Erfunden von einem Tüftler, gestaltet von einem Besessenen und erdacht für Verzweifelte. Ein kleines, hölzernes Ding schleicht sich mit List und Tücke in die Zentrale des Hirns und flüstert uns ganz leise den Blues der Verzückung ins Ohr.
Exclusive-Life hat gelauscht, die Augen geschlossen und dabei tief Luft geholt.
Irgendwann gegen ein Uhr Nachts betrat er den Raum. Ein feiner aber doch deutlich spürbarer Geruch lag in der Luft. Fruchtig, kaum exakt zu identifizieren. Er sog den Duft in seine Nase, liess ihn sämtliche Rezeptoren passieren, wartend auf die unbestechliche Analyse aus dem Kleinhirn, sprach er mit sich selbst. "Wo zum Teufel bin ich hier?" Die Antwort erreichte ihn schnell. Von oben herab, aus der der Zentrale seines Bewusstseins stürzten drei Silben und gleich danach Bilder in Farbe in sein Vorstellungszentrum. "Zitrone"
![]() |
Ihm wurde anders. Verwirrung machte sich breit. Den Lichtschalter hatte er ignoriert. Erste Tür links, dann den Gang hinunter, dann dritte Tür rechts. Egal. Sein Hirn hatte wie immer blitzschnell das Miteinander der Synapsen organisiert, Daten und Fakten verglichen, zu einer klaren Aussage verbunden. Er konnte, ja er musste sich auf sein Hirn verlassen. Er musste dort sein, wo seine Pein ein Ende finden sollte. Die Zitrone war sein Guide. Seine von Hast und Druck begleitete Reise war nun beendet.
Langsam aber bestimmt nahm er Grundstellung ein, sein Blick suchte im Dunkel das Ziel seiner seit Stunden dauernden Odyssee, er lächelte zufrieden, vor seinem geistigen Auge hatte er schon seit vielen Stunden diesen Moment erlebt. Die Anspannung davor ausgehalten, sogar hinaus gezögert, er hatte seine Position exakt geplant, die perfekte Körperhaltung, die ihm zur Routine wurde, eingenommen. Er öffnete seine Hose, seine Zähne hielten den Hemdzipfel fest, er lächelte. Befriedigung, die Mutter aller Glücksmomente war bei ihm. Sie umarmte ihn, wohlige Wärme durchströmte seinen Körper. Auch wenn der Akt nur zwanzig oder dreißig Sekunden gedauert hatte, diese Sekunden waren wie immer einzigartig auch, als er seiner Frau erklären musste, weshalb er die Anrichte im Wohnzimmer mit dem Lokus im Bad verwechselt hatte.
![]() |
![]() |
Text: Ralf Bernert
Fotos: www.vapodor.de






















