Mondial 2016: Drei BMW in Paris

Mondial 2016: Drei BMW in Paris

BMW Concept X2

BMW Concept X2

Wir waren vor Ort. Live und in Farbe. Zunächst auf der Messe am Port de Versailles und später auf der Avenue George V. Drei BMW sind uns aufgefallen und die sind jeder für sich etwas besonderes.

Auf dem Messestand von BMW, in Halle 5 Parterre, sieht man eine Traube Menschen und darüber einen riesigen Monitor. Darauf erkennt man Ian Robertson, den Vertriebsvorstand von BMW. Er spricht über einen BMW. Einen neuen BMW. Der Concept X2, so der Name des neuen BMW, ist ein Konzeptfahrzeug, also weder käuflich noch auf öffentlichen Strassen zugelassen. Man kann ihn anschauen, anfassen und darüber nachdenken, was sich BMW mit diesem Fahrzeug so gedacht hat. Genau das haben wir auch getan und uns gleich mit Karim Habib an einen Tisch gesetzt. Er ist der verantwortliche Designer bei BMW.

Auf der Mondial 2016 zeigt BMW drei spannende Ideen

Was sehen wir? Kein X, wie man es in der BMW-Familie sonst findet. Die Frage ob nun der Name oder das Konzept zuerst da war, kann Designer Karim Habib nicht sicher beantworten. Auf alle Fälle sehen wir eine Serien-nahe Studie, also ein Konzept, das nicht in den Kellern von München als Einzelkind einstauben wird. Der X2 wird kommen, soviel ist sicher.

Natürlich soll der X2 auffallen. Mit den Rädern zum Beispiel. Für Karim Habib sind die großen Räder mit dem groben Profil eben Teil des Business. Auch weil der X2 so nah an der Serie ist. Konzepte werden anders wahrgenommen, sie werden stärker beachtet, sie polarisieren und sie regen zur Diskussion an.

Wir sehen eine Mischung, eine Melange aus Coupé, SUV und Hatchback. Drei in einem, eine Kombination, die laut Habib die ganze Bandbreite des BMW-Universums aufzeigt. Dazu der sportliche Charakter, denn Freude am Fahren ist noch immer für viele Menschen eine Frage der Leistung und wie man sie erlebt. Dass dieser X2 mit einem entsprechenden Antrieb für emotionale Regungen im positiven Sinne sorgen kann, liegt sicher an den ästhetischen Schwerpunkten, die Habib gesetzt hat.

Vorn sitzt eine Doppelniere, die erstens nach unten breiter wird und die tiefer als die Leuchten platziert wurde. Darunter wartet ein riesiger Schlund auf Frischluft und weil man mit Größe auch immer Stärke demonstriert, sitzt links und rechts neben dem Haupteingang noch jeweils eine Öffnung. Die Leuchten darüber wirken da schon recht filigran und genau dieses Spiel mit groß und klein, wuchtig und zart ist als Nachricht zu verstehen. Das Konzept soll Facetten abbilden.

Das Heck spielt weit auffälliger mit den Themen Leistung, Utility-Car und Crossover. Ganz unten, in Material und Farbe abgesetzt, zwei Endrohre umrahmt von hellem Kunststoff, eine Diffusor-Optik verbindet die beiden. Darüber der Raum für das Kennzeichen, breit und hell. Das war´s, dann schauen wir nach oben und in der Mitte sitzt, fast ein wenig schüchtern, der Propeller und auf den zweigen die beiden Rückleuchten und dann folgt die recht kleine Heckscheibe, als Verbindung zwischen dem Spoiler und der Abrisskante. Das alles zusammen ergibt ein dynamisches und lebendiges Bild. Es muß nicht gefallen, aber es trifft eine klare Aussage.

Die Seite des Concept X2 lenkt noch einmal den Blick deutlich auf die Gegensätze des Wagens. Oben Sportler und unten Utility. Der lange Radstand streckt den Wagen, das Coupé kommt zu Vorschein, die Radhaus-Umrandung und der Schweller locken den Wagen ins leichte Gelände, der Hofmeisterknick und wieder der filigrane Propeller auf der C-Säule erinnern uns an vergangene Zeiten. Tradition und Moderne passen immer zusammen, es kommt nur darauf an, ob man die Zutaten in der richtigen Menge und Größe verwendet. Das Concept X2 will und soll den Nostalgie-Finger nicht zu arg in die Höhe recken. Für Karim Habib sind Hofmeisterknick, Doppelniere und Propeller gesetzt, aber eben nicht als Hauptdarsteller. Sie sind da und an der richtigen Stelle.

