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Audi A8 – Irgendwie anders

Audi A8 – Irgendwie anders Ein paar Jahre hat´s gedauert. BMW und Mercedes haben ihre dicken Dinger schon lange gezeigt. Jetzt ist … weiter....

Aston Martin DB11 Volante: Wiedersehen mit dem Himmel

Aston Martin DB11 Volante: Wiedersehen mit dem Himmel. Natürlich ein Volante. Kein Spyder, kein Roadster, nein, ein Volante. Das Stoffdach als Relikt, dessen feine Nähte niemals in die Nähe eines James Bond geraten darf. Der Volante ist zu sehr Urlaub, zu sehr Sonne und zu sehr Entspannung.

Foto: Aston Martin

Der DB11 als Coupé ist schon eine feine Nummer. Vor allem der V12 unter der Haube, ein Sahnestück bester Manier. Wenn auch mit BiTurbo als Antreiber. Dafür mit exzellentem Getriebe und immer noch dem Wasserfall, getarnt als Mittelkonsole. Den über-feinen Handschmeichler als Start-Helfer haben sie nicht mehr dabei. Wer das will, greift zum V12 Vantage S Roadster mit Handschalter oder Automat.

Fahrbericht Aston Martin V12 Vantage S Roadster

Zurück zum DB Volante. Aston Martin schreibt, dass der Volante ab sofort bestellt werden kann und in Deutschland 199.000,00 Euro kosten soll. Ausgeliefert wird im Frühjahr 2018.

Die Technik ist mit der des DB Coupé identisch. Also V8 Twinturbo, 4.0 Liter Hubraum, 510 PS, 8-Gang Automat mit Paddel, 675 Newtonmeter, in rund vier Sekunden bis Tempo 100 und bei ungefähr 300 km/h ist dann auch Schluß mit dem Vortrieb.

Viel mehr können wir im Moment auch nicht aufschreiben. Das Video oben zeigt ein paar Eindrücke und läßt auch den V8 mal ein wenig singen.

Fahrbericht Aston Martin DB11 Coupé V12
Fahrbericht Aston Martin V8 Vantage N430
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Fahrbericht Aston Martin Virage
Fahrbericht Aston Martin Rapide S
Fahrbericht Aston Martin V12 Vantage S Coupé

Fotos und Video: Aston Martin

Fahrbericht McLaren 570S Spider: Das Gelbe vom Auto

Fahrbericht McLaren 570S Spider: Das Gelbe vom Auto. Der 570S Spider ist ein offenes Versprechen, eine Ansage aus Woking und vor allem weit mehr als nur ein weiterer McLaren. Man entfernt das kleine Dach über sich und läßt den V8 in die Fahrerkabine. Auf das es grollen möge.

Fahrbericht McLaren 570S Spider: Das Gelbe vom Auto. Foto: Pirelli

Den 650 S Spider hatten wir schon in Händen. Den 675LT Spider leider nicht und den 650 S Can-Am Spider werden wir wohl nie fahren, dafür vielleicht bald den 720S als Spider. Und nun den 570 S Spider. Aus der Sport Series. Also die Modelle, die man täglich in die Finger nimmt, die Alltagsautos aus Woking. Mindestens 208.975,00 Euro, plus Extras und den Bonus für die ganz besonderen Gimmiks bei MSO, der Spezialabteilung von McLaren. Einsteigen, wie immer, dann den Hebel ziehen und die frische Brise strömt hinein. Die kleine Glasscheibe hinter den Köpfen bleibt oben, auf das der Scheitel nicht leide.

Unser 570S Spider ist gelb, Sicilian Yellow um genau zu sein. Pirelli hat uns den Wagen zur Verfügung gestellt. Wir sollen mal ausprobieren, wie sich der McLaren mit nagelneuen P Zero anfühlt. Und dann ist da noch das Thema Ästhetik. Die Pirelli Color Edition verwandelt den Pneu per Farbstreifen in ein Unikum. Alles ist möglich, es lebe der Streif am Horizont der schwarzen Schuhe des Briten. Hauptsache farbig, Hauptsache Traktion, also Sicherheit, Dynamik und Komfort. Und das alles im besten Verhältnis. Unser 570S Spider sitzt auf weiß gestreiften Pirellis, die Tour vom Tegernsee nach München steht an. Es lebe der Regengott, denn der ist heute im Urlaub.

