Lost Race Tracks: Samstags am Ring

Lost Race Tracks: Samstags am Ring
Es ist Saisonfinale am Nürburgring. Natürlich Nebel, natürlich Regen, natürlich stört das nicht wirklich. Ich habe gelernt: “Wenn Du die Nürburg nicht sehen kannst, ist schlechtes Wetter. Wenn Du die Nürburg sehen kannst, kommt schlechtes Wetter.

 

Foto: Ralf Bernert

Foto: Ralf Bernert

 

Alex und ich haben den die ersten Eindrücke aufgesogen, wir haben unseren Begleiter für die nächsten Tage in Empfang genommen. Der Range Rover Evoque SI4. Natürlich auffallend beklebt, natürlich mit ausreichend Power und natürlich mit genügend Platz für Gepäck und einen Fotografen im Fond. Ein erstes Bild der Südschleife seht Ihr in der Bildgalerie, dort stehen Alex und ich vor einem abgesperrten Teil der Südschleife.

 
 

Viel ist nicht zu sehen, die Natur ist stärker. Dort, wo früher Motorräder mit reichlich Speed unterwegs waren, liegen heute Blätter in aller Ruhe auf dem Asphalt. Junge Bäume haben den Streckenabschnitt in eine Allee verwandelt. Es weht noch ein Hauch Motorsport durch die Äste, wenn man sich ein paar Minuten Zeit lässt, die Augen schließt und den Rennmotoren auf der nahen Grand-Prix-Strecke lauscht, dann kommt die alte Zeit wieder zum Vorschein. Tausende begeisterte Menschen stehen am Rand, sie fiebern mit ihren Helden, feuern sie an und sind begeistert von diesen mutigen und athletischen Helden auf zwei Rädern.

Ein paar Mail mussten wir anhalten, das Naiv befragen, Karten studieren und umkehren. Die Zugänge zu den Teilstücken der Südschleife sind leider oft durch Schranken gesperrt, das Auto muss draußen bleiben. Schade, wir hätten den Range Rover gerne auf eine kurze Fahrt mitgenommen.

Ohne Geschichte geht es nicht. Die Südschleife, 5,4 Kilometer lang, mit dem Zusatz, der Betonschleife, 7,7 Kilometer lang. Die Betonschleife verband Nord- und Südschleife, eine gewaltige Strecke von 28,265 Kilometer. Diese Kombination wurde nur kurze Zeit gefahren, nach 1931, also drei Jahre nach dem Bau des Nürburgrings endete diese Ära. Nach 1931 wurde die Südschleife vorwiegend für Motorrad-Rennen genutzt. Mit dem Umbau des Nürburgrings 1970 geriet die Südschleife in den Hintergrund, Rundstreckenrennen fanden nur noch auf der Nordschleife statt, die Südschleife konnte den hohen Sicherheitsstandards nicht mehr standhalten.

Heute werden Teile der Südschleife noch für vereinzelte Oldtimer-Ausfahrten genutzt, andere Teile sind seit den 80er Jahren Teil einer Kreisstraße. Ein kurzer Spaziergang, ein paar Bilder im Kopf, die Südschleife mag Imme im Schatten der Nordschleife gestanden haben und heute nahezu in Vergessenheit geraten sein. Wer damals die Südschleife fuhr, wird sich gern an diese Zeit erinnern. Alex Kahl und ich haben diese kurze Stück mit dem Namen Rassrück heute besucht und wir waren von der Atmosphäre doch sehr beeindruckt. In einem kurzen Video könnt Ihr Euch einen Eindruck verschaffen. Alex und ich sprechen in diesem Video auch über die Fahrtrichtung, man kann sich über unsere Worte wundern, weil in den meisten Fällen die Fahrtrichtung die Steigung hinauf führte, in Einzelfällen wurde allerdings auch entgegengesetzt gefahren.

Morgen werden wir in Rüsselsheim eine sehr alte und spektakuläre Rennstrecke besuchen und mit einem Fachmann über das Oval und seine Steilkurven sprechen, später geht die Reise dann nach Stuttgart, Stichwort: Solitude.

 

 

 

 

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