Lexus IS 250C

Lexus IS 250C: Die feine Alternative

Der einzige offene Lexus ist ein Geniesser auf sehr hohem Niveau. Der Japaner mit dem feinen Klappdach verwöhnt seine Passagiere mit hoher Qualität, Harmonie und Souveränität.
Exclusive-Life hat sich zwei Wochen zurück gelehnt und jeden Kilometer mit Freude aufgesogen.

IS250C-Aufmacher

Eigentlich beginnt der Genuss schon vor der Fahrt. Der IS 250 C entfaltet seine Talente per Fingerzeig. Zuerst ein leichter Druck auf den Startknopf rechts neben dem Lenkrad,
die Batterie liefert Strom, die beiden Zeiger der projezierten Rundinstrumente präsentieren den Synkron-Swing und laufen einmal von rechts nach links. Dann kommt die linke Hand ins Spiel, der Zeigefinger zieht am kleinen Schalter links neben dem Volant, et voilá, über den Rundinstrumenten erschein ein kleines Auto, dessen Dach die A-Säule verlässt. Während man der kleinen Animation folgt, wird die echte A-Säule vom Dach befreit.

 
 

Nahezu geräuschlos, ohne Knarren und Knarzen, werden die drei Dachpartien von einander getrennt, gleichzeitig öffnet sich der Kofferraum-Deckel und nach 20 Sekunden verschwindet
das komplette Verdeck hinter den Rücksitzen , der Deckel senkt sich und die Animation meldet Vollzug. Ein kleiner Piepton bestätigt das Ende der Prozedur, das war´s. Die Sonne hat nun vollen Zugriff auf Passagiere, Leder und alles, was den Lexus zum Premium-Cabriolet macht. Weil´s so schön war, wird nun der Knopf links unten noch einmal betätigt und die Zeit läuft rückwärts. Grundsätzlich ist das Öffnen und Schließen eines Stahlverdeckes keinHexenwerk, Ford hat diese Technik schon in den 50er Jahren angeboten. Aber Lexus hat sich besonders viel Mühe gegeben, das Schauspiel ausgesprochen leise, harmonisch und sauber ablaufen zu lassen. Man kann von einer kleinen Inszenierung sprechen, der Lexus ist der Hauptdarsteller, Passagiere und Aussenstehende beobachten die Entfaltung oder die Verwandlung vom Cabriolet zum Coupé.

Noch einmal wird der Zeigefinger der rechten Hand aktiv, noch einmal wird der Startknopf gedrückt, diesmal allerdings in Kooperation mit dem rechten Fuß, der dem Bremspedal ein wenig Druck macht. Weiter vorn startet der Anlasser den V6 Otto-Motor, ein kurzes und fast schüchternes “Hallo”, die Feststellbremse wird mit dem linken Fuß per Pedal gelöst, der Wahlhebel in der Mittelkonsole wandert auf D und die japanische Antwort auf hiesige Premium-Cabriolets der Mittelklasse bewegt sich.

Aha, ein Lexus also

Auf Parkplätzen wird gewartet und über die anwesenden Autos gesprochen. Der Lexus fällt auf. Das Heck sei zu hoch, die Formensprache insgesamt sehr harmonisch, der Lexus sein ein Auto, wie damals der Saab, natürlich bevor GM Hand an den Schweden legte. Der Lexus sein ein Auto für Individualisten und natürlich für gut verdienende Individualisten. Man hört zu, nickt hier und da, stellt Fragen und merkt, dass der IS 250C für ein paar Sätze, Handbewegungen zur Illustration der Formensprache gut ist. ÜberModelle der “Big Three” aus Deutschland wird nicht gesprochen. Das kann man als Kompliment oder einfach als Ausdruck der Eigenständigkeit werten. Ein direkter Vergleich ist im Falle des offenen Lexus kaum denkbar, allein der Motor ist eine Seltenheit, die Designsprache des Japaners reisst keine Augen auf und die Ausstattung ist seit vielen Jahren Gesprächsthema im Autohaus. Weshalb, bitte schön, kann den die deutsche Hersteller-Gilde dem Lexus nicht einfach folgen. Die Listen für Aufpreis-pflichtige Ausstattungselemente werden immer länger.

