Philippe Wurtz: Der Vielseitige
Eigentlich schuf sich der gebürtige Elsässer ein Renommée als hervorragender Uhrmacher mit der Konstruktion einer Weltneuheit, der GRAMAT Präzisions-pendeluhr. Fast unbemerkt schuf der Mathematiker und Physiker eine kleine Sensation, den Stylograph.
Exclusive-Life stellt das außergewöhnliche Utensil vor und sprach mit dem Künstler über seine Arbeit.
Ob Uhr oder Schreibgerät - der Anspruch von Philippe Wurtz an schöne Feinmechanik ist derselbe: Werkstoffe und Verfahren sollen den höchsten Ansprüchen genügen. So sind alle Teile des Stylographen ausschließlich durch Hochpräzisionsdrehen und -fräsen gefertigt, der Korpus aus Messing, der Druckknopf aus Edelstahl. Ganz bewußt verzichtet der Künstler dabei auf gestanzte, geprägte oder durch Spritzgießen gewonnene Teile - auch um zu gewährleisten, dass alle mechanischen Verbindungen (also Gewinde und Gleitführungen) ein extrem geringes Spiel aufweisen. Ein weiteres herausragendes Merkmal ist die Zugänglichkeit des Schaltmechanismus.
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Jedes Teil des Stylographen wird von Hand poliert und erhält anschließend eine dreifache Schicht aus Kupfer, Nickel und 24 Karat Gold bzw. Palladium in der Bicolor-Ausführung. Jedes Schreibgerät wiederum wird einzeln von Hand zusammengesetzt. Der echte Wurtz ist allein schon an der fünfteiligen Klammer auszumachen, die das Markenzeichen des Hauses Philippe Wurtz darstellt, wie auch an der Form des Druckknopfes. Er wurde in Anlehnung an die Schrauben konstruiert, die in den Uhren des Künstlers zu finden sind.
Zwei Varianten dieses außergewöhnlichen Kugelschreibers werden angeboten: Ausführung in Gold oder Bicolor. Wurtz limitierte im übrigen die jährliche Auflage dieses exklusiven Stylographen auf 1.500 Exemplare. Die Seriennummer ist jeweils in die Klammer eingraviert.
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39 g feinste Handwerkskunst brauchen natürlich auch einen exklusiven Aufbewahrungsort. So entwarf Philippe Wurtz ein "Griffelkästchen" mit Schiebedeckel, das mit Diamantfräswerkzeugen aus einer massiven Aluminiumstange gefräst wird. Die planen Flächen mit Kanten von genau 45° werden im Anschluß verchromt und erhalten so einen seidigen Glanz. Innenseitig wird das gewichtige, 100 g schwere Kästchen zum Schutz des edlen Schreibgeräts mit blauem Samtband ausgelegt. Zum ganz persönlichen Accessoire wird der Stylographe durch Eingravur des Namens des Besitzers in das Kästchen.
Interview mit Philippe Wurtz:
Exclusive-Life: Was macht Sie stolz?
Philippe Wurtz: Schöpferische Fähigkeiten sehe ich nach wie vor als eine Gabe. Deshalb habe keinen Grund darüber stolz zu sein. Dagegen bin ich glücklich und dankbar das tun zu können und zum Mut getrieben worden sein aus einer Begabung heraus, Produkte anbieten zu können, die begeistern.
EL: Haben Sie ein Vorbild?
Wurtz: Vorbild sind mir Menschen ob Uhrmacher oder nicht, die ihrer Vision nachgehen und trotz Hindernissen ihr Ziel erreichen. Ein gegenwärtiges Vorbild ist z.B. der Staubsaugerhersteller Dyson, der lange Zeit um viel Entbehrungen auf sich genommen hat, um seine Idee zu einem fertigen Produkt zu bringen.
EL: Woran arbeiten Sie gerade?
Wurtz: Zur Zeit entstehen zwei Uhren, die zum Jahresende ausgeliefert werden sollen.
EL: Welches Projekt streben Sie als nächstes an?
Wurtz: Das nächste Projekt ist eine Tisch- oder Kaminuhr mit sehr großen, äußerst grazilen Zahnrädern und weitere Neuigkeiten. Natürlich mit den Raffinessen, die bereits die GRAMAT und die BRIVE kennzeichnen.
EL: Wofür würden Sie alles stehen und liegen lassen?
Wurtz: Alles liegen und stehen lassen ist in diesem Metier zu vermeiden. Dagegen freuen wir uns immer wieder auf kurze Urlaube, entweder in die Heimat, das Elsass oder in den Périgord, eine Gegend Frankreichs, die in unserer Familie einen ganz besonderen Stellenwert hat. Die Städtchen Gramat, Brive, Sarlat usw. haben oder werden deshalb meinen Produkten Ihren Namen gegeben.
EL: Was inspirierte Sie zur Kreation des Stylographen?
Wurtz: Der Stylographe entstand aus dem Wunsch ein Schreibgerät zu besitzen, das in der Fertigung der Präzision und Wertigkeit meinen Uhren entsprach. Weil auch die teuersten Schreibgeräte heute nicht mehr ohne Kunststoff auskommen, sei es nur der Schaltmechanismus, sollte dieser Kugelschreiber ganz aus Metall sein. Zuerst wurden es nur wenig Stück für mich und meine Familie. Erst auf Wunsch von mehreren Kunden und Freunden habe ich mich entschlossen, eine größere Stückzahl zu fertigen.
EL: Wieviel Arbeitsstunden stecken darin?
Wurtz: Ganz bewusst registriere ich nicht die Arbeitsstunden, die ich in meine Werke investiere. Nach ökonomischen Aspekten würde man dann vieles aufgeben müssen. Um solch ein Schreibgerät mit der passenden Schachtel und Verpackung anbieten zu können, ist sehr viel Zeit vergangen und sind viele Versuche nötig gewesen. Zwischen der Idee bis zum verkaufsfertigen Produkt sind mehrere Jahren vergangen.
EL: Wird es auch einen Füller geben?
Wurtz: Der Stylographe entstand als Nebenprodukt meiner Uhren. Daher habe ich noch nicht daran gedacht, einen Füller zu fertigen. Aber wir wissen nicht was die Zukunft noch alles bringen wird.
Herr Wurtz, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Das Gespräch führte Ralf Bernert
Text: Ralf Bernert
Fotos: Philippe Wurtz






