Der Brite soll uns zeigen, was er auf Landstrassen, der Autobahn und im Stau so drauf hat. Den Stau haben wir nicht eingeplant, er war plötzlich da und hinter uns beäugt die Besatzung einer Limousine, wie sich das Dach des McLaren erst leicht hebt, dann nach hinten schwebt und schließlich unter einem Deckel verschwindet. Wir sitzen im Freien und der V8 plus Turbolader brummelt vor sich hin. Wir simulieren im Grunde den Alltag in einer grösseren Stadt. Ampel-Hopping, nur dass die Abstände zwischen den Stopps ein wenig kleiner sind. Genau hier freut man sich über ein Getriebe ohne Kupplungspedal. Der Insulaner steht da und verschönert den Stau.

Fahrbericht McLaren 570S Spider – Mach´s gut Stau

Irgendwann ist dann mal gut. Rumstehen auf vier sauteuren Italienern ist irgendwie dekadent. Vor uns lichtet sich das Feld, wir sehen die Landschaft am Ende des Tunnels. Kurven, Geraden, mal bergab, mal bergauf. Wer sich in einen McLaren hinter´s Steuer setzt, gibt ein Versprechen ab. Laufen lassen, die Zügel liegen in den Händen, reiben sich darin und sind doch frei. Die 570 PS werden zur Nebensache, die ganze Technik wird zur Möglichkeit. Dass da ganze Herden an Technikern jahrelang an jeder nur erdenklichen Schraube gedreht haben, dass unzählige Steuerbefehle in C++ geschrieben, gelöscht und optimiert wurden. Who care´s. Der Zweisitzer ist so gelb wie eine Sonnenblume, nur dass man dieses Gewächs kaum pflücken kann. Da sind sie wieder, die 570 PS.

Fahrbericht McLaren 570S Spider: Das Gelbe vom Auto. Das Lenkrad ist frei von Schaltern und Knöpfen, dafür liefert das Display mehr als nur Farben und Grafiken.
Foto: Pirelli

Aufsaugen und wieder ausspucken. Kurven werden abgefrühstückt, vorne rein, hinten wieder raus. Würde man den Briten auf zwei, drei Zentimeter schrumpfen und verschlucken, er würde sich in den Dünndarm verlieben. Nur dort ist die Natur des McLaren, eines jeden McLaren, so richtig ausgeprägt. Er ist im Gunde der Feind des einfachen geradeaus, auch wenn man einmal den unwiderstehlichen Drang nach vorn erlebt haben sollte. Bis 328 soll die Reise gehen, später lernen wir, mal wieder, dass der Gelbe das auch kann.

Aber zuerst die Kür, das hinter anderen Autos herfahren, das Lauern, Warten, die Zunge fährt über die Lippen, immer wieder der Blick links am Vordermann vorbei. Kommt das was und was sagt das Tempolimit? Man könnte locker mit 180 durch die Gegend laufen, aber der Kopf spielt da nicht mit.

Und dann geht doch was, die P Zeros greifen sich den Asphalt, halten fest und der Spider stürzt sich auf den Vordermann, rennt links vorbei, dann wieder rechts rein. Und die nächste Kurve möchte fast das Weite suchen, weil da was auf sie zukommt. Die Bremsen erklären den Reifen , das da nun eine Entschleunigung kommt und das die nichts mit Yoga oder Ayurveda zu tun hat. Es geht um Präzision und Handwerk. Jede Rille, jeder Millimeter im Profil der Pirellis ist gefordert und liefert. Exakt. Der McLaren rennt durch die Kurve und wieder hinaus. Schnell, sauber, todsicher.

