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Automobile - Fahrberichte

Fahrbericht: Take five!

Aus München weht ein neuer Wind. Schneidig, frisch, sportlich und weniger provokant. Das mag den Freunden auffallender Gewänder nicht gefallen, setzt aber bei allen Feingeistern unter den Autofreunden positive Regungen frei.

Exclusive-Life schickte den neuen BMW 535i in Portugal über die Rennpiste, vorher zum Aufwärmen in die noch kühle Spätwintersonne und traf den wohl bekanntesten 5er-Fahrer Deutschlands.

 

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Lissabon, im Februar 2010

Die Familie wartet vor der Kongresshalle. Alle sind da. Sogar der "Mittelwagen" hat sich auf die Reise in die portugiesische Hauptstadt gemacht. Als BMW 1500 setzte der Vierzylinder-Viertürer 1961 auf der IAA in Frankfurt ein Zeichen des Erfolges. Die mit 80 PS befeuerte Limousine bereitete den Bayern richtig viel Freude, vor allem am Verkaufen.

Heute ist der 5er ein Multimillionär. Mehr als fünfeinhalb Millionen 5er wurden gebaut und verkauft. Meist als Dienstwagen für Manager, Freiberufler und Vertriebsspezialisten. Die Mischung aus Prestige, Sportsgeist und Qualität überzeugt. Nun ist die sechste Generation auf dem Weg zu den ersten Kunden und wir wollen herausfinden, welche Argumente der neue BMW anzubieten hat.

 

 

Im Land des Fado, des Bacalhau und der wunderbaren Romane von José Saramango lassen sich zähe Wintertage in Deutschland für einige Stunden vergessen. Die Fauna gaukelt uns den Frühling vor und verwirrt den Menschen, dessen kurzärmliges Polohemd bei drei Grad Außentemperatur noch immer zu optimistisch ist. Drinnen im 535i läuft die Heizung, auch der Sitz verströmt Warmluft. Ausflüge außerhalb des Autos werden gerne abgekürzt, bei drei Grad Celsius wird der Inneraum des 535i zum Wohlfühlstudio.

Die Designer bei BMW haben den 5er nicht nur mit ausreichend Raum und gut sitzendem Mobiliar ausgestattet, auch die auf den Fahrer ausgerichtete Instrumentierung inklusive der Mittelkonsole ist bestens angeordnet - bei der Mischung aus Holz, Leder und Kunststoff haben die Interieur-Planer in München eine sehr gute Hand bewiesen. Man fühlt sich sehr wohl und schnell zuhause. Im Fond wurde dank der geschickten Raumplanung mehr Platz geschaffen. as freut die Knie und auch den Vordermann, der seinen Sitz nicht zu sehr nach vorne schieben muß.

Der Fahrer darf sich auf den neuen Dienstwagen freuen. Das Cockpit bietet allerlei technische Raffinessen. Der Unterschied zum 7er ist nicht sehr groß. Links neben dem Lenkrad werden Spurassistent, Night Vision (Personenerkennung bei Dunkelheit) und ein Abstand-Assistent aktivert. Weiter unten finden Sie eine Liste der wichtigsten Helferlein, die den neuen 5er zum Hightech-Automobil mit Spaßfaktor machen.

 

 

Kurz hinter Lissabon, direkt am Meer. Richtung Norden und dann landeinwärts schlängelt sich die Straße durch kleine Ortschaften und zwischen grünen Landschaften hindurch - fast wie für einen Sportwagen gebaut, eine Teststrecke für Cruiser und Genießer. Der BMW rollt trotz seiner 306 PS gutmütig und erholsam durch die portugieschen Gefilde. Komfort ist Trumpf. Wir sind auf dem Weg zu einer Rennstrecke, der Lackmustest für sportliche Talente steht an. Vorher noch kurz auf die Autobahn, das Limit liegt bei Tempo 120. Der Beschleunigungsstreifen animiert zum Sprint, den der 6-Zylinder brav und dynamisch abspult. Der 535i ist kein Jamaikaner, aber für die Deutsche Meisterschaft reicht's vermutlich schon.

 

 

Zwischenfrage: "Sagen Sie mal Herr Nemec, wieviele Kilometer fahren Sie denn im Laufe der Dreharbeiten einer Tatort-Folge mit dem 5er?" Miroslav Nemec spielt den Batic im Münchner Tatort und ist einer der dienstältesten Kommissare, die regelmäßig in deutschen Wohnzimmern ermitteln. Der neue 5er wird auch bald zu Gast in der deutschen Stube sein. Batic und Leitmayr sind seit 1991 im BMW unterwegs. "Keine Ahnung, es sind nicht so viele Kilometer. Meist sitzen wir im Auto, das auf dem Hänger gezogen wird. Ich würde gerne öfter selbst fahren, aber die Versicherung spielt da nicht mit." Früher sei er ein Autofan gewesen. Den neuen BMW finde er schon sehr elegant. Und die Handvoll Runden auf dem Circuito do Estoril werde er sicher genießen.

