Fahrbericht Jaguar E-Pace P300 – Um die Häuser in Nizza. Es hat geregnet. Nicht viel, aber dauerhaft und nachhaltig. Wir können nun dem E-Pace von Jaguar absolute Wasserdichtigkeit bescheinigen. Abgesehen davon hatten wir Glück. Die wunderbare Landschaft der Côte d’Azur hat uns mittels tiefer Regenwolken von jeder optischen Ablenkung verschont. Vielen Dank auch.

Fahrbericht Jaguar E-Pace Foto: Jaguar

Anfangs schaute die Sonne noch auf uns herab. Leicht wärmend und auch verführend. Die schlanke Landstrasse vor uns verwandelte sich in eine Schneise durch dichtes Grün, der Jaguar, sprungbereit, lief brav und neugierig durch das Hinterland. Ein paar Hügel, ein paar Dörfer. Alles im Fluß, wie man so schön sagt. Zuerst die obligatorische Runde um den Wagen. Auf der Suche nach Unterschieden zum F-Pace, der länger, geräumiger, einfach größer wirkt und auch ist.

Der Neue ist ein wenig bulliger, die Lufteinlässe vorn wirken größer, sind es aber nicht. Die Spange des F-Pace fehlt. Die Dachlinie des E fällt deutlicher ab, der Gepäckraum ist natürlich kleiner. Der E ist der Mittelstreckler, dem F gefallen Langstrecken besser und er ist geselliger. Es passen einfach mehr Menschen hinein. Abgesehen davon ist der F-Pace teurer, besser ausgestattet, kurz, er spielt in einer anderen Liga.

Fahrbericht Jaguar E-Pace P300 – Ein wenig robuster

Der E-Pace, dessen Name zunächst Elektromobilität erwarten läßt, ist der Reihenfolge des Alphabets folgend der kleine Bruder des F-Pace. Der Einstiegspreis macht die Sache klar: F-Pace ist gleich mindestens 43.560,00 Euro. E-Pace ist gleich: 43.950,00 Euro. So einfach ist das.

Blickt man in den Innenraum ist ein weiterer Unterschied nicht zu übersehen. Die Kommandozentrale, sprich Mittelkonsole beim E-Pace ist mit dem immer noch beliebten Schalthebel ausgerüstet. Der Monitor darüber ist sauber eingearbeitet, kein Einstecktuch mit dem Hauch des Nachrüstens. Alles aus einem Guss, wie man so schön sagt. Und den Unterschied zwischen E und F erkennt man auch an der gesamten Inneneinrichtung.

Fahrbericht Jaguar E-Pace Interieur. Foto: Jaguar

Im E-Pace wirkt alles ein wenig robuster, weniger nach Lounge wie im F-Pace, der sicher näher am Range Rover sitzt. Aus dem F-Type kennen wir den Haltegriff rechts an der Mittelkonsole. Falls also der Fahrer die Kurven ein wenig lustvoller unter die Räder nimmt oder das Gelände doch ein wenig zu viel Gelände hat, der Griff als Stütze gegen Zentripetal und sonstige Kräfte der Natur ist eher hilfreich als ästhetisch sinnvoll.

Fahrbericht Jaguar F-Pace

Die Fahrerei ist eine typische Jaguar-Angelegenheit. Der 4-Zylinder Diesel hat mit seinen 300 PS und vor allem mit 400 Newtonmeter genug Kraft zur entspannten Fortbewegung. Auf der Autobahn in Frankreich sind die 120 km/h ein Klacks, der Motor läuft ruhig und vibrationsarm. Das Getriebe sortiert das 9-Gänge-Menü professionell und sehr sauber.

Fahrbericht Jaguar E-Pace P300 – bei 2.000 Touren recht flink

Später dann auf der Landstrasse werden die Sitze auf Seitenhalt überprüft, die Scorpion von Pirelli sind bei rund 2 Grad Celsius genau richtig. Die Traktion ist erfreulich hoch, die Laufruhe auch. Der Motor, ein paar mal aus den Drehzahltiefen bis zum Gipfel getrieben, ist kein Sprinterherz, eher der ruhige Langläufer. Auch wenn im Datenblatt die Zahl 6,4 steht. Unser E-Pace ist sicher kein Sportler im SUV-Gewand. Er ist ein SUV im SUV-Gewand.

Die Bremsen, die Lenkung, überhaupt das komplette Fahrwerk, arbeitet sauber, nicht unbedingt einer Sänfte ähnelnd, sondern eher neutral bis komfortabel. Man sitzt sehr gut, man dirigiert der Briten, auch bei etwas schnellerer Fahrt, präzise durch die Lande. Überholmanöver lassen sich dank des hohen Drehmoments sehr zügig durchführen. Der Wagen ist bei 2.000 Touren recht flink, der 2-Liter-Motor spricht gut an und er schreit nicht rum. Er macht seinen Job und er beschwert sich nicht.

Fahrbericht Jaguar E-Pace. Panoramadach Aufpreis: 1.249,00 Euro. Foto: Jaguar

Zum Thema Komfort und Gelände können wir nicht so viel aufschreiben, Einfach deshalb, weil wir nicht im Gelände unterwegs waren. Rund um Nizza gibt es nicht so viele Gelegenheiten zu einem Offroad-Ausflug.

Das Thema Komfort kann man mit einem Wort beschreiben: typisch. Die Sitze sind, auch hinten, sehr bequem. Man sitzt in der zweiten Reihe sehr kommod, es ist geräumig, auch für 185-Zentimeter-Riesen. Wer hinter dem Lenkrad sitzt, findet auf Anhieb alle wichtigen Einstell-Vorrichtungen. Der digitale Monitor vor dem Volant leuchtet klar und sauber. Der Prozessor im Monitor in der Mittelkonsole arbeitet schnell und präzise. Die Liste an Zubehör und Sonderausstattung ist ganz schön lang. Im Konfigurator haben wir den P300 HSE locker über die 80.000,00 Euro gebracht.

Fahrbericht Jaguar E-Pace
Fahrbericht Jaguar E-Pace
Fahrbericht Jaguar E-Pace
Fahrbericht Jaguar E-Pace

Fotos: Jaguar
Video: www.motorredaktion.de

Die technischen Daten laut Hersteller:

E-Pace P300
Motor: 4-Zylinder Reihe Twinturbo
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 221 kW / 300 PS bei 5.500 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min
Getriebe: 9-Gang Automatik
Antrieb: Allrad
Leergewicht: 1.894 kg
Tank: 69 l

Länge: 4.395 mm
Breite (mit eingeklapptem Außenspiegel): 2.088 mm( 1.984)
Höhe: 1.649 mm
Radstand: 2.681 mm
Wendekreis: 11.46 m
max. Hängerlast: 1.800 kg
Gepäckraumvolumen: 577 bis 1.234 Liter

Offroad:
Böschungswinkel vorn (hinten): 22,8 Grad (21.1)
Rampenwinkel: 29,4 Grad
Wattiefe: 500 mm
Bodenfreiheit: 204 mm
Seitengefälle maximal: 35 Grad
An- Abstiegsgefälle: 45 Grad

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 6,4 s
Top Speed: 243 km/h

Verbrauch und CO2:
kombiniert: 8,0 l/100 km
CO2: 181 g/km

Preis in Deutschland: ab 52.850,00 Euro