David Ranftl: Der Sammler
Mehr als 200 Exemplare umfasst seine Sammlung. Fächer aus aller Herren Länder und drei Jahrhunderten.
Hamburg im Oktober 2006
Ganz zufällig fand der Gymnasiast David Ranftl (geboren 1985) zu seiner Leidenschaft, als er 1998 seinen ersten Fächer aus Italien mit nach Hause brachte. Mittlerweile ist seine Kunstsammlung aus den verschiedensten Arten und Formen von Fächern aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert auf 217 Stück angewachsen. Staunend hört der Laie von "Kokardenfächern", aus denen sich ein vollständiges Rad herausdrehen läßt, oder von "Parasolfächern", sogenannten "Knickern", dessen Blatt einen leicht gewölbten (Sonnen-)Schirm bildet, oder auch vom "Eventail ˆ dislocation", dessen Blatt in seine einzelnen Segmente auseinander fällt, sofern die falsche Technik des Öffnens angewandt wird.
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Bild oben links: Dieser aufwändige französische Faltfächer - die gebräuchlichste Fächerart - aus dem Jahr 1775 wurde aus Elfenbein fein gesägt, geschnitzt und graviert. Das Blatt besteht aus fester Seide. Die Vignetten sind von Bordüren aus aufgestickten Goldpailletten eingerahmt.
Bild oben rechts: Das also ist ein seltener Kokardenfächer. Man nennt ihn auch "Surprise-Fächer", da er in seiner geschlossenen Form die Tarnung einer Zigarre annimmt. Indem man an der oberen Schnur zieht, öffnet sich das Rad. Zum Schließen zieht man unten. Der Amerikaner Otto Bruck hatte 1867 hierfür ein Patent angemeldet.
Herausragend ist David Ranftl's Fachkenntnis, die er sich in den letzten Jahren als Autodidakt aneignete. Seit nunmehr zwei Jahren restauriert er seine Kunstobjekte selbst, möchte aber nach seinem Abitur die Restauration in England von der Pike auf lernen. Der heute 17-Jährige ist nicht nur leiden-schaftlicher Sammler; manche seiner Fächer bietet er dem Enthusiasten auch zum Kauf an. Und Ranftl ist als Kunsthändler durchaus ernst zu nehmen: Seit 2002 ist er Mitglied sowohl des FCI (Fan Circle International) sowie der FANA (Fan Association of North America).
Vielleicht gelingt es dem jungen Mann ja, sich eines Tages seinen Traum zu erfüllen und sein eigenes Museum zu eröffnen. Wir jedenfalls wünschen ihm alles Gute.
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Bild oben links: Pliantfächer, deren federförmige Einzelblätter (hier) aus weißem Stoff durch einen Faden zusammen gehalten werden, waren in den USA weit verbreitet. Dieser hier aus 1870 stammt allerdings aus England. Ungewöhnlich an ihm ist die Radfächer-Ausführung, d.h. durch Auseinanderziehen der beiden Griffteile läßt sich der Fächer zu einem Rad öffnen. Das Blatt ist noch original mit Marabu-Federn besetzt.
Bild oben rechts: Von der renommierten Pariser Fächerfirma Duvelleroy wurde dieser Feder- oder auch Itfächer hergestellt. Schimmerndes Federmaterial von ca. 15 Eichelhähern wurde an die einzelnen Schildpatt-Stäbe montiert. Diese werden von einem Seidenband zusammengehalten. Üblich war im 19. Jahrhundert, den Bügel mit einer Quaste zu verzieren; hier: in dunkelroter Seide mit gedrehter Kordel.
Text: Corinna Keller
Fotos: Helmut Ranftl























