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California dreaming: LA Motorshow 2009

Zwei große Hallen dazu drei kleinere Räume, dort wo die Zukunft des Autos zuhause sein will, herrscht derzeit noch das Prinzip Hoffnung.

Exclusive-Life hat sich in den Messehallen umgesehen und zwischen einigen Premieren auch eine echte Innovation entdeckt.

 

Los Angeles, 02.12.2009

 

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Die Motorshow in Detroit bleibt das US-Mekka der Industrie, auch weil man in Los Angeles den Mut zur Abkehr vom V8 noch nicht richtig ausleben will. Vorläufig zumindest.

Die "Kentia Hall" liegt ein wenig abseits, man muß den "lower level" ansteuern, um die kleine Halle zu erreichen. Sie ist "tiefer gelegt" und das trifft auch auf die meisten Exponate zu. Hotrots, Dragster, Monster-Vans und Felgen in jeder noch so auffälligen Variante. Grün ist hier nur als Lackierung zu sehen. Natürlich mit Zierstreifen. Über moderne oder sogar zukünftige Ideen will man in der kleinen Halle, die recht überzeugend an die Essen Motorshow erinnert, lieber nicht sprechen. Selbst die Polizei gibt kräftig Gas und zeigt einen aufgemotzten Streifenwagen. Die Jungs in Uniform strahlen und freuen sich über jede Kamera, vor der sie posen dürfen.

Weiter oben, direkt am Haupteingang plaudern zwei Herren über die Show, die Girls und die Promis. Der Terminator sei im Anflug, den ein oder anderen VIP hat man gesehen oder auch nicht. Der erste Pressetag ist ruhig, das Volk darf erst in zwei Tagen rein, bis dahin kann man sich für Ankündigungen Zeit nehmen. Live-Radio ist schnell aber magels Content nicht so richtig angesagt. Zwei Hostessen laufen vorbei, werden um ein Statement gebeten und laufen weiter. Lange Beine habe die eine, meint der Herr hinter dem Monitor, ja "that's the show" bestätigt sein Nachbar.

 

 

The show goes on. Für Porsche ist LA seit zwei Jahren eine willkommene Gelegenheit, Fahrpräsentation und Messe unter einen Hut zu bringen. Den Spyder hat man gleich nebenan auf dem Highway No. One testen können, jetzt steht der neue Zuffenhausener Zweisitzer in der von Porsche exklusiv gemieteten "Petree Hall". Gleich nebenan lädt Ford zur Party. Mehrere verdeckte Autos stehen auf der Bühne, rund zwanzig Teenager stürmen herbei, ziehen die Tücher weg und feiern die Fiestas, sich selbst oder beides. "Der Fiesta ist das wichtigste Auto von Ford". Nebenan  präsentiert Chrysler bekannte Kost, die Premieren werden wohl im Januar in der Heimat vorgestellt.

 

 

Zügig in Richtung Zukunft präsentieren sich zwei deutsche Hersteller. BMW hat das Highlight der Frankfurter IAA nach LA gebracht. Der BMW Vision EfficientDynamics ist auch in Los Angeles der Star. Das Design ebenso spektakulär wie die Technik. 250 km/h mit einem 1,5-Liter Turbodieselmotor und zwei E-Motoren. Reichweite maximal 800 Kilometer. Die Konzeption ist flach wie ein Formel-1-Rennwagen und wiegt gerade mal 1.395 Kilo.

Aus Ingolstadt wurde der E-Tron mitgebracht. Der reine Elektroantrieb treibt den Audi zwar auch auf Tempo 250, allerdings ist nach 240 Kilometern die nächste Steckdose anzusteuern. Der Ladevorgang dauert bis zu acht Stunden. Zum Vergleich: Der BMW ist nach zwei Stunden wieder vollbetankt. Beim Design haben die Audianer eher auf konservative Tugenden geachtet. Der E-Tron kommt eher konventionell daher. Experimente sind nicht die Stärke der Oberbayern von der Donau.

Aus Stuttgart war neben dem Porsche noch der SLS plus diverse Limousinen mit konventioneller und Hybrid-Technik in Los Angeles vertreten. Die in Kalifornien enorm stark vertretene britische Marke Land Rover präsentierte sich mit der kompletten Baureihe. Jaguar stellte seine neue Top-Limousine XJ vor und Aston Martin hatte keine Lust auf LA. Lediglich ein Händler stellte vier Autos rund um eine Sitzgarnitur. Gemäß der Aussage des Herrn Betz: "Selbst wenn wir nur ein paar Autos verkaufen, machen wir noch Gewinn." Glückwunsch zu so einem derart profitablen Unternehmen.

Die Messe insgesamt hinterließ zumindest am ersten Pressetag einen recht schwachen Eindruck. Von green cars kann abgesehen von BMW und Audi nicht so recht gesprochen werden. Tesla und Konsorten wurden nicht gesichtet, Fisker stellte sein Programm vor, konnte jedoch noch keine exakten Daten über die erste Auslieferung seiner Autos geben. Direkt nebenan rang eine Mitarbeitern von Saleen um Aufmerksamkeit. Jede noch so kleine Kamera motivierte die junge Dame ihre ganz persönlichen Vorzüge recht provokant zur Schau zu stellen. Ob dies zum Verkauf eines S7 beitragen konnte, glauben wir eher nicht. Aber wie sagte schon einer der beiden Radiomoderatoren: "That's the show".

 

Text: Ralf Bernert

Fotos: Ralf Bernert

www.laautoshow.com

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