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Buschtaxi-Treffen 2016: Die Land Cruiser Wiesn

Buschtaxi-Treffen 2016: Die Land Cruiser Wiesn

Land Cruiser Wiesn - Buschtaxi Treffen 2016
Land Cruiser Wiesn – Buschtaxi Treffen 2016

Im Moment sind die Bayern wieder ausser Rand und Band. In München wurde o´zapft. Man trifft sich auf einer Wiese, man sitzt zusammen, singt schräge Lieder und trägt merkwürdige Kostüme.
Wem das, weshalb auch immer, nicht gefällt, konnte vor ein paar Tagen eine andere Wiesn besuchen und kann hier nachlesen, weshalb man im nächsten Jahr nicht nach München reisen muß.

Irgendwo bei Marburg, ein kleines Nest in Hessen. Ein Dorf mit Wiese drum herum. Füchse sagen sich hier Gute Nacht und vermutlich werden hier des Nachts ein paar Kühe aus dem Gleichgewicht gebracht. Egal. Vom 9. bis 11. September hatten die Rindviecher ihre Ruhe, dafür dürften sie trotzdem nicht gut geschlafen haben. Mehr als eintausend Geländewagen der Marke Toyota mitsamt Besatzung, Ausrüstung für Safaris oder sehr, sehr lange Touren haben sich getroffen und die schönsten Storys über Australien, Afrika oder den Nordpol erzählt.

Buschtaxi-Treffen 2016 – Auch mit dem Hilux ein Erlebnis

Der Hilux von Toyota ist eine imposante Erscheinung. Ganz in Rot, mit einer Ladefläche aus der man einen eleganten Pool machen könnte und einer Kabine, die vier Erwachsene bequem unterbringen kann. Der Japaner ist ein Bestseller und wer den großen Asiaten einmal bewegt hat, kann bestätigen, dass dieser Toyota ein feiner Wagen ist. Bequem, schnell, geräumig und eindrucksvoll in seiner Erscheinung. Und praktikabel ist er obendrein auch noch.

Ein wenig Handarbeit beim Zeltaufbau ist hilfreich. Wer auf dem Hilux nächtigen will, muß vorher seine Stätte entfalten.
Ein wenig Handarbeit beim Zeltaufbau ist hilfreich. Wer auf dem Hilux nächtigen will, muß vorher seine Stätte entfalten.

Das Päckchen oben auf dem Dach ist ein Zelt mit Leiter, Fenster und Raum für zwei Erwachsene oder drei Kinder, je nach Besatzung und Größe. Es ist in ein paar Minuten aufgebaut, vorausgesetzt, man hat sich vorher zeigen lassen, wie es auf- und wieder abgebaut wird. Die Lust auf Abenteuer, Outdoor-Erfahrungen, Ravioli in der Dose, Essbit-Kocher und Rascheln im Gebüsch wächst und wächst. Es steckt an, vor allem wenn man nach einem Rundgang durch das Gelände den Menschen in die Gesichter schaut.

Alexander Wohlfahrt übernimmt die Führung. Er ist der Organisator des Treffens. Eigentlich könnte man in gut 30 Minuten wieder am Ausgangspunkt des Rundganges ankommen, aber das ist unmöglich. Alex kennt hier jeden, die Hand zum Gruß, ein kurzes Hallo in alle Himmelsrichtungen. Man merkt: Alexander Wohlfahrt ist die Mutter aller Buschtaxis und er macht seine Sache sehr gut.

Ohne großes Brimborium, keine lange Einreiseformalität am Eingang. Wer das Buschgeld gezahlt hat, fährt hinein in diese Welt der Weltenbummler. Er sucht einen freien Platz und schlägt sein Lager auf. Viele verabreden sich, man kennt sich in der Szene und die 15. Ausgabe ist heute mehr ein Familien-Treffen. Jeder bringt was mit. Und das sind Geschichten. Viele dieser Erlebnisse werden auf den Fahrzeugen erzählt. Kurz und knapp, per Aufkleber, die offline SMS. Kanada, Australien, ganze Landkarten, ganze Kontinente sieht man auf den Seitenwänden der Land Cruiser. Dazu Kilometer-Angaben, Routen und einzelne Fotos. Man war dort und man hat was mitgebracht. Erlebnisse, Freundschaften, Emotionen und Lust auf mehr. Deshalb ist das Buschtaxi-Treffen auch weit mehr als eine Zusammenkunft von Besitzern eines Toyota Land Cruiser.