Fahrbericht McLaren 570S Spider: Das Gelbe vom Auto. Gelb und Saftig. Der 570S Spider in Sicilan Yellow auf einer bayrischen Wiese. Foto: Ralf Bernert

So geht das bis zur Autobahn. Der Junge aus Woking ist jetzt heiß. Die Kolben auf Vollgas getrimmt, die Turboräder in Hochform. Der Beschleunigungsstreifen war noch nie so kurz und der Rückspiegel ist leer, wirklich leer. Kein Limit, die Kurven offen. Vorn langweilen sich ein paar LKW. Der 570S schiesst vorbei wie eine Gewehrkugel, die LKW sind Fliegen im Rückspiegel. 250 kommt so schnell und wird von 280 abgelöst. Der Engländer wird zum Blitz. 300. Noch mehr, 315, 320. Dann lesen wir 120. Ende.

Pirelli P Zero World

Nach drei Tagen rennt die Erinnerung an den Alltag im McLaren noch immer durch die Windungen des Hirns. Sogar der Stau ist dabei. Man lernt, dass auch ein Supersportler keine permanente Hektik verbreitet und dass der Hintermann das Heck des Briten ausgiebig fotografieren kann. Stopp and Go ist in einem Handschalter-Wagen wesentlich nerviger. Ein- und Aussteigen ist nur dann ein Problem, wenn man kreuzlahm, übergewichtig oder aktives Mitglied einer NBA-Mannschaft ist. Das gilt übrigens für alle Supersportler.

Der 570S ist derzeit der einzige Spider im Angebot. Man darf aber mit dem 720S rechnen. McLaren hat das Spiel mit den limitierten Serien verstanden. Der 675LT als Spider war ruckzuck ausverkauft. Den 570S kann seit August kaufen. Optionen bezüglich Sitze, Farben und Ausstattung sind, wie bei allen anderen Modellen, in allen Varianten machbar. Für die ganz speziellen Kundenwünsche steht die Mannschaft von MSO, McLaren Special Operations, bereit.

Die „bunten“ Pirellis sucht man sich direkt beim Hersteller aus. In München wurde kürzlich die „P Zero World“ eröffnet. Dort kann man sich nicht nur die Farbe der Streifen aussuchen und mischen lassen, man findet dort auch ein Team, das zu wirklich allen Fragen rund um das Thema Hochleistungsreifen eine interessante Antwort liefert.

Fahrbericht McLaren 570S Coupé
Fahrbericht McLaren 540C
Fahrbericht McLaren 650S
McLaren MSO

Fotos: Pirelli / Ralf Bernert

Technische Daten (Laut Hersteller)
Motor: V8 Doppelturbo
Position: Mittelmotor
Hubraum: 3,799 ccm
Leistung: 419 kW / 570 PS bei 7.500 U/min
Drehmoment: 600 Nm bei 5.000 bis 6.500 U/min
Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 7-Gang SeamlessShift
Bremsen: Karbon-Keramik

Maße:
Länge: 4.530 mm
Breite (ohne Spiegel): 2.095 mm (1.930 mm)
Höhe: 1.202 mm
Radstand: 2.670 mm
Leergewicht: 1.498 kg (alle Flüssigkeiten plus 90 Prozent Kraftstoff)
Trockengewicht: 1.359 kg
Kofferraum: vorn 150 Liter / bei geschlossenem Dach hinten: 50 Liter

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 3,2 Sekunden
0-200 km/h: 9,6 Sekunden
Top Speed: 328 km/h , offenes Verdeck: 315 km/h
Verdeck öffnen/schliessen: 15 Sekunden bis Tempo 40 km/h

Verbrauch kombiniert: 17,2 l/100 km
CO2 kombiniert: 249 g/km
Preis in Deutschland ab: 208.975,00 Euro

Audi A8 – Irgendwie anders

Audi A8 – Irgendwie anders

Der Audi A8 - schick, elegant und mit allerlei IT-Technik ausgestattet.
Der Audi A8 – schick, elegant und mit allerlei IT-Technik ausgestattet.

Ein paar Jahre hat´s gedauert. BMW und Mercedes haben ihre dicken Dinger schon lange gezeigt. Jetzt ist Ingolstadt an der Reihe. Das Flaggschiff feiert Stapellauf, Jungfernfahrt und Order-Start. Wir zeigen mal, was man sich vom Verkäufer einmal genauer erklären lassen sollte.

Audi A8 - Das Cockpit wird zur digitalen Schaltzentrale. Zwei grosse Monitore stehen zur Verfügung, plus Sprachsteuerung und Online-Management.
Audi A8 – Das Cockpit wird zur digitalen Schaltzentrale. Zwei grosse Monitore stehen zur Verfügung, plus Sprachsteuerung und Online-Management.

