Fahrbericht Land Rover Discovery Sport SD4. Auf dem Freelander folgte der Discovery Sport und damit ein Schritt nach vorn. Der Freelander als Alltags-SUV mit der Attitüde des einfachen Landarbeiters , der auch in der Stadt nicht wie ein Landei daher kommt. Mit dem Discovery Sport hat Land Rover dem Landarbeiter deutlich mehr Schick auf den Leib geschneidert.

Der Hintergrund täuscht. Der Land Rover Discovery Sport SD4 ist kein typisches Arbeitstier für den Forstwirt im Aussendienst. Foto: Ralf Bernert

Vor zwei Jahren haben wir den Disco Sport kurz im Schnee erlebt. Slalom inklusive Drift und anschließend eine Landpartie standen auf dem Stundenplan. Beides hat der junge Brite damals sehr sauber erledigt. Er zweigte sich agil, standfest und modern. Von Vernetzung und so weiter hatte man im Februar 2015 noch nicht so viel gehört. Mittlerweile müssen 9-Zoll-Fernseher auf der Mittelkonsole schon sein. Apple CarPlay und Android Auto sind Standard und vielleicht sogar wichtiger als Hinterachsdifferenzial oder der Treibstoffverbrauch.

Den grossen Luxus der Briten findet man eher in einem Range Rover. Aber die Insignen der britischen Lebensart entdeckt man sofort.

Wie auch immer, wir wollten den Disco Sport einmal etwas länger fahren. Ihn zum Einkauf mitnehmen, Feldwege nach einem derben Regenfall befahren, die Eifel-Landstrassen ein wenig hurtiger erleben und im Hamburger Stau den Komfort des Land Rover testen.

Fahrbericht Land Rover Discovery Sport SD4 – Man ist schnell daheim

Was uns recht schnell auffiel, war die Unbedarftheit, die man diesem Wagen wohl eingebaut hat. Man fühlt sich schnell daheim, der Wagen gibt keine Rätsel auf. Die Möblierung ist einfach, die Instrumente sind einfach dort, wo man sie sucht. Der, im Vergleich zu den anderen Familienmitgliedern, kleine Monitor zeigt alle wichtigen Informationen auf.

Das Geländeprogramm ist schnell erlernt, wer von der Landstrasse auf den Feldweg abbiegt, greift gleich zur richtigen Taste und richtet den Wagen entsprechend ein.

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Den Allradantrieb, unser Testwagen war damit ausgestattet, braucht man im Grunde nicht. Es sei denn, man bewegt den Briten regelmäßig auf sehr unbefestigtem Grund, dann ist sie hilfreich. Wobei man den Disco Sport eigentlich viel lieber in der Stadt bewegt und vorzeigt. Im Vergleich zum Freelander sieht er weit besser aus, ist in seiner Erscheinung eher der moderne Stadtwagen mit Raum und Komfort.

Maximal 1.698 Liter passen rein und bei Bedarf sieben Leute.

Wir haben seine gute Übersicht genossen und auch sein sehr gutmütiges Fahrverhalten. Der SD4 mit 240 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment ist kein Autobahn-Held und auch kein Sprint-Spezialist. Er ist lieber der verhaltene Brite mit dem Talent als Transporteur der Kumpels zum Fußballspiel oder das schicke Zugpferd für den Anhänger mit Campingausrüstung und Schlauchboot.

Hinten rein passen maximal 1.698 Liter Gepäck oder Einkäufe. Man kann sogar 3 Sitzreihen einbauen und dann bis zu sieben Menschen einladen, wobei ganz hinten lieber 2 kleine Menschen verstaut werden sollten.

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Die Technik im Disco Sport ist solide, keine Raketentechnik und zuverlässig. Unser SD4 wird von einem Vierzylinder Turbodiesel angetrieben, der nach ein paar Aufwärm-Minuten leise vor sich hin arbeitet. Die 9-Gang-Automatik schaltete sauber rauf und runter. Man kann auch manuell schalten, aber das macht eigentlich nur im Gelände und auf der Landstrasse Sinn. Die Ampel-Springerei in der Stadt und der Autobahn-Lauf bleibt die Domäne der Automatik.

Beim Verbrauch waren wir nicht überrascht. Wir haben nicht genau nachgemessen, aber nach Durchsicht der Tankbelege kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von rund sieben Liter auf 100 Kilometer. Dabei haben wir den Wagen auf der Autobahn recht oft bis an die Leistungsgrenze gebracht, auf der Landstrasse gern den Weg von 50 auf 100 km/h mit dem schweren Gasfuss erlebt und in der Stadt waren wir ein paar mal mit reichlich Gewicht hinter den Sitzen unterwegs. Alltag im Discovery Sport heisst Lebensalltag eines Städters, der keine Lust auf den üblichen Premium-Wagen hat.

Matsch und Schnee kann er gut. Und sogar 60 Zentimeter Wassertiefe. Foto: Ralf Bernert

Ein Fazit: der Discovery Sport hat mit seinem Vorgänger die Charakteristik gemein. Er ist kein Langweiler, kein Durchschnitt aber auch kein Bühnenstar. Er ist der SUV mit dem erwartbaren Gelände-Talent aller Land Rover. Man steigt nicht aus und erzählt am nächsten Morgen im Büro von diesem unglaublichen Auto. Man steigt eher aus und weiß, dass man diesen Land Rover zu vielen Gelegenheiten gerne aus der Garage holt.

Die technischen Daten laut Hersteller:

Land Rover Discovery SD4

Motor: 4-Zylinder Reihe Turbo
Hubraum: 1.999 ccm
Leistung: 177 kW / 240 PS bei 4.000 U/min
Drehmoment: 500 Nm bei 1.500 U/min

Antrieb: Allrad
Getriebe: 9-Gang-Automatik

Maße:
Länge: 4.599 mm
Breite ohne Spiegel: 1.894 mm
Breite mit Spiegel: 2.173 mm
Breite mit eingeklapptem Spiegel: 2.069 mm
Höhe: 1.724 mm
Radstand: 2.741 mm
Wendekreis: 11.86 m
Laderaum: max 1.698 Liter
zul. Gesamtgewicht: 2.505 kg
Wattiefe: 600 mm
Böschungswinkel vorn: bis 23,4 Grad
Böschungswinkel hinten: bis 31,0 Grad
Rampenwinkel: bis 20 Grad
max Anhängerlast: 2.500 kg
Tank: 54 Liter
Leergewicht: 1.785 kg

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 8,9 Sekunden
Top Speed: 188 km/h

Verbrauch:
kombiniert: 5,3 l/100 km
Co2: 139 g/km

Preis in Deutschland ab: 50.950,00 Euro