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Melkus RS 2000

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Automobile - Sportwagen

Osterweiterung á la Melkus

Ein halbes Jahrhundert Motorsport, Enthusiasmus und Einfallsreichtum. Heinz Melkus´ einsame und wunderbare Reise durch den DDR-Motorsport erreicht ein beeindruckendes Etappenziel. Mit dem Melkus RS 2000 läuten Enkel und Sohn eine neue Ära der deutschen Sportwagen-Geschichte ein.

 

Dresden/Hamburg, 07.06.2009

Das Design steht, die Technik ist verbaut, jetzt folgen die Testrunden. Ohne abgesperrte Strecke, auf öffentlichen Strassen, irgendwo rund um Dresden. Den Luxus westdeutscher Manufakturen kann sich das kleine Familienunternehmen nicht leisten. Vermutlich wollen Enkel und Sohn des berühmten Rennfahrers und Sportwagenkonstrukteurs Heinz Melkus das auch nicht. Die Geschichte des Namens Melkus kennt keine Hightech-Instrumente.

 

 

Das Herz eines Sportwagens made in GDR. 37 kW als Basis für eine sportliche Karriere, das klingt nach einer Kart-Serie. Das Motörchen (oben links) wurde auf 51 kW getrimmt, mit Vergasertechnik von MZ und modifiziertem Auspuff schaffte der Melkus RS 1000 gut 165 km/h und setzte mit seinem Design ein Ausrufezeichen hinter die vom ADMV (Allgemeiner Deutscher Motorsportverband) geforderte Entwicklung eines reinen DDR-Sportwagens. Heinz Melkus (oben rechts), seit 1959 im Rennsport aktiv, stellte 1969 mit dem RS 1000 einen optisch an italienische Sportwagen erinnernden Flügeltürer vor. 101 Exemplare wurden gebaut.

 

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20 Jahre nach dem Ende des RS 1000 stellte Melkus eine kleine Nachfolge-Serie auf die Räder, 20 Exemplare wurden gebaut. Nach dem Tod von Heinz Melkus im Jahr 2005 übernahmen Sohn Peter und Enkel Sepp die Geschäfte. Heinz Melkus hatte nach der Wende die erste BMW-Niederlassung in Ostdeutschland eröffnet, eine Vertretung von Lotus-Automobilen kam später hinzu.

Dass nun ein Nachfolger des RS 1000 auf den Weg gebracht wird, hat weniger mit nostalgischen Emotionen zu tun. Der RS 2000 soll weder Wartburg-Technik beherbergen, noch die damalige Leistungsklasse besetzen.

 

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Ein Vergleich mit dem RS 1000 zeigt natürlich optische Parallelen. Wie schon beim Vorgänger sind die Vorlieben von Heinz Melkus sichtbar. Die Flügeltüren als auffälligstes Charakteristikum, auf Wunsch mit herausnehmbaren Glassegmenten. Die gesamte Erscheinung des RS 2000 erinnert einerseits an die 60er Jahre, wird aber aktuellen Bedürfnissen gerecht. Der Melkus soll im Motorsport eingesetzt werden, die Aerodynamik des Zweisitzers wurde von Lutz Fügener, Designer und Professor für Transportation Design am studioFT entworfen.

 

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Über die Technik will man bei Melkus noch keine Informationen veröffentlichen. Die enge Verbindung zum Hersteller Lotus und das Leichtbaukonzept deuten auf die Verwendung von Lotus-Komponenten hin. Der Wagen soll weniger als 1.000 Kilo auf die Waage bringen, eine üppige Motorisierung ist daher kaum realisierbar.

 

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Das Heck verrät sehr deutlich, wohin die Reise des Dresdner Rennwagens gehen soll. Druck von oben und geordnete Luftführung dank des Diffusors sollen den schellen Sachsen mit ausreichend Grip versorgen. Der RS 2000 wird kein Cruiser, sondern ein Kurvenstar.

So hübsch der RS 2000 auch daher kommt, so dynamisch sollte er auch unterwegs sein. Die nächsten Wochen gehören den Testfahrern und Entwicklern. Wir sind gespannt, wie sich der Melkus auf der Strasse präsentieren wird. Der erste öffentliche Auftritt soll in Frankfurt auf der IAA absolviert werden.

Wer den rund 100.000 Euro teuren Sportwagen schon jetzt ordern will, wird bei Melkus freundlich empfangen. 25 Stück sollen pro Jahr gefertigt werden.

 

Text: Ralf Bernert

Fotos: Melkus Sportwagen KG

www.melkus-sportwagen.de

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