Mit dem V8 von Audi fing es eigentlich an. Der Allradantrieb war die grosse Nummer. Endlich konnte man mit einer grossen Limousine bei Regen den Fuß auf dem Gaspedal lassen. Dann kam der erste A8, 1994 war das. Der A8 hatte Allrad und eine Alu-Karosserie, die nicht rostet und im Vergleich zur Stahl-Karosse leichter ist. BMW und Mercedes schauten zu und staunten. Es ist halt nicht schlecht, wenn man die beiden Hauptkonkurrenten erst mal machen läßt und dann ein paar feine Sachen aus dem Hut zaubern kann.

Fahrbericht Audi R8 V10 Spyder

Beim nagelneuen A8 haben sich die Entwickler und Marketing-Leute von Audi wieder einiges einfallen lassen. Allrad und Alu sind gesetzt, die Luftfederung und starke Motoren sind auch keine grossen Nummern mehr. Die Zeichen der Zeit findet man im Innenraum und davon hat der A8 eine Menge zu bieten.

Die feinen Sachen aus dem Hut findet man beim neuen A8 vorwiegend im Innenraum, das Thema automatisiertes Fahren spielt eine Hauptrolle. Dazu kommen noch ein paar Fertigkeiten der Rubrik Vernetzung hinzu und die Beleuchtung beim frischen Flaggschiff aus Ingolstadt soll auch ganz schön modern sein. Stichwort: Matrix-Laser-LED gekoppelt mit dem Navi, dass den Leuchten schon vorab meldet, dass sie gleich eine Rechtskurve ausleuchten sollen. Ob sie das dann auch wirklich tun, sollte bei einer Probefahrt bei Dunkelheit einmal ausprobiert werden.

Audi A8 – Voll vernetzt und gut gefedert

Was man vor Vertragsabschluss unbedingt nachprüfen sollte, ist die Funktion „Automatisiertes Fahren“. Da der Hersteller noch keine Freigabe durch das Kraftfahrtbundesamt hat, werden die ersten A8 noch ohne diese Funktion ausgeliefert. Angeblich soll eine Nachrüstung nicht machbar sein. Also unbedingt den Verkäufer mit diesem Thema löchern.

Beim Kürzel LTE sollte man ebenfalls aufmerksam testen. Der A8 verfügt über reichlich IT-Power und die soll eben auch für schnellste Internet-Anbindung sorgen. Ob das gelingt sollte man bei einer Überlandfahrt testet. Deutschland gilt ja als Entschleunigungsparadies in Sachen online.

Audi A8 -  Bis die Finger glühen. Im neuen A8 werden Kommandos per Fingerzeig gegeben.
Audi A8 – Bis die Finger glühen. Im neuen A8 werden Kommandos per Fingerzeig gegeben.

Ansonsten sollte man die neue Allradlenkung ausprobieren, sie soll den Wendekreis verkleinern. Bei der Dämmung soll der Wagen 1A sein, also sehr leise und bestens gefedert. Kopfsteinpflaster ist also kein Thema mehr.

Audi bietet den neuen A8 ab 95.300,00 Euro an. Es werden zum zwei V6 Turbo-Motoren angeboten. Der 3.0 TDI (A8 50 TDI) leistet 210 kW (286 PS) und der 3.0 TFSI (A8 55 TFSI) ist mit 250 kW (340 PS) unterwegs. Die Verbräuche gibt Audi zwischen 5,8 und 7,8 Liter an. Man kann den A8 auch als L bestellen, dann hat man 130 Millimeter mehr Länge und 15 Millimeter mehr Höhe gekauft.