Buschtaxi Treffen 2016 – Eine echt feine Gemeinschaft

Unser Rundgang wird unterbrochen. Ein besonderer Land Cruiser steht vor uns. Mit E-Antrieb. Joachim Maas der „extrem Fahrzeuge GmbH“ erzählt von Gruben, Unter Tage und Minen, kurz von ganz besonderen Anforderungen. Eine Minengesellschaft brauchte ein spezielles Fahrzeug und der Land Cruiser erfüllte diese, bis auf den Motor und seine Abgase, die man in einem geschlossenen System nicht wirklich gut gebrauchen kann. Deshalb der E-Antrieb und die Chance, dass man später aus den Erfahrungen lernen kann. Ein E-Cruiser in Serie? Wieso nicht.

Weiter geht die Reise. Gut 40 Firmen sind hier versammelt. Zubehör, Anbauteile, Restauration klassischer Land Cruiser. Event-Agenturen. Kurz, alles, was der weltoffene Land Cruiser Besitzer so alles brauchen kann. T-Shirts, Kochgeschirr, bruchfeste Teller, Taschenlampen und alles, was der Mensch rund um eine Tour mit dem Land Cruiser so braucht, hält Alex in seinem Shop bereit. Inklusive Busch-Taxi-Sweatshirts plus Frühstücks-Brettchen und allem drum und dran.

Nicht weit von den Firmen findet man ein Zelt und dort werden Vorträge und Workshops gehalten. Man lernt von anderen, man wird motiviert, amüsiert, überrascht und

Die nächste Wiesn wartet. Land Cruiser an Land Cruiser. Feuer werden entzündet, BBQ und ein kühles Bier. Sitzrunden und immer wieder der Gruß Richtung Alex. Wie kommt man auf die Idee? Ein Busch-Taxi-Treffen in Deutschland. Man denkt zunächst an Afrika. Busch-Taxis sind dort Alltag und meist sitzt man in einem Land Cruiser. Alexander Wohlfahrt hat den internationalen Begriff nach Deutschland gebracht, ihn hier kultiviert und das mit einer ganz großem Menge fachlicher Kompetenz zum Thema Toyota Land Cruiser im Gepäck. Der Mann weiß, wovon er redet und er kennt seine Pappenheimer, also all jene, welche in einem Land Cruiser weit mehr sehen, als nur einen All-Terrain-Japaner, den man mit schwungvoller Geste durch mitteltiefe Pfützen schickt und anschließend durch die Waschstrasse um die Ecke laufen läßt.

Es geht um die Lust an der Technik, um Neugier, die man mit dem Cruiser noch klarer befriedigen kann, um Tradition, weil der Land Cruiser seit den 50er Jahren eine Institution ist und es geht um eine Gemeinsamkeit, die man mit vielen Menschen teilen kann. Genau das hat Alex verstanden und eine Gemeinschaft gegründet, die wir als außergewöhnlich offen und freundlich erlebt haben.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich einen Land Cruiser zu kaufen und wer mehr will als nur zwischen Bordsteinen hin und her zu fahren, der sollte sich folgende Website genauer anschauen:

www.buschtaxi.org

.

Wir habe den mächtigen Hilux wieder zurück nach Köln gebracht und sind mit einem festen Vorsatz nach Hause geflogen. Im nächsten Jahr kehren wir zu den Buschtaxi-Leuten zurück und vorher greifen wir uns einen Hilux mit Zelt und Leiter und ein paar Dosen Ravioli, wir wollen ein paar Nächte auf dem Dach des großen Toyota verbringen. Irgendwie hat uns das Busch-Taxi-Treffen schon sehr beeindruckt.

Fotos: Toyota

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