Lotus Evora
Mönchzelle de luxe: Lotus Evora
Lotusfahren bedeutete bisher der geistigen Reinheit und der körperlichen Reinheit zu huldigen. Kurven-Zen quasi, Kurven nichts als reine Kurven. Mit dem Evora zeigen die Briten nun ein Auto, das britischen Sportsgeist und gehobene Autowelt unter einem Dach vereint.

Hamburg, 02.06.2009
Kurven-Zen quasi, Kurven nichts als reine Kurven. Außerdem limitiert durch vier Zylinder und exclusive Stückzahlen. Letztes Jahr wurden 2500 Lotus gebaut – bei Ferrari waren´s 6800 Autos.
In der jüngeren Produktionsgeschichte-genau seit 13 Jahren - gab es eigentlich nur die Elise, abgesehen von zugespitzten Derivaten, wie der Exige oder dem Two -Eleven,dem R340, und zur Arrondierung in letzter Zeit der leicht alltagsgepolsterte Europa.
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Wir reden hier aber vom puren Fahren.Leichtgewichtig, kurvengierig-volle Konzentration auf das Wesentliche- und Härte.
Eingegossen in eine beinharte Kunststoffschale, angeflanscht an ein rigides Alu Compound-Gehäuse, brauchtest du bisher Muskelkraft, hast dein eigenes Wort nicht mehr verstanden, und verlorst beim Ein- ,aber eher beim Aussteigen deine Würde, zur Gaudi des umstehenden Publikums. Aber schon irgendwie ein fahrerischer Himmel auf Erden.
Jetzt aber.
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Ein Lotus mit vier Sitzen, Servolenkung und Komfort? Shocking! Aber keine Sorge: Der neue Lotus Evorableibt ein Spitzensportler. Was den Evora so herausragend macht. Im Inneren ist er gehobene Autowelt,aber trotzdem ein waschechter Lotus mit der ganzkörperlichen Sportlichkeit, und den Lotus-spezifischen Konstruktionscharkteristika.
Trotzdem finden wir Servolenkung,lederne Recarositze mit neigungsverstellbaren Rücksitzlehnen, auf Wunsch mit Navi-Touch Screen, Soundanlage, USB/ipod Schnittstelle, oder sogar eine Reifendruckkontrolle. Haben wir etwas vergessen, ach ja zwei niedliche Rücksitze, die man aber bei 4.34 Meter Aussenlänge nicht wirklich ernst nehmen kann. Bestenfalls handelt es sich hier um eine konzeptionelle Raumerweiterung. Sie sind auch als Abgrenzung dunkler als der Innenraum, bei heller Innenausstattung, abgepolstert.
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Keine Angst dem Leichtbau wird dabei nicht abgeschworen.
Chassis 200 kg
Magnesium-Lenkrad mit Airbag 1,8 kg
Summasumarum reden wir hier von 1380 Kilo, davon liegen 60 % des Gewichts auf der Hinterachse.
Das bedeutet, Lotus Fahren ohne Zähne zusammenbeißen. Mit 6-Ganggetriebe und 280 PS aus dem Toyota 6-Zylinder des Camry, natürlich von Lotus mit anderem Kennfeld, und anderem Sound versehen.Klingt trotzdem ein bisserl brav, aber nicht handzahm. Im Gleiten ist der 3,5-Liter-V6 zwar leise und begnügt sich mit 8,7 l/100 km (= 205 g/km CO2). Aber wer Gas gibt, weckt eine Drehmaschine mit 280 PS (Drehmoment 350 Nm bei 4700/min). In 5,1 Sekunden saust man auf Tempo 100. Spitze: 261 km/h! Und das stets elastisch und unangestrengt.
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So viel Alltagstauglichkeit bot Lotus also noch selten: Morgens muss man nicht mehr so ungelenk hinters Lenkrad klettern, unterwegs kann man reden statt brüllen, es gibt etwas Gepäckraum (160 Liter), und abends kommt man ohne Rückenschmerzen heim. Ein- und Aussteigen geht jetzt auch lässiger. Lotus geschmeidig also, oder ein bisser gereifter Purismus.
Was wir mögen
Lotus Fahren über den Elise hinaus.Demnächst vielleicht auch als Kompressor-Version oder als Esprit-Nachfolger mit 8-Zylinder.
Was uns fehlt
Die Phantasie das hinten wer sitzen kann
Was uns überrascht
Immer noch Lotus, trotz oder gerade wegen Komfortanreicherung, keine Weichspülung.
Mittwettbewerber
2+2 Sitzer mit Mittelmotor. Hmh, Porsche Cayman vielleicht, aber nicht wirklich.
Text: Martin Ring
Fotos: Group Lotus


