Und nun die Dinge, die man sich beim Händler unbedingt näher anschauen sollte, oder noch besser Smartphone mitbringen und vor Ort ausprobieren:

Sprachsteuerung
WLAN-Hotspot
Car-to-X-Dienste
myAudi App
Audi AI Staupilot
Audi Ai Parkpilot
Audi AI Remote Garagenpilot
Stauassistent

Fotos: Audi

Pirelli P Zero – Die Welt des Z

Pirelli P Zero – Die Welt des Z. Alle Reifen sind schwarz, rund und haben mehr oder weniger Profil. Alle Reifen? Nein, einige sind anders. Sie sind rund, sie haben Profil und sie tragen Farbe. Bei Pirelli tragen Reifen seit einiger Zeit Rot, Blau oder auch Grün. Je nach Lust und Vorliebe der Besitzer. Und in München kann man ab sofort seine Pirellis in beste Hände geben.

Pirelli P Zero – Die Welt des Z. Rosso et Giallo, der Ferrari 488 mit P Zero plus Giallo. Foto: Pirelli
Pirelli P Zero – Die Welt des Z. Rosso et Giallo, der Ferrari 488 mit P Zero plus Giallo. Foto: Pirelli

Vor dem Flagship-Store stehen sie. Ferrari, Lamborghini, Bentley, McLaren und so weiter. Alles Spezialisten. Exklusiv, schnell, mondän und vor allem sehr cool bereift. Man trägt P Zero. In Blau, Rot, Silber oder auch Grün. Pirelli nennt das Farb-Kollektion und wir kennen es aus der Formel-1. Dort dient die Farbe der Orientierung. Auch aus der Ferne erkennt man, ob der Ferrari mit den Supersoft, den Soft oder anderen Reifen unterwegs ist. Bei den P Zero auf der Strasse erkennen wir, dass der Fahrer des 488 Spider die Farbe Blau mag oder der Kontrast zwischen Rosso und Giallo der Ludwigstraße besonders gut steht, was uns zeigt, dass Ästhetik bei den Reifen angekommen ist. Dank Pirelli.

Pirelli P Zero – Extravaganz auf Rädern

Und der Flagship-Store? Man findet ihn an der Hanauer Straße 42, direkt am Olympiapark. Er fällt auf, weil man erstens den gelben Schriftzug „Pirelli“ kaum übersehen kann und zweitens, weil in aller Regel nur wirklich feines Gerät vor der Tür steht. Also 488 S, 720 S, Aventador S und so weiter. Ein Stelldichein der Extravaganz auf Rädern, auf Pirellis.

Nach Los Angeles nun München. Pirelli will dort sein, wo der Kunde ist und in München leben überdurchschnittlich viele Supersportler und besonders hochwertige Coupés. Und weil Pirelli bei genau dieser Klientel gute Karten hat, die Italiener sind die erfolgreichsten, wenn es um die Erstausrüstung bei den Luxusmarken geht, ist man an der Hanauer Straße eigentlich immer richtig. Reifenwechsel, Reifenreparatur, Beratung und, ganz wichtig, Pirelli Connesso.

Pirelli P Zero – Die Welt des Z. Farbenpracht in München, jede Farbe ist machbar. Foto: Pirelli
Pirelli P Zero – Die Welt des Z. Farbenpracht in München, jede Farbe ist machbar. Foto: Pirelli

Pirelli Connesso, die ganz neue Art der Kommunikation zwischen Reifen, Fahrer und dem Service. Man hat uns das in München gezeigt. Im Pirelli Connesso steckt ein Prozessor und der ist ungemein aufmerksam. Er passt auf. Reifendruck, Profiltiefe, Reifentemperatur und so weiter. Sobald irgendetwas nicht stimmt, meldet er sich auf der Connesso-App und die informiert dann den Fahrer. Damit das Problem gleich behoben werden kann, schickt der Fahrer die Infos an den Flagship-Store und der kümmert sich vorab um die Problemlösung. Der Druck hinten links läßt nach, im Store kennt man das Reifen-Profil und bereitet den Austausch vor. Der Service-Techniker steht bereit und sobald der Wagen auf die Bühne rollt, ist der Reifen schon getauscht. Boxengasse , fällt einem dazu ein.

