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Fahrbericht Bentley Flying Spur

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Fahrbericht Bentley Flying Spur: Grand Hotel auf Speed

Wer hätte gedacht, dass Konfizius ein Bentley-Fan war. „Der Weg ist das Ziel“, so der Philosoph, der einst das Edle dieser Welt beschwor. Der neue Flying Spur aus dem Hause Bentley veredelt jede Strasse, sei sie auch noch so verstopft.
Exclusive-Life war in Peking unterwegs, auf den Spuren des Edlen auf Rädern.

 

Bentley-Flying-Spur-Titel

 

Peking – Dunst – Smog – Hochhäuser wie Schornsteine, als lebten die Menschen unter der Erde und die Schornsteine schauen oben raus. Ein Gewusel, ein Gehupe, überall kleine Mopeds mit Anhänger, Fleisch am Stiel für den kleinen Hunger morgens um halb zehn. Man ist auch als Einwohner von Hamburg hier in dieser Stadt ein Landei. Und dann mit dem Bentley Flying Spur durch diese lebende Mensch-Maschine, man schaut aus dem Fenster und sieht nur grimmige Gesichter. Das Land des Lächelns hatte schlechte Laune. Aber der neue Bentley präsentiert sein neues Lächeln. Die Frontscheinwerfer sind neu geordnet, der äußere zeigt nach oben. Smile on me.

 

 

Konfizius sagt: „An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“ Das ist leicht gesagt, der Brite ist mit 625 PS und 800 Newtonmeter unterwegs. Die Zügel zittern ob dieser Kraft, ein Tempolimit und harte Strafen bremsen den Gasfuß, zudem müssen auch die stärksten Autos in dieser Metropole eher gehen als fahren. Schritt für Schritt geht es Richtung Umland. Die Dame im Navi spricht sanft und gelassen, ein paar mal abbiegen und die Türme von Peking verschwinden im Dunst. 150 Kilometer bis nach Jinshanling, dort wartet ein Teil der Grossen Mauer. Mit Wachtürmen, Schießscharten und unzähligen Treppenstufen. Ein Bauwerk, das mit seiner ganz eigenen Magie Millionen Menschen in seinen Bann zieht.

Rückzug in den Konzertsaal. Der Fond des neuen Flying Spur lockt mit dem Charme eines modernen Grand Hotel, man kuschelt mit feinem Leder, lässt die Hände über beste Furniere gleiten und stellt sich vor, wie in Crewe geübte Hände diese Kunst des Handwerks seit Jahrzenten ausüben. Jede Naht ist ein Beleg für Tradition und Qualitätsbewusstsein, jedes Accessoire an Bord ist ein Beweiß für die Zugkraft der Moderne bei Bentley. Ein Beispiel: der Controler am Ende der hinteren Mittelkonsole. Eine Bedieneinheit, die auf Streicheleinheiten der Fingerkuppe reagiert und für perfektes Klima und Massagen sorgt. Das Rear-Seat-Entertainmentsystem bietet zwei 10-Zoll-Monitore, einen WLAN-Router und weitere Features für mobiles Arbeiten oder den Kino-Spaß auf Rädern.

Erinnerungen an den Vorabend. Projektleiter Ken Scott, Entwicklungsvorstand Rolf Frech und Vertriebsvorstand Kevin Rose präsentieren den neuen Flying Spur, der nun ohne seinen zweiten Vornamen Continental auskommen wird. Die Luxuslimousine soll zwar keine neue Modellreihe begründen, wird sich aber deutlich von der Continental-Reihe unterscheiden. Ein Blick auf die Karosserie macht dies deutlich. Allein die Rückleuchten und die Front zeigen die Richtung an.

Bei der Karoserie wurden 50 Kilo Gewicht eingespart, die Motorhaube besteht nun aus Aluminium und der Kofferraumdeckel besteht aus Verbundwerkstoff. Ein aus unserer Sicht bemerkenswerter Vorteil, neben der Gewichtsabnahme ist die Integration der Antenne, die bei anderen Herstellern leider immer noch wie ein Relikt aus alten Tagen auf dem Dach sitzt und den Eindruck erweckt, als habe man bisher kein Mittel gegen Empfangsstörungen gefunden. Bentley zeigt nun wie es gehen kann.

Ken Scott spricht über Geräusche. Man habe die Auspuffanlage neue konstruiert, der Unterboden wurde noch stärker isoliert, die Motoraufhängung wurde optimiert, die Fenster sind noch besser abgedichtet und die Reifen rollen nun noch leiser ab. Kurz, der Flying Spur ist ein Quiet-Room. Bei der Testfahrt haben sich die Ankündigungen bestätigt, der Bentley ist ein Luxus-Flüsterer. Auch wenn man den W12 ab und an hören kann, der Mensch hört einer Maschine nun mal gerne bei der Arbeit zu.

Das Fahrwerk konnten wir nicht wirklich testen, bei Tempo 90 auf einer Landstrasse gilt die Aufmerksamkeit dem Verkehr, der leider zu oft von knatternden Mopeds und Fußgängern bevölkert wird. Die Bremsen jedenfalls arbeiten sauber und direkt. Kurze Sprints machen dem Briten Freude, die Masse von gut 2,5 Tonnen bewegt sich leichtfüßig und sauber. Eine Rennstrecke als Testbühne sollte bei einer weiteren Testfahrt Klarheit über die sportlichen Talente bringen, schließlich spricht man bei Bentley von einer Sportlimousine. Dass der Wagen 322 km/h schafft, ist bemerkenswert aber keine Überraschung.

Konfuzius hat sich wohl nie über schnelle Automobile geäußert, aber das Zitat: „Der Weg ist Ziel“ meint vielleicht auch, dass man den Weg auch mit Überschallgeschwindigkeit genussvoll beschreiten kann.

 

 

Die technischen Daten laut Hersteller:
Motor: W12 mit Doppelturbo
Leistung: 460 kW/625 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 800 Nm bei 2.000 U/min
Antrieb: Allrad (40-60)
Getriebe: 8-Gang Automatik mit Schaltwippen

Karosserie:
Länge in mm: 5.295
Breite in mm: 1.967
Breite mit Spiegel in mm: 2.208
Höhe in mm: 1.488
Wendekreis in m: 11,70
Tankinhalt: 90 Liter
Kofferraum: 475 Liter

Leergewicht in kg: 2.475
Zulässiges Höchstgewicht in kg: 2.972

Fahrleistungen:
Top Speed: 322 km/h
0 – 100 km/h: 4,6 Sekunden
0 – 160 km/h: 9,5 Sekunden
Verbrauch EU-Fahrzyklus:
Innerorts: 22,4 Liter / 100 km
Außerorts: 10,2 Liter / 100 km
Kombiniert: 14,7 Liter / 100 km
CO2: 343 g/km
Preis: ab 161.000 Euro plus MwSt.
Bestellbar ab sorfort
Auslieferung ab Juni

Text: Ralf Bernert
Fotos: Ralf Bernert/Bentley Motors/James Lipman

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