Vor dem Start die Einweisung durch einen Ex-Rennfahrer. "Passen Sie auf die Drei auf, die zieht sich zu." Die ersten drei Runden werden hinter dem Pacecar abgespult. Bremsen, Reifen und Fahrer werden auf Betriebstemperatur gebracht. Die dritte Kurve nach der Start-Ziel-Geraden ist tatsächlich tückisch und dient als schöner Test für die Fangleine alias DSC. Der BMW ist mit einer Aktivlenkung ausgestattet, die auch die Hinterräder leicht einschlägt. Je nach Fahrsituation errechnet die Elektronik an Bord den optimalen Winkel, für durchschnittlich sensible Fahrer ist das kaum spürbar; der Profi freut sich über mehr Querbeschleunigung. Wir jagen die Limousine durch die 4,3 Kilometer-Schlange. Rundenzeiten messen wir nicht. Der Brite Damon Hill schaffte 1993 die Runde in 1:11:494 Sekunden. Unser Testwagen schlägt sich wacker, könnte sicher noch schneller unterwegs sein, wird aber durch die Vorsicht und mangelnde Motorsport-Kompetenz des Fahrers eingebremst. Wir verlasen den Parcours und wissen nun, dass der 5er BMW weit mehr sein kann, als nur ein komoder und komfortabler Gleiter.

 

 

In der Boxengasse treffen wir noch einmal Miroslav Nemec. Er hat seine Runden noch vor sich und strahlt vor Vorfreude. Kein Hänger weit und breit, der ihm den Spaß nehmen könnte.

Die letzten Minuten vor dem Rückflug gehören dem Design des neuen BMW. Sportlicher, eleganter und auch luxuriöser steht er da. Die Motorhaube strotzt nur so vor Selbstbewußtsein. Im Profil des Bayern entdecken wir klare und elegante Züge. Der Hofmeisterknick in der C-Säule fällt bei diesem Modell besonders auf. Die auf Coupé-Niveau gezogene Karosserie hat den Designern besonders viel Mühe bereitet. Ein Techniker aus München steht neben uns und erklärt: "Das Markenzeichen aller BMW-Modelle hat uns diesmal schon arg beschäftigt. Wir mussten das Blech der C-Säule diesmal extrem verformen, was bei BMW in dieser Form noch nie realisiert wurde."

 

Was bleibt? Ein Nachgeschmack mit Vorfreude auf eine längere Testfahrt. Der neue 5er ist gespickt mit modernster Technik, die ausgesprochen elegant und sportlich verpackt wurde. Unser Testwagen mag nicht zu den Sparmeistern zählen, obwohl er in seiner Klasse sicher eine Bestnote verdient. Bald wird der 520d angeboten und der wird dank seiner vorbildlichen Verbrauchswerte zahlreiche neue Freunde finden.

Hier wie versprochen die Liste der wichtigsten elektronischen Helfer (teilweise gegen Aufpreis):

Achtgang-Automatikgetriebe (gegen Aufpreis)
elektromechanische Servolenkung einschließlich serienmäßiger Servotronic Funktion
Parkassistent, Auffahrwarnung mit
Anbremsfunktion in Verbindung mit aktiver Geschwindigkeitsregelung
mit Stop & Go-Funktion, Surround View und Speed Limit Device

Spurverlassenswarnung, Spurwechselwarnung,
Speed Limit Info, Fernlichtassistent, BMW Night Vision
mit Personenerkennung, Park Distance Control und Rückfahrkamera

BMW ConnectedDrive umfasst außerdem
die Online- und Telematikdienste BMW Online, BMW Assist,
BMW TeleServices sowie Internet-Nutzung im Fahrzeug

aktive Motorhaube zur Optimierung des Fußgängerschutzes
zweistufiges Bremslicht
adaptives Kurvenlicht mit variabler Lichtverteilung,
adaptiver Leuchtweitenregulierung und Abbiegelicht
Erweiterter Notruf mit automatischer Ortung
von BMW ConnectedDrive

Und hier die Daten unseres Testwagens:

Reihensechszylinder-Benzinmotor mit TwinPower Turbo
Direkteinspritzung (High Precision Injection) und VALVETRONIC

Hubraum: 2 979 cm3

Leistung: 225 kW/306 PS bei 5 800 min-1

max. Drehmoment: 400 Nm bei 1 200 – 5 000 min-1,

Beschleunigung [0 – 100 km/h]: 6,0 (Automatik: 6,1) Sekunden,

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h,

Durchschnittsverbrauch nach EU: 8,5 (Automatik: 8,4) Liter/100 Kilometer,

CO2-Emission nach EU: 199 (Automatik: 195) g/km, Abgasnorm: EU5

Preis: ab 50.300 Euro

 

Im Kontext:

Fahrbericht BMW 7er

Text: Ralf Bernert

Fotos: BMW/Ralf Bernert

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