werden.

Was genau macht der Reifen mit dem Auto. Er liefert, er kommuniziert, er hält die Augen auf, er misst und rechnet. Und dann schickt er Daten. Luftdruck sowieso. Profiltiefe und Temperatur werden permanent gemessen. Die Reifen-ID, also der Reifenpass wird dem Fahrzeug mitgeteilt, damit es sich auf den Reifen einstellen kann. Außerdem wird das aktuelle Fahrzeuggewicht ermittelt und an die Steuerelektronik gesendet. All diese Daten verwertet das Fahrzeug, es richtet sich im Grunde mit diesen Daten noch genauer ein.

Die App zum Reifen. Pirelli liefert nicht an den Wagen, sondern auch den Fahrer.

Im Falle eines Druckverlustes, deutliche Verringerung der Profiltiefe oder außergewöhnlich hohen Reifentemperaturen, greift das Bordsystem des Wagens direkt in sicherheitsrelevante Systeme wie ABS oder die Traktionskontrolle ein. Der Wagen wird also durch die Sensorik seiner Pirellis noch sensibler, noch schlauer und dadurch auch sicherer.

Pirelli Cyber Car – Das Bindeglied

Was kommt danach? Pirelli nennt es die „Perfect Fit Strategie“ und die soll in den nächsten Jahren die Arbeit der Sensoren im Reifen ständig ausweiten. Der Reifen als einziger Kontakt zur Strasse und damit das einzige Bindeglied zwischen Fahrbahn und Fahrzeug soll seine Informationen noch schneller und vor allem noch sensibler aufnehmen und schnellstens an die Steuer-Geräte des Fahrzeugs leiten. Dass hierbei auch das Thema „Automatisiertes Fahren“ eine wichtige Rolle spielt, liegt auf der Hand.

Das auf dem Salon Genf 2018 vorgestellte System kann vermutlich Ende diesen Jahres schon auf unseren Strassen unterwegs sein, wobei Pirelli und die betreffenden Autohersteller noch keinen festen Zeitpunkt nennen wollen. Die Abstimmung zwischen Reifen und Fahrzeug recht komplex, es geht eben nicht nur um einen Datentransfer, sondern auch um die Nutzung dieser Daten durch das Fahrzeug.

Fotos: Pirelli

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