René Jules Lalique (1860-1945): Der Wegbereiter
Rene Lalique ist für sein Design von wundervollen Glasgegenständen in klarem, gefrostetem und gefärbtem Glas berühmt: Sein umfangreiches Spektrum reicht von Kühlerfiguren, über Spiegel, zu dekorativen Vasen und Schalen aus opalisierendem Glas bis hin zu sagenhaften Duftflakons.
Hamburg im November 2004
Der Glaskünstler kreierte über 250 unter-schiedliche Flakons für Coty, Houbigant und viele andere französische Parfumhäuser und ließ sie in seinen eigenen Glaswerkstätten (Clairfontaine, Combes-la-Ville und Wingen-sur-Moder mit damals 600 Arbeitern) seriell produzieren. Auf der Pariser Weltausstellung von 1925 fanden Lalique's Art-déco-Werke größte Bewunderung. Heute sind viele seiner Kreationen, wenn nicht in Sammlerhänden, weltweit in Museen zu finden.
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Obgleich Lalique's Name heute vorwiegend mit herausragendem Glasdesign in Verbindung gebracht wird, fand der Goldschmied und Glaskünstler auf der Pariser Weltausstellung von 1900 mit seinen stilbildenden Schmuck-Exponaten nicht weniger Anerkennung. Für Firmen wie Boucheron, Cartier und Vever kreierte Lalique Schmuckstücke aus Gold und Edelsteinen kombiniert mit ungewöhnlichen Materialien wie Elfenbein, Schildpatt und Email.
Bereits die Römer liebten es, ihre Streitwagen zu verzieren, seit Jahrhunderten ist es Brauch, den Bug eines Schiffes mit Gallionsfiguren zu schmücken. Warum also nicht auch den Kühlergrill? So fragte sich wohl der Auto-Enthusiast Lord Montagu of Beaulieu 1899 als er als Erster eine St. Christopherus-Figur auf seinen Daimler montierte.
Nachdem vor 100 Jahren keine Kühlerfigur für nur eine Automarke bestimmt war, waren Höhenflügen der Phantasie, Kitsch und Kunst, und insbesondere der Originalität und dem Ideenreichtum von Werbefirmen keine Grenzen gesetzt.
Kühlerfiguren wurden aus einer breiten Palette von Materialien gefertigt, ob Bronzeguß, gegossenes Messing, Nickel, Chrom oder Silber. Wirklich erlesen waren die Kühlerfiguren des Franzosen René Lalique. Diese waren aus Glas. Ende der 20er Jahre stellte er ca. 30 verschiedene Glasskulpturen für die Motorhaube her - vor allem Tierskulpturen (oder eben diese nackte Schönheit).
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Kunst in jedem Fall, doch oft ohne Nutzen war des Autoliebhabers Schmuck. Mit 85 mm bis 160 mm sind Lalique's "Objets d'Art" relativ groß. Feine Details zeichnen sie aus. Noch attraktiver sind manche seiner Kühlerfiguren durch die eingearbeitete indirekte Beleuchtung. Vielleicht hat der Sammler auch das Glück, eine abschraubbare Einzelanfertigung mit "Calormeter" (einem Temperaturfühler für das Kühlwasser) zu finden.
Lalique's Kunstwerke waren früher insbesondere in den USA gefragt - man denke an die legendären Luxuswagen Duesenberg, Cord oder Marmon. Heute wird seine Kunst mehr und mehr von Auto-Enthusiasten und Sammlern in Großbritannien geschätzt, auch wenn Großbritanniens Regierung 1966 Kühlerfiguren bei für den Straßenverkehr zugelassenen Wagen verbot und viele europäische Länder diesem Beispiel folgten.
Text: Corinna Keller
Fotos: John D. Sheare























