And the beat goes on!
Seit neun Jahren hat Hamburg einen neuen Pulsgeber: Das Hamburger Motorrevival oder genauer das Revival des Hamburger Stadtparkrennens. Hunderte zwei-, drei- oder vierrädrige Klassiker geben den Takt in Hamburgs grüner Lunge an und begeistern mit Sound und Rhythmus.

Exclusive-Life hat sich einen Platz an und auf der Bühne verschafft und live miterlebt, wie man in Hamburg automobile Raritäten feiert.

 

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Hamburg, 04.09.2009

Über das Wetter in Hamburg spricht man nicht, man lebt damit, unter Oldtimer-Enthusiasten sowieso. Und weil die Hansestadt über eine enorme Dichte an klassischen Autos, Motorrädern und sonstigen historischen Fortbewegungsmitteln verfügt, ist jede Gelegenheit zur Ausfahrt willkommen - auch für Zuschauer.

 

 

1934. Hamburg richtet das erste Stadtparkrennen aus. 80.000 Zuschauer erleben Gespanne und Solomaschinen zwischen 350 und 1000 ccm Hubraum. Die sechs Kilometer lange Strecke führt durch den Stadtpark und etabliert sich sofort als fester Bestandteil deutscher Motorrad-Rennstrecken. 1938 werden erstmals auch Automobile zugelassen. Nach dem Krieg wird die Strecke gekürzt und das Statdtparkrennen wird wieder als Rennen für Solomaschinen und Gespanne ausgeschrieben. Das letzte offizielle Stadtparkrennen findet 1952 statt. Ein Unfall beendet die kurze und sehr erfolgreiche Ära in Hamburg. 90.000 Zuschauer erlebten legendäre Rennfahrer wie Georg (Schorsch) Meier, Hans Stuck und auch Bernd Rosenmeyer, der zu Beginn seiner Karriere auch auf zwei Rädern unterwegs war.

 

 

2009. Zum neunten Mal lädt Uwe Quentmeier zum "Motorrevival" in den Stadtpark. Die Strecke ist 1,7 Kilometer lang, eine lange Gerade mit Tribüne und Sprecherkabine, zwei Fahrerlagern jeweils für Autos und Motorräder und alles, was den Oldtimer-Freund magisch anzieht. Teile- und Oldtimer-Händler, Wurst vom Grill, frisch gezapftes Bier und völlig kostenlos Benzin- und Gummiduft. An Atmosphäre hat es in Hamburg noch nie gemangelt.

 

 

Ein Gang vorbei an den Zelten im Fahrerlager der Automobile. Vorn am Eingang ein kleines Karussell, dann die Autos der Teilnehmer. Vom E-Type über den Bizzarini bis zum Fetzenflieger. Die Auswahl reicht über 70 Jahre Automobilgeschichte. Mitten drin das legendäre Prototyp-Museum. Zehn Autos oder genauer Fahrmaschinen wurden aus der Hafencity mitgebracht: Seltene 356er, die Neander-Fahrmaschine, die 1939 hier schon am Start war und die Klasse der Sportwagen bis 1,5 Liter gewann. Und der Fetzenflieger des Österreichers Otto Mathé, mit dem Thomas König und Oliver Schmidt, die beiden Gründer des Prototypmuseums schon bei Lord March in Goodwood zu Gast waren.

Ein Runde um die Strecke. Die Demo aus Ingolstadt fesselt die Zuschauer. Hans Joachim (Strizel) Stuck eifert seinem Vater nach; er hetzt einen Ur-Quattro um die Kurven. Die Hamburger sind begeistert. Kurze Zeit später sind die Artisten des Motorsports an der Reihe. Die Gespanne aus Motorrad und Beiwagen sorgen für Bewunderung. Väter erzählen ihren Söhnen und Töchtern von E-Types, Austins und 911ern. Nun wissen die Kids, wovon Papa früher träumte und weshalb der Kombi von Audi auch mit 300 PS nicht so viel Spaß machen kann.

 

 

Am Vorstart machen sich die GT-Wagen bis 1978 bereit. Ganz vorne ein 911 mit Rallye-Ausrüstung, Rothmans-Werbung und drei Passagieren an Bord. Ein kurzer Wortwechsel mit der Pilotin und hinter dem Fahrersitz nimmt der Reporter von Exclusive-Life Platz. Helm auf zum Gebet, die Kamera im Anschlag und die Fuhre geht los. Sabine Lieske ist im normalen Leben Fachanwältin für Familienrecht; heute chauffiert sie den 265-PS-Porsche locker durch Schikanen und Kehren der Strecke. Nach fünf oder sechs Runden ist die Fahrt vorbei. Die Kamera liefert zwei Beweisfotos. Die Juristin hätte das Verfahren gerne verlängert, aber die nächste Gruppe mit hoch motivierten Teams lässt die Motoren an.

 

 

Die Herren in der Kabine: Wolfgang Blaube und Egon Müller. Blaube, Journalist und lebende Datenbank für alles, was vier Räder hat und Sandbahn-Legende Egon Müller sind die Stars am Mikro. Wer bis zu diesem Wochenende nur über elementare Kenntnisse zu den Themen Motorsport, Technik auf zwei oder mehr Rädern hatte, konnte anschließend im Freundeskreis mit Fachwissen glänzen. Die beiden gaben nicht die Streckensprecher, sie wussten ihr Publikum mit spannenden und teilweise sehr unterhaltsamen Geschichten zu begeistern. Selten wurden Rennpausen derart amüsant und lehrreich überbrückt. Natürlich stieg der Seriensieger Müller auch auf seine Maschine und demonstrierte seinen Fans, dass man mit 60 noch reichlich Benzin im Blut haben kann. Im nächsten Jahr werden die beiden Herren wieder an der Start-Zlel-Geraden sitzen und jede Menge Fachwissen und Anekdoten aus ihren enormen Ärmeln schütteln.

 

 

Text: Martin Ring

Fotos: Ralf Bernert

Weitere Infos zum Motorrevival: www.motorevival.de

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