Pirelli P Zero – Weit mehr als nur Reifen

„Das Besondere der PZero World ist die einmalige Kombination von Highend-Produkten und Qualitätsservice. Und das in einem eleganten und komfortablen Ambiente, das jeden Besuch für den Kunden zu einem echten Erlebnis werden lässt“, sagte Michael Wendt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Pirelli Deutschland GmbH. Vorbei also die Zeiten, in denen man auf schlechten Stühlen sitzt, Automaten-Kaffee trinkt und in vergilbten Zeitschriften liest, dass Pirelli im nächsten Jahr exklusiver Lieferant der Formel-1 sein wird. PZero World heisst: bester Espresso, echtes Mobiliar, der Pirelli-Kalender als Inspiration an den Wänden und ein feiner Einblick in die Welt von Pirelli. Also nicht nur Reifen, sondern auch Mode, Design, Motorsport, Fahrräder, Boote und Kunst.
Wer jetzt mal einen Blick riskieren will, hier ein paar Fotos der Eröffnung.

Fahrbericht Bentley Mulsanne – Arctic Beamer

Fahrbericht Bentley Mulsanne – Arctic Beamer. Ja, den Mulsanne gibt es noch. Er ist rar, selten und eindrucksvoll. Fast möchte man sagen, ein Glücksfall, dieser Bentley. Weil er outstanding ist, eine Besonderheit, ein Bentley mit einem großen Namen und einem grossen Herz.

Fahrbericht Bentley Mulsanne –  Arctic Beamer - Foto: Ralf Bernert
Fahrbericht Bentley Mulsanne – Arctic Beamer – Foto: Ralf Bernert

Es klingt wie eine Rede, ein Statement. Wenn man den Mulsanne aus der Ferne sieht, den mächtigen Grill, die Dimensionen, den Auftritt eben. Ein mächtiges Auto, dessen Insassen sicher, in edelstes Tuch gehüllt, gerade an einem Kristallglas nippen und ganz geruhsam den kleinen hölzernen Tisch an den Rücken des Vordersitzes klappen und dann, die rahmengenähten Schuhe zuerst, aussteigen. Klischees nur, aber mit einen grossen Funken Wahrheit geschmückt.

Ein Mulsanne ist keine beliebige Limousine, das war er noch nie. Selbst als er dem Rolls-Royce Silver Spirit wie aus dem Gesicht geschnitten war. In den 80ern, als Bentley im Grunde die Kleider des grossen Bruders auftragen durfte. Inklusive der Technik darunter. Seit 2009 nun trägt der Mulsanne seine eigene Couture und seine eigene Technologie, mit grossen Stolz und dem Applaus der Kundschaft, welche Traditionen mag und auch Teil von ihr sein möchte.

Fahrbericht Bentley Mulsanne –  Arctic Beamer - Foto: Ralf Bernert
Fahrbericht Bentley Mulsanne – Arctic Beamer – Foto: Ralf Bernert

Bevor wir diesen speziellen Mulsanne bewegt haben, setzten wir uns an den Schreibtisch und studierten eine Liste. Sie ist zwei Seiten lang und erklärt, weshalb dieser Mulsanne mal eben fast 65.000 Euro teurer ist, als die Basisversion. Wir dachten zuerst, es handelt sich um das Jahresgehalt des Chauffeurs. Also, für knapp 250.000, 00 Euro kann man den Mulsanne kaufen. Im Basis-Anzug. Ohne Seidentuch, Manschettenknöpfe oder Ziernähte am Revers. Nackt sozusagen.

Fahrbericht Bentley Mulsanne – 314.010,00 Euro, plus Steuer

Arctic, die Aussenfarbe. Innen Portland und Porpose. Ein Kombinat aus Leder, Holz, Metall in seiner schönsten Form. Also poliert, glänzend, die Hand küssend. Die vier runden Lüftungsdüsen, eine Augenweide. Überhaupt, das gesamte Cockpit, eher eine Tafel, festlich gedeckt. Staatsbesuch erwartend. In dieser Umgebung werden beste Manieren, Umgangsformen zur Normalität erklärt. Man möchte die Schuhe vorab putzen, Maniküre aber keine weißen Handschuhe.

Die Haut als Auge der Haptik. Hier drin läßt man sich nieder und ergibt sich dieser Mischung aus Tradition des Handwerks und der Kunst zeitloser Moderne. Weiter hinten, die Lust am Genuss wird lebendig. In der Mitte ein Refugium für Coolness. Monitore plus Tablet, beste Kopfhörer für Inselmusik. Jedem das Seine. Die Ingenieure haben den Mulsanne in eine Kapsel verwandelt. Dämmung sagt man dazu. Oder einfach Ruhe.