Nach ein paar Runden um den in „Luminous Red“ leuchtenden Wagen wird schnell klar, dass wir hier einen X2 sehen. Über die Innenausstattung verliert Habib kein Wort, die Türgriffe fehlen, die Spiegel werden den Zulassungs-Behörden zum Opfer fallen, natürlich wird der Zweitürer mit klaren Scheiben vorn anders wirken. Aber die Grundstimmung wird bleiben. Sport und Utility werden miteinander spielen. Oder wie es Habib ausdrückt: Dynamik und Solidität. Wir werden es erfahren.

Raus aus den Messehallen und hinein in den Kosmos der Über-Drüber-Marken. Vis-à-vis springt gerade eine Rihanna in einen Phantom. Natürlich gekonnt Superstar-like. Fans warten vor dem George V, es dauert und dauert. Gegenüber der BMW Brand Store. Die Avenue George V ist ein Hotspot für Besonderheiten und genau dort präsentiert BMW zwei Fahrzeuge, die man kennt. I3 und i8. Der eine ein per E-Motor Angetreibener, der andere eine Ikone der Ästetik. Der i8 war unser Freund im letzten Jahr. Eine Woche durch die Champagne und als Krönung ein Besuch exakt hier auf der Avenue Georg V.

BMW i8 in Reims http://www.exclusive-life.de/fahrbericht-bmw-i8-tres-chic-les-voitures-bleues/

BMW i8 in Reims
http://www.exclusive-life.de/fahrbericht-bmw-i8-tres-chic-les-voitures-bleues/

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Heute stehen beide Modelle neben den Stühlen. Weiter vorn Adrian van Hooydonk, Leiter BMW Group Design und Lapo Elkann, Präsident und Gründer von Garage Italia Customs. Beide unterhalten sich und erzählen von CrossFade.

Lapo Elkann ist Modedesigner, Kunstkenner und ein wenig exzentrisch. Das zusammen kann ästhetische Momente erzeugen. Elkann hat vor Jahren die Garage Italia Costums gegründet und aus Autos, Yachten, Motorrädern und anderen Dingen Skulpturen geschaffen. Und nun sitzt er hier, während in Paris Fashion Show und Mondial um Aufmerksamkeit kämpfen, und präsentiert den Zusammenschluss beider Shows. Car meets Fashion oder umgekehrt. Hier im feinsten Arrondissement der Stadt wird auf alle Fälle Haute Couture präsentiert.

Mondial und Fashion Show begegenen sich auf der Avenue Georg V.

Aus dem i8, jenem BMW, der schon in seiner einfachsten Erscheinung für reichlich Applaus sorgt, hat Lapo Elkann den BMW i8 Garage Italia CrossFade gestaltet. Aus der Ferne schimmert ein klares Bleu durch die Schaufenster. Tritt man näher, werden Punkte sichtbar und wenn man den i8 fast mit den Händen greifen kann, werden aus Punkten Dreiecke. Geometrie meets Art. Elkann hat dem Sportwagen seine Form gelassen, sie jedoch mit Farbkontrasten und eben jenen Dreiecken stärker konturiert. Der i8 wird zum optischen Leckerbissen. Nach vorn verdichten sich die Tupfer, nach hinten verschwinden sie dann komplett. Der Wagen wirkt zweigeteilt. Während das Heck nahezu unberührt wirkt, ist die Front ein Meer an Dreiecken. Im Innenraum setzt sich die Reise der Geometrie und der Kontraste fort. Verdichtung und Kontrast. Das scheint die Motivation von Lapo Elkann zu sein.

Der i3, jener BMW, der uns den City-Elektriker näher bringt und der vor allem dank seiner futuristischen Gestaltung immer wieder auffällt, ist nun ein edles Gefährt. Innen Alcantara und Stoffe bester Qualität und Außen wieder dieses Spiel von Formen und Farben. Diesmal sind es Tupfer, kreisrund, die ihr Spiel mit der Karosserie treiben. Es sind Übergänge und Kontraste. Der i3 wurde foliert und im Gegensatz zum i8 nicht von vorn nach hinten sondern von oben nach unten geteilt. Die Türgriffe markieren die Grenze, darunter spielen die Punkte ihr Spiel, darüber beruhigt sich das Ganze wieder. Als wolle Elkann dem i3 zwei Gesichter geben. Oben die Ruhe des Antriebes und unten die Dynamik der Karosserie.

Wie auch immer man die beiden BMW sehen und deuten will, sie sind keine Art-Cars. Man kann sie kaufen. Im Duo oder auch einzeln. Als Sammler-Stück oder gar als Investition. Preise sind noch nicht veröffentlicht. Wer den BMW i8 Garage Italia CrossFade, den BMW i3 Garage Italia CrossFade oder gar beide haben will, wird sich ein wenig gedulden müssen. Anfang 2017 geht die Reise los.

Fotos: BMW

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