Bentley Flying Star: Der Touring aus Mailand

Mit dem Bentley Flying Star hat der italienische Karosseriebauer Touring Superleggera eine fast perfekte Symbiose aus Luxus und Nutzwert geschaffen. Exclusive-Life stellt den harmoischen Entwurf vor, der sogar ein wenig an seinen Urahn aus Reutlingen erinnert.

 

Hamburg, 15.03.2010

Die Kombination aus Luxus und Nutzwert ist eine reizvolle und oft undankbare Aufgabe. Nicht jeder Shooting Brake ist sein Geld wert. Der Umbau erfordert ein hohes Maß an handwerklicher Fertigkeit, bei höchstens zweistelligen Stückzahlen kann nur bedingt mit Großserientechnik gearbeitet werden. Abgesehen von einigen sehr abenteuerlichen Konstruktionen stehen Shooting Brakes heute hoch im Kurs. Man denke an den begehrten Aston Martin DB5 aus dem Hause Radford. Oder das Einzelstück aus Reutlingen, als Basis diente dem Karrossier Wendler ein S2.

Nun also hat man in Mailand einen GTC zur Hand genommen und mit dem Segen aus Crewe einen Aufbau gestaltet, der den exklusiven Geist des Bentley ebenso entspricht, wie auch das Bedürfnis nach mehr Ladefläche befriedigt. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

 

 

Die Idee

Ein Sammler griff zum Telefon und erkundigte sich nach einem Shooting Brake, bei Touring Superleggera wurde der Mann fündig. Die junge Designschmiede mit Sitz in Mailand stellte sich der Herausforderung und wählte als Ausgangspunkt den Bentley Continental GTC, dessen Karrosserie konstruktionsbedingt über die notwendige Steifigkeit verfügt. Für Chefdesigner Louis de Fabribeckers stellte sich nun die Frage, mit welchen Mittel der sportlich-elegante Charakter des GTC erhalten bleiben kann. Ab der A-Säule wurde neu gezeichnet, die markanten Sicken an der Seite blieben wie die Front und die hinteren Radhäuser unangetastet. Neu sind die auffallenden Rückleuchten, deren Form in den beiden Endrohren wieder auftaucht. Die nach hinten deutlich abfallende Dachlinie dominiert den gesamten Aufbau, dessen Linien allesamt eher sportlich denn voluminös ausfallen.

 

 

Im Innenraum wird deutlich, wer diesen Shooting Brake zu welchem Zweck bewegen soll. Grobmotoriker werden hier wenig Freude haben. Feines Leder und beste Handarbeit rufen nach kultivierter Handabung und entsprechender Ladung. Man kann durch Umlegen der Rücksitze den Laderaum mit 1.200 Liter Transportgut füllen, vier Personen werden bequem und Bentley-like auch bei Tempo 300 kaum unter Platzangst leiden müssen, während im Gepäckabteil die Golfbags auf den ersten Abschlag warten. Auf Wunsch werden Koffer und Reisetaschen in korrespondierender oder kontrastierender Farbe und Material gefertigt. Den Inneraum mag sich der geneigte Kunde ebenfalls in Absprache mit dem Interieur-Designer nach eigenem Gusto gestalten lassen. Auch Freunde der jagenden Zunft werden auf den Büchsenhalter nicht verzichten müssen. Ob eine Wanne für erlegtes Wild verfügbar ist, konnte man uns in Mailand nicht sagen. Vermutlich jagt im Moment der Italiener lieber den Mercedes oder umgekehrt. Leider verschweigt man bei Touring Superleggera das neue Gewicht und auch die Zuladung.

 

 

Zum Anbieter

Die welterühmte Designschmiede Touring, gegründet von Felice Bianchi Anderloni and Gaetano Ponzoni musste im Jahr 1966 aus wirtschaftlichen Gründen die Tore schließen. Vierzig Jahre später und achtzig Jahre nach der Gründung von Touring wurde die  Carrozzeria Touring Superleggera gegründet, das Unternehmen hat sich exklusive Kleinserien spezialisiert.

 

Die technischen Daten (Basis: GTC Speed):

Motor: V12 Biturbo

Hubraum: 5.998 ccm

Drehmoment: 750 Nm

Leistung: 449 kW / 610 PS

0-100 km/h: 4,8 s

Highspeed: 322 km/h

Getriebe: 6-Gang Automatik

Felgen: X-Ray Borrani

Länge: 4815 mm

Breite: 1943 mm

Höhe: 1395 mm

Ladevolumen: 400 bis 1200 Liter

Stückzahl: 20

Preis (GTC als Basis): 590.000,00 Euro

 

Text: Martin Ring

Fotos:  Carrozzeria Touring Superleggera Srl

www.touringsuperleggera.eu

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