Zoff im Paradies

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Streit im Garten Eden: Scheidung zwischen Adam und Eva?


Wenn Adam mehr Äpfel will und Eva gerade eine Diät macht, ist der Krach im Paradies kaum noch zu vermeiden. Ein Investor und ein Hotel-Profi beissen sich gegenseitig medienwirksam in die Waden und die gehobene Hotellerie kämpft gegen schlechte Nachrichten.

Exclusive-Life-Beobachter Leif über Schein und Sein in Berlin und Bad Doberan.

 

Hamburg/Berlin/Bad Doberan, 09.02.2009

Wenn im Treppenhaus gebrüllt, gezetert und gelästert wird, sind die Nachbarn ganz Ohr. Wir kennen das von Heidi Kabel, als sie noch die Kittelschürze trug und die längsten Lauscher im Ohnsorg-Theater hatte. Tratsch, egal wo, macht Freude. Solange man nicht selbst betroffen ist.

Der Streit der Kempinskis und Jagdfelds ist ein lautes Vergnügen. Beide verfügen über ein enormes Organ und brüllen so laut sie nur können. Damit der Zoff nicht nur im Treppenhaus, sondern auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus zu hören ist, haben beide jeweils Hochleistungsmikros in der Hand, auf dass die Allgemeinheit von der zerrissenen Ehe möglichst jedes Detail erfahren möge.

Dass nun also jeder, der es hören will oder auch nicht, über die schmutzige Wäsche der jeweiligen Partei informiert wird, ist weder professionell noch geschickt. Wer sich als Spezialist im obersten Segment der Gastfreundschaft bewegt, sollte wissen wie man Haltung bewahrt. Jedes laute Wort wird von geschwätzigen Vertretern nur zu gerne in die Weiten getratscht. Das Image oder Ansehen leidet auf beiden Seiten.

Besonders schlimm trifft es diejenigen, die seit Jahren hart arbeiten. Zimmermädchen, Köche, Portiers, Kellner und so weiter. Aber was kann ein Empfangschef für schlechtes Management? Was hat der Doorman mit mangelnder Auslastung zu tun? Sie alle werden nun ausbaden müssen, dass die Zahl der Gäste, der Erfolg der beiden Häuser weit unter den Erwartungen geblieben ist. Sie werden jetzt um ihre Jobs bangen müssen, weil Mitteilungs-bedürftige, eitle Menschen sich gegenseitig mit schmutziger Wäsche bewerfen.

40 Prozent - 50 Prozent. Man erinnere sich an die zahlreichen Berichte in der Lifestyle-Medienwelt. Gefeiert wurden beide Hotels. Als Juwelen der Gastronomie. Das Adlon als Wiederauferstehung der Legende. Wer einmal dort war, konnte nicht alle Meldungen bestätigen. Teuer, ja, exklusiv nein. In Heiligendamm mag man nicht vor die Tür gehen, ob der vom Zahn der Zeit geschundenen Nachbargebäude. Im Adlon mögen zwar die Stars logieren, aber sie teilen sich die Empfangshalle mit Rucksacktouristen. Ein Grand Hotel verzichtet auf Pauschalisten, empfängt seine Gäste mit Ruhe und Gediegenheit. In beiden Häusern wurde und wird dies sicher nicht geboten. Die TV-Berichte über hysterische Küchenchefs, gigantische Galadiners und güldene Türdrücker mögen die Masse beeindrucken, der zahlende Gast schätzt das sicher weniger.

 

Mein Wunsch: Familiäre Probleme bleiben in der Familie und Gäste werden nicht mit schmutziger Wäsche belästigt.

 

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Leif´s Teil

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