Während der Parkplatz im Rückspiegel immer kleiner wird, flaniert die Landschaft links und rechts vorbei. Sie präsentiert sich in bester Sommerlaune, der 2,5-Liter Motor lässt sich dank der Schaltwippen am Lenkrad immer wieder zu ordentlichen Kraftschüben motivieren. Drehzahlen sind wichtig. Der V6 lässt sich gerne bei 3.500 Touren zu einer Sporteinlage
überreden, aber sein Metier sind die Tempi der Mittelstreckler. In London wurden die 5.000 Meter in weniger als dreizehn Minuten gelaufen, der Lexus wäre hier in seinem Element. Zumal der Japaner aufgrund seiner Laufruhe und sehr bequemen Möblierung eine Oase der mobilen Fortbewegung ist. Dank des sehr sauber abgestimmten Getriebes, dessen sechs Vorwärtsgänge sauber und widerstandslos verwaltet werden, kann man den offenen Lexus nicht nur auf langen Autobahnfahrten, sondern auch auf der Landstrasse in aller Ruhe und Gelassenheit erleben.

Schlankes Gepäck reist besser

Im Sommer, wenn die Sonne mal nicht mit den Wolken Verstecken spielt, werden Gelüste nach Reisen geweckt. Man packt die Taschen, lässt die Sonnenbrille auf der Nase und verteilt die Sitze. Die Grossen vorn, die Kleinen dahinter. Das passt wunderbar, die Luft wird bis 100 Km/h auch im Fond nicht zum Orkan, wer schneller unterwegs sein will, wird per Fingerzeig das Dach schliessen müssen. Vier Personen sollten vor der Abreise die 165 Liter des Gepäckfaches inspizieren, der Raum ist doch recht schmal. Wer zu Zweit unterwegs ist, wird keine Probleme haben, die Rücksitze bieten jeden Menge Platz.

Ein Fazit
Der Lexus IS 250C ist ein besonderes Auto, das aus dem Rahmen der üblichen Premium-Produkte fällt. In den letzten Jahren haben sich BMW, Audi und Mercedes-Benz sehr deutlich dem Thema Performance gewidmet. Der IS 250C hingegen ist kein PS-Wunder, das noch durch eine Tuning-Abteilung die Absolution der jungen Kundschaft benötigt. Genau diese Botschaft verkündet der Japaner sehr deutlich. Das Design mag unaufgeregt und wenig dynamisch daher kommen, die Leistungsdaten versprechen keine wilden Ritte und der Innenraum versprüht keine Trendy-Leuchtdioden-Disco-Atmosphäre. All´ dies macht den Lexus zu einem geradlinigen Automobil, das dank seiner exzellenten Verarbeitung, des wunderbar kultivierten Motors und der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Motor, Getriebe und Fahrwerk punktet. Der Preis von rund 50.000,00 Euro ist auf den ersten Blick recht hoch, dafür liefert die Toyota-Tochter ein sehr hohes Maß an Qualität, Funktionalität und sehr ausgereifter Technik.

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Motor: V6 Benzin
Hubraum: 2.500 ccm
Leistung: 153 kW / 208 PS
O-100 km/h: 9 Sekunden
Highspeed: 210 km/h
Drehmoment: 252 bei 4.800 U/min
Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 6-Gang-Automatik mit Schaltpaddel
Leergewicht: 1730 bis 1750 kg
Länge/Breite/Höhe in mm: 4635/1800/1415
Radstand in mm: 2730
Gepäckraum: 165 – 420 l
Tank: 65 Liter
Verbrauch kombiniert: 9,2 L/100 km
CO2 kombiniert: 213 g/km
Preis in Deutschland ab: 49.650,00 Euro

Text: Ralf Bernert
Fotos: Lexus/Ralf Bernert

Previous «
Next »

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: