Reportage: Oldtimer Grand Prix Nürburgring 2009
"Wenn nix mehr geht, dann fahr ich einfach nach Gefühl." Recht so, die zigtausend Fans sind ja schließlich in die Eifel gefahren um Rennwagen in Aktion zu sehen. Und sie bekamen was zu sehen. Minis, Maxis und die ganz dicken Jungs aus Le Mans.
Exclusive-Life war vor Ort. Am Freitag bei strahlender Sonne auf der Nordschleife und am Samstag mitten in den Wolken.

Nürburg/Adenau im August 2009
"Die trainieren nur." Der Streckenposten am Flugplatz versprach zwar die besten Aussichten auf "wirklich" klasse Fotos, aber die Rennfahrer spielten nicht so richtig mit. Abheben geht anders. Das Training am Freitag zum Historic Marathon 500 verlief eher ruhig, das Rennen danach gewannen Frank Stippler (ehemals DTM für Audi) und Markus von Oéyenhausen auf einem E-Type. Sie jagten den Jaguar mit 10,36 Minuten (schnellste Runde) über die Nordschleife plus GP-Strecke und verwiesen eine AC Cobra auf den zweiten Rang.
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Und weil nach den Langstrecklern noch die Teilnehmer der Youngtimer-Trophy auf die Nordschleife gingen, konnten wir gleich noch einen M1 in vollem Rennanzug und eine wilde Cobra auf die Speicherkarte bannen. Dass auch hier eher gerollt wurde, mag an der noch nicht erreichten Brems- und Reifentemeratur gelegen haben. Zumindest wurde uns dafür ein etwas längerer Anblick des BMW geährt, was nun auch nicht alltäglich ist.
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Die zwei Bayern gehören noch zum 500 Marathon, ebenfalls beim Training. Zwei Generationen auf freier Wildbahn - interessant vor dem Hintergrund, dass BMW in Zukunft noch stärker im Tourenwagen-Sport aktiv sein will. Dem Ausstieg aus der Formel-1 sei Dank. Bei einem Gespräch mit einem BMW-Verantwortlichen wurde die Frage nach einem Engagement beim DTM gestellt und wie folgt beantwortet. Das DTM sei keine FIA-Veranstaltung und eine rein nationaler Event. BMW als international agierendes Unternehmen werde sich ausschließlich auf internationalem Motorsport-Parkett bewegen.

Lola rannte
Der Chevron B26, den Sie unten sehen, schaffte Platz 19. Immerhin wurde der Brite John Burton mit dem 74er CanAm-Wagen nicht Letzter, zehn Wagen hinter ihm schafften es nicht in die Wertung. Die Lorbeeren durfte sich der Frankfurter Timo Scheibner auf einem Lola T222 aus dem Jahr 1971 abholen. Zum Vergleich: Der B26 von Burton wird von einem 2-Liter-Motor angetrieben, Scheibners Lola schöpft aus 8.300 ccm Hubraum 650 PS.

Über den Wolken ist Freiheit, darunter Schatten und mitten drin erinnert man sich an Edgar Wallace oder einen typischen Herbsttag am Nürburgring. Für die Rennleitung gab's eine extra Portion Stress, für die Zuschauer einen extra langen Spaziergang durch das Fahrerlager und die vielen Zelte. Für die Teilnehmer war eine extra Portion Geduld angesagt und die Pressefotografen machten gute Miene zum trüben Spiel. "Ein paar Bilder dieser Art sind ja ganz witzig, aber wenn das bis heute Abend so weiter geht, mach ich früh Feierabend." Wir haben natürlich der Natur ihren Platz in unserem Bericht eingeräumt, wobei nicht vergesen werden sollte, dass trotz der schlechten Sicht die Fahrer wohl die geringsten Probleme hatten. Unmittelbar vor dem Start der Grand Prix Autos bis 1965 fragten wir mehrere Fahrer nach ihrer Einschätzung der Bedingungen. Einstimmiges Urteil: "Kein Problem, die Sicht ist gut."

"Noch zehn Minuten bis zum Start!" Die Aufstellung auf der Start-Ziel-Geraden passt, die Zuschauer warten hinter der Pitlane und die Techniker warten mit den Startern auf die Kommandos des Rennleiters. "Noch fünf Minuten bis zum Start!" So langsam werden die letzten Instruktionen an die Fahrer gegeben und dann heisst es: "Noch zehn Minuten bis zum Start!" Bei manchen Piloten wollte man schon den Tee reichen, andere suchten per Handy nach Wetterdaten. Egal, der Maserati Tipo 61 setzte sich in beiden Rennen durch.
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Folge dem Stern
Das Highhlight für viele Besucher war sicher der Auftritt der Gruppe C. Ganz vorn in der Zuschauergunst und auch im Rennen der Mercedes Sauber C9. 1989 und 1999 errang der Franzose Jean-Louis Schlesser im C9 die Weltmeisterschaft. Am Nürburgring konnten weder der XJR-8 noch ein Porsche 962 dem Silberpfeil folgen.

"Anflugkontrolle an Bodenpersonal, bitte Radar einschalten!"
"Man hört sie, aber man sieht sich nicht." Links unten haben wir ein wenig mit der Software nachgeholfen, rechts sehen Sie ein Original. Boshafte Fotografen haben auf den ersten Einschlag in der Streckenbegrenzung gewettet, zum Glück hat niemand mitgespielt. Die Rennleitung hatte in weiser Voraussicht nur Rennen gestartet, die vorher auf der Strecke bereits trainiert hatten. An spannenden Duellen Ausgangs der Start-Ziel-Geraden hat es nicht gemangelt. Wer extra aus England, Australien oder den USA anreist, wird sich von ein paar tiefer gelegten Wolken nicht demotivieren lassen.
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Während der Pausen am Samstag haben wir uns ganz nebenher die Neubauten am Ring angeschaut. Das gigantische Werk trifft nicht unseren Geschmack, soll aber seine Chance haben. Und wir hoffen, dass die Tradition am Ring erhalten bleibt. Auch für alle Anwohner.
Text: Martin Ring
Fotos: Ralf Bernert
Hier finden Sie alle Ergebnisse und zahlreiche Informationen:
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