Mini Countryman: Stadt - Land - Fluss
Man kann mit dem Namen spielen: Countryman. Wir spielen lieber mit dem Auto. Der Neue von Mini, ein Viersitzer mit Antrieb an vier Rädern, fünf Türen und dazwischen schier unendlich vielen Möglichkeiten.
Exclusive-Life fuhr den Countryman.
Hamburg, im Juli 2010
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Das muss erklärt werden, vor dem Einstieg vorn werden die beiden hinteren Türen geöffnet und dann die Heckklappe. Der Countryman ist ein Fünftürer und ein Viersitzer. Hinten sitzt man prima. Die Sitze lassen sich verschieben, wie im Wohnzimmer. Lange Beine werden nun nicht mehr schräg nach vorn in Richtung Mitte verschränkt, sie dürfen lang bleiben. Oben ist Platz, vielleicht sogar mit Hut, Wir haben das nicht ausprobiert, Adenauer würe aber bestimmt auch mal eingestiegen. Wohl auch, weil er zwischen den Sitzen eine wirklich schöne Sache entdeckt hätte. Eine Schiene auf der man allerlei befestigen und dann verschieben kann. Sonnenbrillen inklusive Etui, Tassen, Telefone und irgendwie alles, was man sonst im Auto liegen lässt und nach fünf Wochen wieder findet. Ein Wunsch von uns: Eine Halterung fürs iPad.
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Der Kofferraum ist ein echter Raum für Koffer, Taschen, Kisten und Schachteln. Was lose hinein gelegt wird, kann angebunden werden. Zwischen 350 und 1.170 Liter lassen sich hinein füllen, der Golf von Volkswagen schafft ein paar Liter mehr, ist aber dafür um viele Kubikmeter langweiliger.
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Ganz vorn ist der Countryman natürlich als MINI eindeutig zu identifizieren. Die kleinen Schalterserien, oben unten und dann der gigantische runde Ausguck. In U-Booten oder bei den Fluglotsen kann man auf solchen Bildschirmen immer eine grüne oder weiße Linie sehen, die bei jedem Punkt dieses typisch militärisch-spannende "Piep" ausspuckt. Im MINI werden keine Flug- oder Feindobjekte ausgemacht, der Countryman sendet Navigations- und Fahrdaten an die Mannschaft. Witzig ist der "fliegende" Anzeiger, der an der Skala entlang das aktuelle Tempo anzeigt, ähnlich einem Thermometer nur eben nicht nur nach oben und unten sondern im hohen Bogen.
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Für den Fahrer sind alle Infos und Anzeigen MINI-like platziert und gut abzulesen. Zwischen den Vordersitzen findet man zwei interessante Dinge. Die kleine Ablage mit Deckel ist als Garage für das iPhone gedacht, das Telefon kann sich sofort mit dem MINI unterhalten, es liefert sogar sage und schreibe 25.000 Radiosender aus dem Internet. Wozu braucht der Mensch also noch eine Antenne? Vor dem Handy-Parkplatz haben die Briten einen wirklich wuchtigen Hebel angesetzt. Wo im BMW eine kleine Taste schlummert, greift der Countryman-Fahrer zum Riesenhenkel. Schön ist er nicht, aber sicher einzigartig.
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Ein kleiner Knopf erweckt den Motor vorn zum Leben, unser Testwagen wird von einem Reihen-Vierzylinder mit 240 Nm Drehmoment und 185 PS angetrieben. Das 4,11 Meter lange Auto (der Hatch ist 40 Zentimeter kürzer) lässt sich prima um Hindernisse im Parkhaus zirkeln, später in der Stadt freuen wir uns über das oft gelobte Cart-Feeling. Die Ecken des Countryman sind mit den Rädern bestückt, das schafft kurze Überhänge und in Verbindung mit der elektrisch unterstützten Lenkung lässt sich der neue MINI schnell und präzise um engste Ecken steuern. Für mehr Ruhe und Gelassenheit am Steuer sorgt der Vierradantrieb, der die Kräfte des Briten sauber verteilt. Hilfreich sind zahlreiche elektronische Fangleinen und Aufpasser, die bei Bedarf die Kräfte des MINI organisieren oder zumindest blitzschnell neu verteilen.
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Nach ein paar Stunden Fahrt ins Blaue, die Norddeutsche Landschaft scheint den jungen Wagen aus Oxford erwartet zu haben, lässt sich die Frage nach dem Charakter des Countryman recht eindeutig beantworten. Für 27.900,00 Euro wird dem Kunden einerseits ein echter MINI auf den Hof gestellt, der mit Allradantrieb und allerlei Lifestyle bestens ausgestattet ist, andererseits bietet der Countryman eine enorme Liste an Ausstattungsvarianten, die dem potenziellen Kunden ein Gefühl von Individualität vermitteln, das man sonst bei keinem anderen vergleichbaren Hersteller findet. Im Vergleich zu den restlichen Mitgliedern der MINI-Familie muss man dem Countryman ohne Zweifel eine Sonderrolle zusprechen. Er wird dank seiner Maße und auch seiner Optik wegen ohne Welpenschutz auskommen. Fehlen wird er ihm aber nicht, der Countryman ist ein sehr erwachsenes Auto für Menschen mit einem ausgewachsenen Sinn für Spaß und Freizeit.
Text: Ralf Bernert
Foto: Hanns-Peter Keller, Ralf Bernert, Hersteller
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