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Automobile - Fahrberichte

Jaguar XJ: Englishman in Germany

Er ist ein besonderer Typ. Mit Ecken und Kanten, eine markante Erscheinung.  Manche mögen ihn nicht, andere sehen in ihm den Punkt auf dem kleinen i. Was kann er und was macht er? Der neue Jaguar XJ.
Exclusive-Life hat den Briten getroffen, erfahren und erlebt.

 

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Peter Modelhart, Geschäftsführer Jaguar Deutschland, ist begeistert. Das exzellente Filet auf seinem Teller dürfte ein wenig neidisch sein. Der Koch ebenso. Modelhart spricht über den neuen XJ und ignoriert fast das gute Menü. Er spricht von Begeisterung und drückt sie auch aus. Mit den Händen, den Augen und seiner Stimme. Hier spricht ein Enthusiast für den die Marke Jaguar etwas Besonderes ist, deren Produkte natürlich auch. Trennen könne man das nicht. Marke und Produkt, zumindest bei Jaguar. Er spricht von Individualität, dem Besonderen und der Klientel, die in einem Jaguar eben mehr sehe als nur eine Limousine.

 

Die Rede ist vom neuen XJ, dem neuen Wurf der Traditionsschmiede mit der großen Katze im Logo, die in letzter Zeit ihre Kleider abwirft, sich von Tweed und Lederknöpfen befreit und dabei so manchem eingefleischtem Jaguar-Enthusiast die Idealvorstellung vom britischen Lebensstil zumindest leicht durcheinander wirbelt. Mit dem XF ging die Reise los, mit dem XJ hat Jaguar nun die nächste Stufe oder besser Stufen gezündet, denn der neue Englishman  hat nicht nur die Kleider sondern auch das Gemüt gewechselt.

 

 

Beginnen wir bei der Garderobe, die wir bei einer ersten Präsentation vor einigen Monaten kurz begutachten durften. Damals stand das Modell unbeweglich vor uns, die Gutachter bewegten sich, umrundeten den neuen Briten und blieben nahezu ausnahmslos am Heck oder wie ein Kollege etwas lässig meinte "am Hintern" hängen. Die Leuchten, die Formen und die gesamte  Erscheinung ist auffallend, interessant und irgendwie anders. "Wenn ein Paradigmenwechsel optisch auszumachen ist, dann hier." Soweit der Kollege.
Die Jaguar-Gemeinde kann sich an diesem Ende der Limousine reiben. Man mag ihn nicht schön finden oder sogar not very british finden, die Perspektive ist hier wie so oft entscheidend. Aus unserer Sicht ist zunächst einmal wichtig, ob die Proportionen stimmen und die Linie des Ganzen erkennbar ist. Das haben die Designer bei Jaguar geschafft.

Wir haben Peter Modelhart nach dem Layout der Rückleuchten befragt. Seine Erklärung ist einleuchtend: "Sie sehen drei rote Krallen, daneben eine weiße, alle von Außen nach Innen gestreckt. Genau so wie beim Jaguar, der vorn fünf und an den Hinterpfoten vier Krallen besitzt." Soweit wäre dann die Frage nach der "Jaguar-Tradition" im Design des Hecks auch geklärt.

 

 

Die Front des XJ bedarf mittlerweile keiner Erklärung mehr. Der XF hat die Vorarbeit gemacht. 33 Millimeter mehr Breite bietet der XJ im Vergleich zum XF und die wird dank der eleganten Leuchten und der auffallend sportlich-markanten Haube sehr gut dargestellt. Das enorm große Glasdach schwebt quasi auf seinen Säulen, gewährt beeindruckende Innen- und Außenansichten. Überhaupt sind die 5,122 Meter Jaguar  bestens geformt. Die Seitenansicht offenbart den Spagat zwischen Coupé und Limousine, den die Briten mit Bravour gemeistert haben, auch dank der geschickt verglasten D-Säule. Dass der neue XJ mehr Athlet im Smoking ist als sein Vorgänger muss eigentlich nicht erwähnt werden.

 

 

Innenansichten einer Katze


Keine Orientierungsprobleme, keine Irritationen. Der XJ bleibt seiner Linie treu, glänzt im Innenraum mit feinem Leder, Holz und bester Verarbeitung. Er ist nicht der Über-Drüber-Schicki-Micki-Schlitten á la Maybach. Der Jaguar hat Stil, spricht leise und ohne künstlichen Akzent. Man kann die Vergangenheit vermissen, die Moderne als zu präsent bezeichnen. Aber die Konsequenz mit der Jaguar die neue Generation seiner Produkte auch im XJ kommuniziert ist bemerkenswert und zeugt von einem beachtlichen Maß an Souveränität, die vermutlich das Herz eines eingefleischten Jaguar-Enthusiasten ein wenig in Wallung bringen wird. Dafür ist die Chance auf neue Freunde der Marke mit der springenden Großkatze nicht zu unterschätzen.

 

 

Drive Inn


Im XF hatten wir bereits ausreichend Gelegenheit die Qualitäten des 6-Zylnder-Diesel zu testen. Die S-Variante lieferte damals und auch heute im XJ sehr gute Fahrwerte und vermittelt den Eindruck, dass mehr Leistung eigentlich nicht notwendig ist. Wie beim XF wird der Selbstzünder das meist verkaufte XJ-Model sein. Die Zusammenarbeit zwischen Motor, Getriebe und Fahrwerk ist sehr gut organisiert. Die 6-Gangautomatik arbeitet ohne spürbare Mühe, die 1,8 Tonnen Auto werden dank der Luftfederung sanft aber nicht unsportlich über die Höhen und Tiefen der vom langen Winter arg strapazierten Strassen getragen. Wer den Sportler im Jaguar hautnah erleben will, ordert den per Kompressor beatmeten V8, dessen Kräfte schnell begeistern können. Die Schaltwippen am Lenkrad lassen sogar sehr sportliche Manöver zu, die sehr exakte und direkte Lenkung kann die Limousine sehr schnell in ein Sportcoupé´verwandeln. Grundsätzlich kann man als Fazit ohne Umschweife beim neuen XJ von einem Vollblut-Jaguar sprechen.

 

 

Data-Check


Drei Motoren stehen zur Auswahl. Der Diesel leistet 600 Nm und 275 PS. Das reicht für Tempo 250 und beschleunigt die knapp 1.800 Kilo in 6,4 Sekunden auf Tempo 100. Der Benziner mit V8 und Kompressor muss bei Tempo 250 eingebremst werden, katapultiert die Insassen in 4,9 Sekunden zum Richtwert 100 und liefert maximal 625 Nm Drehmoment an die Kurbelwelle. Die Preise reichen von 76.900,00 Euro beim Diesel bis 139.900,00 Euro bei der Langversion des Kompressor-V8.

 

 

Im Kontext:

Fahrbericht: Jaguar XF

 

Text: Martin Ring

Fotos: Jaguar

 

weitere Infos über Preise/technische Daten und Ausstattung finden Sie hier:

www.jaguar.de

Für eine erste Probefahrt bieten Jaguar und Land Rover aktuell die "Schlössertour" an. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen:

www.touch-landrover.de

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