Lamborghini Urus – Viel Staub im Gepäck. Einige Jahre sind ins Land gegangen. Die ersten Gerüchte über einen SUV von Lamborghini tauchten schon 2011 auf. Man sprach über den LM002 und 2012 konnte man ein Konzept ansehen. Und nun, fünf Jahre später, rollt der Urus durch Excluisve-Life.

Lamborghini Urus – Foto: Lamborghini

Staub aufwirbeln kann er schon ganz gut. Theoretisch und wohl auch in der Praxis. Seit der LM002 vergeblich als motorisierter Soldat durch die Wüste fuhr und dank zu grossem Durst der Truppe nicht wirklich helfen konnte, geisterte die Idee eines Lamborghini in Wanderstiefeln durch die Gehirne einiger Gelände-Spezialisten. Irgendwie muß man den Stier doch aus der Highspeed-Arena locken können. Der Markt ist scheinbar da, die Kundschaft will offensichtlich mit 300 km/h in Richtung Stock und Stein heizen und dann die ein oder andere Pfütze durchwaten.

Bisher war der Bentayga von Bentley die schnellste Nummer im Matsch. Recht eng dahinter der Cayenne von Porsche und dann sind da noch Range Rover Supercharged, BMW X5M, AMG spielt auch mit und Audi hat einen Q7, der allerdings in der Abteilung Speed keine besonderer Rolle spielt, es sei denn man fährt zum Tuner. Und nun mischt der Urus mit, über 300 km/h und 3,6 Sekunden bis 100 km/h. Bis also Volkswagen der Tochter Bugatti ein paar hundert Millionen überweist und man dann einen SUV made by Bugatti vorstellt, dürfte der Urus, zumindest auf festem Boden, die Nummer Eins im Segment bleiben.

Lamborghini Urus – Flacher, leichter, schneller

Gefahren sind wir den Italiener mit deutschen Wurzeln noch nicht. Und bleibt am Anfang die Arbeit des Buchhalters. Wir sehen Zahlen und vergleichen. Die Soll- und die Habenseite wird gefüllt. Unter dem Strich bleibt ein roter oder ein schwarzer Wert. Für Lamborghini selbst steht die Performance auf festem Boden im Mittelpunkt. Ob der Wagen auch im mittleren Gelände bestehen kann, ist zumindest fraglich. Ein Blick auf das Kleid des Italieners zeigt, dass allzu üppige Rampenwinkel, tiefe Wasserstellen oder kurze Kuppen in aller Regel das Ende der Dienstfahrt bedeuten. Wobei der Urus das Thema Gelände eher theoretisch behandeln soll. Die anvisierte Zielgruppe dürfte in aller Regel kein Interesse an Offroad-Ausflügen haben. Es sei denn, ein sehr vermögender Mensch mit eigenem Natur-Parcours will unbedingt einen Stier durch den Wald jagen.

Lamborghini Urus – Foto: Lamborghini

Im Innenraum siegte die Nostalgie. Knöpfe, Schalter, Touch-Bedienung bis zum Abwinken. Der Anblick bringt den Begriff Cockpit wieder in Mode und zeigt, dass man bei Lamborghini das Themen Hightech und Ästhetik weiterhin sehr deutlich zur Geltung bringen will. Wir erinnern uns an eine Testfahrt im Aventador und die recht emotionale Startphase inklusive rotem Bügel, den man nach hinten legt um anschließend feierlich den Startknopf zu drücken. Das Prozedere ist Spielerei und Nostalgie zugleich und das Foto des Urus-Cockpit zeigt recht deutlich, dass man auf dem Fahrersitz alle Sinne beisammen haben sollte, vor allem vor dem Start.

Fahrbericht Lamborghini Aventador

Über die technischen Spielereien kann man einiges aufschreiben, wobei eine Testfahrt hilfreich wäre. Ob die Luftfederung, die Hinterradlenkung und die anderen elektronischen Fangleinen den 2,2 Tonnen-Stier tatsächlich sauber in der Spur halten, ist höchst wahrscheinlich. Dank verschiedener Fahrmodi soll laut Lamborghini der Wagen auch bei Schnee, Matsch und Geröll noch anständig lenk- und fahrbar sein. Der Hinweis auf den LM002 klingt nach Folklore, aber die Kollegen in Zuffenhausen und Ingolstadt dürften über genügend Erfahrung im Umgang mit Masse und deren Kontrolle haben. Dass der Urus keine Bergziege ist, sollte auch niemand stören, allein die Tatsache, dass der grosse Lamborghini bis zu fünf Personen gleichzeitig sehr schnell transportieren kann, ist eine beachtliche Sache. Leider verschweigt der Hersteller, wieviel Gepäck in den Wagen passt.

Interessant ist noch, dass wir mittlerweile Felgen mit dem Maßen 11,5Jx23’’ erleben können. Auf den Felgen werden ab Werk Pirelli P Zero montiert und die sind bekannt für ihre sehr intensive Bindung zum Bodenbelag.

Fahrbericht Lamborghini Huracan LP 580-2


Fahrbericht Bentley Bentayga W12

Fotos: Lamborghini

Lamborghini Urus: Die technischen Daten laut Hersteller:

Motor: V8 BiTurbo
Hubraum: 3.996 ccm
Leistung: 478 kW / 650 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 850 Nm bei 2.250 bis 4.500 U/min

Antrieb: Allrad
Getriebe: 8-Gang-Automatik

Maße:
Länge: 5.112 mm
Breite mit ohne Spiegel: 2.016 mm
Höhe: 1.638 mm
Wendekreis: 11,8 Meter
Bodenfreiheit: 158 bis 248 mm
Laderaum: 616 bis 1.596 Liter
Reifen Pirelli P Zero
vorne: 285/45 R21 bis zu 285/35 R23
hinten: 315/40 R21 bis zu 325/30 R23
Felgen:
vorne: 9,5Jx21’’ bis zu 10Jx23’’
hinten: 10,5Jx21’’ bis zu 11,5Jx23’’

Tank: 85 Liter
Leergewicht: 2.200 kg

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 3,6 Sekunden
0-200 km/h: 12,8 Sekunden
100 km/h bis 0 km/h: 33,7 Meter
Top Speed: 305 km/h

Verbrauch Reg. EU 715/2007:
kombiniert: 12,7 l/100 km
Co2: 290 g/km

Preis in Europa: EUR 171.429,00 (empfohlener Verkaufspreis, ohne Steuern)
Auslieferung: ab Frühjahr 2018