Fahrbericht Bentley Continental GTC

Der Fahrer, inmitten all dieser Technik, ist blitzschnell in seinem Element. Die wichtigen Informationen sind dort, wo man sie fast instinktiv sucht. Der gewaltige Schalthebel, fast ein Zepter , thront in der Mitte der Konsole neben dem Fahrer. Der Monitor, weiter oben, nicht zu gross, liefert die Karte zur Navigation und den Rest an Infos, die man vor allem auf Reisen schätzt. Der Mulsanne ist lieber länger unterwegs, kein Stadtflitzer mit dem Ehrgeiz des Wendekreis-Weltmeisters. Er läuft, rennt, spaziert, schlendert und beeindruckt mit der Souveränität eines stolzen Briten. Man schaukelt ein wenig durch Kurven, Kreuzfahrt mit der Queen, nicht irgendein grosses Boot auf Urlaubstour.

Fahrbericht Bentley Mulsanne –  Arctic Beamer - Foto: Ralf Bernert
Fahrbericht Bentley Mulsanne – Arctic Beamer – Foto: Ralf Bernert

Unterwegs, mit dem 6,75 Liter V8 BiTurbo unter der Fronthaube, lassen wir die 512 Pferdestärken von der Leine. Immerhin knapp vor der 300 km/h-Marke werden die 2,5 Tonnen Edel-Masse sanft eingebremst. Bis dahin aber galoppiert der Bentley sehr motiviert nach vorn. Immerhin nur 5,3 Sekunden vergehen, bis der Mulsanne aus dem Stand Tempo 100 km/h erreicht. Man sollte die Passagiere im Fond vorab über den Blitzstart informieren, auch damit das Glas nicht bis zum Rand gefüllt ist, die Schwerkraft könnte für unangenehme Folgen sorgen.

Der Mulsanne wird über die hinteren Räder angetrieben, die acht Gänge werden per Automatik sortiert. Über eintausend Newtonmeter Drehmoment, damit der Wagen bis zum Ende der Skala durchlaufen kann. Nur am Anfang wird Luft geholt, bis dann der Motor auf Touren ist und die Hände am Volant den Druck spüren. Kein Sportwagen-Feeling, lieber Gute alte Zeit. Nach vorn mit ernstem Gesicht, ohne Stoppuhr.

Fahrbericht Bentley Flying Spur

Nach fünf Tagen, Eindrücke sortieren. In der Stadt sind 5,5 Meter Länge eher Transporter-Niveau und deshalb eine Herausforderung. Parken ist nicht einfach. Dafür diese Aura. Der Mulsanne mag kein hypermoderner Wagen sein, er ist auch kein Klassiker mit Handschalter und dem Flair der 24 Stunden von Le Mans. Er ist eher junge Nostalgie. Vor allem heute. Weil wir immer öfter über die Grösse des Monitors reden, über HotSpot und Apple CarPlay. Und über Gestensteuerung, Vernetzung und höchstens vier Sekunden bis Hundert.

Der Mulsanne ist: vermutlich der Letzte seiner Art. Er ist auch: der einzige Konkurrent des Phantoms aus Goodwood und er ist ganz sicher: so british wie eine Steinmauer auf dem Land, ein Eyecatcher.

Fotos: Corinna Keller / Ralf Bernert / Bentley (Cockpit-Foto)

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Motor V8 BiTurbo
Hubraum: 6.752 ccm
Leistung: 377 kW / 512 PS bei 4.200 U/min
Drehmoment: 1.020 Nm ab 1.200 U/min
Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 8-Gang Automatik

Maße:
Länge: 5.570 mm
Breite: 1.926 mm (ohne Spiegel)
Höhe: 1.521 mm
Radstand: 3.266 mm
Lehrgewicht: 2.585 kg
Tank: 96 Liter
Kofferraum: 443 Liter

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 5,3 s
Top Speed: 296 km/h

Verbrauch kombiniert: 13,0 l/100 km
CO2: 342 g/km
Preis in Deutschland: ab 249.740,00 Euro ohne Steuer

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